Südbaden selten dabei: SC Lahr will in Holzhausen in einen elitären Kreis der Relegationssieger

Konstantin Fries (in Blau) und der SC Lahr nehmen den Aufstieg ins Visier.
Wolfgang KünstleAufstiegsrelegation zur Oberliga, Rückspiel: FC Holzhausen - SC Lahr (Sonntag, 15 Uhr). „Am Sonntag können wir Geschichte schreiben.“ Dieser Satz ist auf der Facebookseite des SC Lahr zu lesen und fasst damit gut zusammen, um was es für die Dammenmühlen-Kicker im Rückspiel gegen den FC Holzhausen geht.
Nach dem 1:1 im Hinspiel hat die Riege von Trainer Sascha Schröder gute Chancen auf die Oberliga und würde damit die eigene Erfolgsgeschichte schreiben. Seit der Vereinsgründung 2015 war der SCL stets in der Verbandsliga beheimatet. Bis in die Fünftklassigkeit ging es demnach noch nie.
Aber nicht nur die eigene Chronik wäre mit einem Aufstieg um einen Höhepunkt reicher. Auch für ganz Südbaden ist es keineswegs selbstverständlich, durch die Relegation einen weiteren Oberligisten zu stellen.
Nur neun Namen stehen auf der Erfolgsliste
Dies ist sogar bislang sehr selten gelungen. 1978 wurde die Oberliga Baden-Württemberg gegründet und seit 1979 gibt es jedes Jahr – ausgenommen von zwei ausgefallenen Entscheidungsrunden in der Coronapandemie – den Dreikampf um das Oberliga-Ticket zwischen den Vertretern der Verbandsliga Baden, Südbaden und Württemberg. Die Annahme, dass das württembergische Team per se der Favorit in diesem Modus ist, kommt nicht von ungefähr. 28 Mal setzten sich die Fußballer aus Schwaben durch, neun Mal kam der Sieger aus der Verbandsliga Baden und ebenfalls nur neun Mal aus der Verbandsliga Südbaden. 1981 schafften die Sportfreunde DJK Freiburg den Sprung, gleich 1982 tat es ihnen der SV Kuppenheim gleich und 1989 war der SV Linx der Sieger. In den 90er-Jahren erweiterten der VfB Gaggenau (1992), der Bahlinger SC (1996) und der FC 08 Villingen (1997) die Liste. 2005 folgte dann noch der FC Emmendingen und 2008 der Kehler FV.
Dann brachen schwere Zeiten für die Südbadenvertreter an, denn mehr als 15 Jahre lang kam kein Oberligist aus der Region mehr über die Relegation. Doch erst im vergangenen Jahr beendete der Türkische SV Singen diesen Negativlauf und das ausgerechnet gegen den aktuellen Lahrer Gegner aus Holzhausen. Trotz eines 2:0-Vorsprungs aus dem Hinspiel gelang der FCH-Aufstieg nicht. Nach Verlängerung wurde das Rückspiel in Singen gar mit 1:5 verloren. Der SC Lahr will nun nicht nur Geschichte schreiben, sondern auch, dass sich für Holzhausen Geschichte wiederholt.
„Der Fanbus ist voll und die Spannung zieht an. Trotzdem fahren wir ganz entspannt nach Holzhausen“, sagt Petro Müller, Sportlicher Leiter der Lahrer. Wille und Spielglück würden über die Oberligateilnahme entscheiden. „Bei höheren Temperaturen sehe ich uns im Vorteil, weil wir eine jüngere Mannschaft haben“, vermutet Müller zudem. Mick Keita ist zwar vor Ort, wird aber wohl mit seiner Zerrung nicht beim Aufstieg helfen können.
Personal beim Gegner
Personell wird der FC Holzhausen mit einer ähnlichen Truppe wie im Hinspiel anreisen. Trainer Daniel Seemann bestätigte, dass Leon Hayer am Dienstag das Training abbrechen musste und somit das Spiel gegen den SCL verpassen wird. FCH-Topstürmer Janik Michel wird im Rückspiel ebenfalls im Kader stehen. Ob die Nummer zehn jedoch Spielminuten bekommt, ist noch unklar.
