Teure Sanierung ist nötig: Zwei Brücken in Kappel-Grafenhausen weisen „große Schäden“ auf

An zwei Brücken in Kappel-Grafenhausen hat der Zahn der Zeit genagt. Sie müssen saniert werden.
DecouxSieben Mitglieder des Technischen Ausschusses befassen sich mit der Problematik. Aufgefallen war diese, nachdem das Freiburger Ingenieurbüro Fritsch und Partner im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Brückenprüfungen zum Schrecken der Gemeinderäte heraus gefunden hatte, dass insbesondere zwei Bauwerke „große Schäden an ihren Natursteingewölben aufweisen“ und deshalb „schnellstmöglich saniert werden müssen“.
Konkret handelt es sich um die Brücke an der Sportplatzstraße am Vereinsgelände und die Brücke am viel befahrenen Verbindungsweg Grafenhausen-Rust. Von Letzterer ist bekannt, dass sie bereits um 1850 errichtet und in den 1920er-Jahren saniert worden war. Davon ist freilich nichts mehr zu erahnen: Wo damals Sandsteine waren, klaffen heute große Lücken. Weil beide Bauwerke wegen der hohen Frequentierung erhalten werden müssen, sei nun eine schnelle Sanierung fällig. Doch wie aufwendig soll das geschehen, ohne sie schlicht ersatzlos abzureißen? Denn es geht auch um künftige Traglasten.
Bürgermeister Klotz will den Bestand sanieren
Zwar ist die kleine Brücke nach Rust ohnehin schon für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen gesperrt, doch zu Erntezeiten rollen auch landwirtschaftliche Schwergewichte drüber. Und: Ortskundige Autofahrer nutzen diese Abkürzung gerne, müssten ansonsten auf Feldwege oder gar über Kappel ausweichen.
Bürgermeister Philipp Klotz hat sich bereits im Vorfeld eindeutig positioniert. Von den denkbaren Alternativen stehen für ihn weder ersatzlose Abrisse noch komplette Neubauten zur Debatte, sondern eine langfristige, nachhaltige Sanierung des Bestandes. Dafür gebe es mehrere Optionen: Etwa die kaputten Gewölbe mit Split auffüllen oder oben eine Stahlkonstruktion zu errichten. Oder solle man die recht schmale Ortsverbindungsbrücke künftig auf zwei Begegnungsspuren verbreitern? Zu Letzterem meinte Klotz, dass hier auch künftig – wie bisher – Autos im Begegnungsverkehr einfach langsamer fahren sollten. Er ist optimistisch: „Das soll dann für die nächsten 50 bis 100 Jahre halten, um Ruhe zu haben.“
Viele Details müssen erst geklärt werden
Jedoch gelte es, so Klotz, für die denkbaren Sanierungsvarianten noch viele Details zu klären. Etwa Denkmalschutz-Restriktionen, erreichbares „Tonnage-Ziellastniveau“ und künftige Fahrbahnbreiten. All dies müsse erst noch geklärt werden. Damit wurde jetzt einstimmig das Büro Fritsch und Partner beauftragt, im Paket mit künftiger Objektplanung, Bauüberwachung, Wasserrechtsverfahren, Tragwerksplanung und Beantragung von Fördermitteln. Was das Büro dafür an Honoraren bekommt, hängt von den anfallenden Einzelleistungen ab, könnte sich überschlägig geschätzt jedoch schon auf bis zu 40 000 Euro pro Brücke summieren, einschließlich dazugehöriger Gutachten und Ingenieurleistungen, Baugrundgutachten, Bestandsvermessungen und Begutachtungen der Bauwerke.
Förderung für den Umbau steht auf der Kippe
Diese noch nicht genau bezifferten Mittel werden nun vorsorglich im diesjährigen Kappel-Grafenhausener Haushalt bereit gestellt. Ebenso einstimmig beschlossen die Ausschussmitglieder, die geschätzten Sanierungskosten der beiden Brücken in den nächstjährigen Haushalt aufzunehmen. Die Rede ist dabei von 510 000 Euro. Das Ingenieurbüro schätzt die Kosten auf 250 000 Euro beim Verbindungsweg und sogar knapp auf 268 000 am Sportplatz. Besonders bitter für die Doppelgemeinde: Der angereiste Bürovertreter und Sachverständiger Uwe Möller wies darauf hin, dass es keine Fördermittel gebe, wenn nur die Brückenbestände wiederhergestellt würden.