Tour vereint Quiz und Geschichte
: Besucher zeigen bei Ettenheimer Rätsel-Stadtführung Grips

Die Stadt Ettenheim lud zu einer besonderen Tour durch die Innenstadt ein. Dabei mussten die Teilnehmer verschiedene Rätsel lösen.
Von
Klaus Schade
Ettenheim
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Ein Teil der Führung bestand darin, einen Rätsel-Fragebogen auszufüllen.

Decoux

Am Ende vermochten die Teilnehmer wortwörtlich zu „entschlüsseln“, was Ettenheims Stadtgeschichte teilweise so einzigartig macht. „Rätsel-Stadtführung“ hatte Neu-Stadtführerin Karin Jess ihre Führung am Samstagmorgen überschrieben. Und tatsächlich: Was für sicherlich die meisten der Interessierten anfangs noch rätselhaft war, beim Abschluss im historischen Prinzengarten fanden sie dann die Schlüssel – vor allem zur Liebesgeschichte und dem Schicksal des Prinzen von Enghien und Charlotte, der Nichte von Kardinal Rohan.

Zuvor hatten die Teilnehmer, die aus Endingen, Kürzell, Lahr, Ortenberg, vereinzelt auch aus Ettenheim oder einem seiner Ortsteile kamen, ganz offensichtlich gut aufgepasst bei der klassischen Stadtführung. Zu Füßen von Bischof Etto – der Ettenheim seinen Namen gab, das Benediktinerkloster Ettenheimmünster gründete und heute im Giebel des Rathauses über die Stadt wacht – hatten sie sich versammelt, erfuhren von den Eckdaten der Stadtentwicklung, von der Erlangung von Markt- und Stadtrecht, dem großen Stadtbrand im 30-jährigen Krieg, dem Wiederaufbau, der dem Städtchen wesentlich sein heutiges barockes Gepräge verliehen hat. Das nahe Palais schlug den Bogen zu Kardinal Rohan, der Ettenheim längst das Attribut Rohanstadt eingebracht hat.

Im Prinzengarten mussten die Teilnehmer auf Spurensuche gehen

Warum der Heilige Bartholomäus in der Stadt der vielen Gerber als Patron der Pfarrkirche auf dem Berg auserwählt wurde, welche Legende sich um den „Schläfer“ in der Ettikostraße rankt, welche bedeutende Persönlichkeiten Ettenheim hervorbrachte, die Bedeutung von Gerbern, Müllern oder Seilern – all das kam in den ersten anderthalb Stunden dieser Führung zur Sprache.

Die Frage, warum diese morgendliche Führung als „Rätsel-Stadtführung“ ausgeschrieben war, wurde schließlich im Prinzengarten in der weiteren Stunde beantwortet. Ein von der Stadtführerin ausgearbeiteter Rätselfragebogen mit insgesamt 16 Fragen zum vorher bei der Stadtführung Erläuterten stellte die ausnahmslos erwachsenen Teilnehmer vor keine großen Probleme – zumal aus vier Vorschlägen die richtige Lösung anzukreuzen war. Dass Ettenheims Baustil barock ist, Bischof Etto der Stadtgründer war, dass Ettenheim 1302 das Stadtrecht bekam, dass es drei Stadttore gab, der große Stadtbrand nicht auf einen Flugzeugabsturz zurückging und die Büste des Herzogs von Enghien nicht im Kaufland steht – da brauchte es keine schweren Schlüssel, um richtig antworten zu können.

Mit fünf Schlüsseln wurde Ettenheims Geschichte greifbar

Schlüssel indes spielten bei dieser Spurensuche im Prinzengarten dann doch noch eine Rolle. Fünf große Schlüssel nämlich hatte der Ehemann der Stadtführerin im Prinzengarten versteckt, die es zu finden galt, um auf einer vorbereiteten Karte einen näheren Zugang zum Herzog von Enghien zu erschließen: mit dessen Liebe zu Charlotte, seinem militärischen Auftrag Richtung Russland, seinem treuen Hund Mohiloff, seiner Gefangennahme durch Napoleons Soldaten bis hin zu seiner Erschießung in den Schlossgräben von Vincennes. Natürlich konnte eine kleine Belohnung für die Ratenden nicht fehlen.

Info – Weitere Termine

Die nächste besondere Stadtführung durch Ettenheim steht am Donnerstag, 6. August, an. Unter dem Motto „Geschichte trifft Genuss“ entdecken Besucher die Gassen der Stadt, hören spannende Geschichten und genießen das Essen aus dem Traditionsgasthaus Lamm, heißt es in einer Mitteilung. Treffpunkt ist um 17.30 Uhr am Gasthaus, die Teilnahme kostet 53 Euro. Eine Anmeldung unter Telefon 07822/ 43 20 oder per E-Mail an tourist-info@ettenheim.de ist erforderlich. Ohne Anmeldung kann man dagegen and er Stadtführung „Der Spion Napoleons zeigt sein Ettenheim“ am Samstag, 17. Oktober, teilnehmen. Los geht es um 15 Uhr am Bärenbrunnen, Besucher müssen sieben Euro zahlen. Weitere Informationen und eine Übersicht zu den einzelnen Terminen gibt es im Internet unter www.ettenheim.de unter dem Reiter „Tourismus und Kultur“.

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