Trinkstelle im Wald
: Feuerwehr Kippenheim füllt für Wildtiere ein Erdloch mit 2000 Litern Wasser

Die Feuerwehr Kippenheim rückte in den Gemeindewald aus, um ein Erdloch mit Trinkwasser zu füllen. Dort können Waldbewohner nun ihren Durst stillen. Das war dringend nötig, erklärt der Revierleiter.
Von
Christopher Piskadlo
Kippenheim
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Dieses Erdloch im Kippenheimer Wald wurde von der Feuerwehr am Montagabend mit Wasser befüllt. Aufgenommen wurde das Bild am Donnerstagmittag – die Tiere haben sich  bereits kräftig an der Trinkstelle bedient.

Dieses Erdloch im Kippenheimer Wald wurde von der Feuerwehr am Montagabend mit Wasser befüllt. Aufgenommen wurde das Bild am Donnerstagmittag – die Tiere haben sich bereits kräftig an der Trinkstelle bedient.

Wilting
  • Feuerwehr Kippenheim füllt im Gemeindewald eine fast leere Trinkstelle mit 2000 Litern Wasser.
  • Anlass war eine Anfrage: Jäger sahen per Wildkamera, dass Tiere kaum noch Wasser finden.
  • Revierleiter berichtet: Sulzbach ist ausgetrocknet, im Bergwald gibt es kein Wasser mehr.
  • Das Erdloch dient sonst als Rückhaltebecken – Tiere nutzen es sichtbar, teils zur Abkühlung.
  • Wilting hofft auf Regen, warnt vor verheerendem Baumbestand und Folgen im kommenden Jahr.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Feuerwehren der Ortenau haben seit rund einer Woche alle Hände voll zutun: Ist ein Waldbrand gelöscht, steht – so scheint es zumindest – bereits das nächste Naturgebiet in Flammen. Auch Kippenheimer Einsatzkräfte mussten am Montagabend in den Forst ausrücken. Jedoch nicht, um einen Brand, sondern um den Durst der Waldbewohner zu löschen.

„Uns erreichte die Anfrage, ob wir dabei helfen können, eine fast leer gelaufene Wasserstelle im Wald wieder aufzufüllen“, schreibt die Feuerwehr in einer Mitteilung. Demnach hätten Jäger über Wildkameras beobachtet, dass die Tiere zunehmend Schwierigkeiten hätten, Wasser zu finden. „Wenn wir helfen können, dann helfen wir“, betont die Feuerwehr. So ging es laut Mitteilung nach einer Übung am Montagabend mit einem Löschfahrzeug in den Wald, wo eine beinahe ausgetrocknete Trinkstelle mit rund 2000 Litern Wasser befüllt wurde. „Für uns war es nur ein kleiner zusätzlicher Einsatz – für die Tiere hoffentlich eine wichtige Hilfe“, erklärt die Feuerwehr abschließend.

Im Bergwald sitzen die Tiere auf dem Trockenen

Wie wichtig diese gute Tat für die Waldbewohner ist, weiß Hans-Jürgen Wilting. „Den Tieren geht relativ schlecht“, sagt der Forstrevierleiter der Gemeinde im Gespräch mit unserer Redaktion. „Normalerweise ist etwa im Sulzbach immer etwas Wasser für Tiere. Der ist mittlerweile aber ausgetrocknet. Im ganzen Bergwald gibt es nichts mehr“, beschreibt er die Lage im Wald. Deshalb habe er die Feuerwehr um Hilfe gebeten. Noch am gleichen Abend seien die Einsatzkräfte ausgerückt und hätten das Erdloch mit Wasser befüllt. „Eigentlich ist das ein Rückhaltebecken für Starkregen“, erklärt er.

Wie lange die 2000 Liter ausreichen, könne der Revierleiter nicht sagen. „Ein Teil versickert und verdunstet ja auch“, weiß er. Die Wassermenge sei zwar „nicht die Welt“, für die Tiere jedoch eine große Unterstützung – die offensichtlich auch gerne angenommen wird. „Man sieht es deutlich anhand der Spuren“, beschreibt Wilting. Demnach würden sich Wildschweine, Rehe, Füchse, Dachse und Insekten aller Art an dem Erdloch abkühlen. „Man kann sich das so vorstellen, als wäre es die letzte Wasserstelle in der Wüste, an der alle Tiere friedlich nebeneinander trinken“, beschreibt der Experte schmunzelnd.

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Wilting hofft nun auf Regen, der zwar immer angekündigt werde, jedoch nie komme. „Ich bin seit 26 Jahren Kippenheims Forstrevierleiter. Klar, ich habe schon Trockenjahre erlebt – aber so lange ohne Niederschlag noch nicht.“ Besonders deutlich wirke sich das auf den Baumbestand aus, den er als „verheernd“ bezeichnet. „Die Folgen werden erst im kommenden Jahr deutlich“, blickt er besorgt in die Zukunft.