„Strange Kind of Women“: Deep-Purple-Coverband überzeugt im Lahrer Stadtpark

Die Band Strange Kind of Women heizte dem Publikum im Stadtpark mit Songs der Band Deep Purple ein.
Endrik BaubliesDeep Purple, gegründet 1967, hat – vorwiegend in den ersten zwei von vielen verschiedenen Besetzungen – Rockgeschichte geschrieben. Aufgrund ihrer Vielfalt ist die Gefahr groß, heute mit einem Cover-Projekt Schiffbruch zu erleiden. Die fünf Musikerinnen von „Strange Kind of Women“ – Eliana Cargnelutti (Gitarre), Ronny Grace (Gesang), Paola Zadra (Bass), Margherita Gruden (Keyboards) und Chiara Cotugno (Schlagzeug) – haben diese Gratwanderung mit Bravour bewältigt.
Ihre Kunst, einen Sound so brillant wiederzugeben, den keine der jungen Frauen – alleine aufgrund ihres Alters – im Original gehört haben kann, war das eine. Das Entscheidende war, dass die Überführung der Vorlage mehr als 30 Jahre in die Gegenwart bei dem Konzert im Stadtpark grandios gelang.
Einer der ersten Hits der jungen Formation Deep Purple in der Besetzung Mark I war der Song „Hush“, geschrieben von Joe South. Deep Purple suchte da noch nach einem eigenen Stil. Es gab etliche Coverversionen von den Beatles oder Jimi Hendrix auf den ersten Alben.
Konzert stand in Konkurrenz zum Deutschlandspiel
Daher war das „Wie“ der Einspielung von „Hush“ im Stadtpark auch entscheidend. Die Band spielte den Song so, wie ihn die Band in der großen Ära der Besetzung Mark II Anfang der 1970er-Jahre gespielt haben könnte, aber wohl nie hat. Eine sehr gelungene Abwandlung war „Smoke on the Water“ (geschrieben 1971). Hier lieferte „Strange Kind of Women“ ein bombastisches Finale ab.
Der Wechsel des heute klassischen Gitarren-Riffs als Intro wechselte am Ende zur wummernden Hammond-Orgel. Viele Soloeinlagen aller fünf Musikerinnen zeigten neben einem perfekten Zusammenspiel, was alle Frauen an ihrem Instrument vermögen. Die Fans – der Park war angesichts der Hitze, eines Konzerts im Parktheater und des Fußballspiels Deutschland gegen Elfenbeinküste mehr als ordentlich besucht – erlebten eine ungeheure Bandbreite des Originals: Die mit „Shades of Deep Purple“ begann und mit der Reunion der Besetzung Mark II Mitte der 1980er-Jahre mit dem Hit „Perfect Strangers“ endete.
„Stargazer“ bringt das Publikum in Stimmung
Es ist unwahrscheinlich, dass dieses Spektrum im Lahrer Stadtpark auf der von vielen als die einflussreichste empfundenen Besetzung von Deep Purple– heute wäre Mark X rechnerisch möglich – jemals gehört werden konnte.
Dass ein Schwerpunkt von „Strange Kind of Women“ auf der von vielen als einflussreichsten empfundene Besetzung Mark II beim Konzert im Stadtpark gelegen hatte, kam bei den Fans an. Von denen könnten etliche aufgrund des Jahrgangs „Deep Purple“ aus den 1980er-Jahren oder durch den Auftritt auf einem Festival namens „Daytona“ (Sommer 1997) auf dem Lahrer Flugplatz noch gekannt haben.
Den Auftakt am Samstag machte die Band Stargazer. Die Musikgruppe um den Lahrer Sänger Marc Vetter hatte die Lücken in der Biografie der Band Deep Purple im Visier. Ihr Tribut galt der Band Rainbow, die Ritchie Blackmore nach seinem ersten Weggang Mitte der 1970er-Jahre gegründet hatte.
Tina-Turner-Tribute
Die Idee der Tribute-Konzerte soll weitergehen. Taner Demiralay, der zur Lahrer Rockwerkstatt gehört und der mit T-Event die Band Strange Kind of Women nach Lahr geholt hatte, versprach, dass es im kommenden Jahr ein Tribute-Konzert zu Tina Turner geben soll.