Städtisches Grün in Lahr: Stadt erklärt, warum Fällungen regulärer Bestandteil der Baumpflege sind

Das Foto zeigt einen der ältesten Bäume auf dem Stadtgebiet: eine rund 400 Jahre alte Eiche auf dem Langenhard.
StadtDie Bedeutung von Stadtbäumen und Grünflächen nimmt angesichts des Klimawandels stetig zu. Die Stadt verfolgt daher laut einer Pressemitteilung konsequent das Ziel, das städtische Grün zu stärken, zu erhalten und weiterzuentwickeln. Gleichzeitig erfordert der Umgang mit dem Baumbestand demnach eine sorgfältige Abwägung zwischen Naturschutz und Verkehrssicherheit.
Im vergangenen Jahr wurden im gesamten Lahrer Stadtgebiet laut Mitteilung 264 neue Bäume gepflanzt. Insgesamt gibt es demnach derzeit rund 17.500 Bäume in der Stadt. Die Stadt zählt 42 Naturdenkmale, weitere werden hinzukommen. Zu den ältesten Lahrer Bäumen gehört eine rund 400 Jahre alte Eiche auf dem Langenhard.
Das Rathaus betont, dass Bäume einen wesentlichen Beitrag zum Stadtklima leisten: Sie kühlen die Umgebung, filtern Schadstoffe aus der Luft, speichern Regenwasser und bieten Lebensräume für Tiere. Darüber hinaus verbessern sie das Stadtbild, fördern das Wohlbefinden der Bevölkerung und stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Gepflanzt wird meist von Spätherbst bis Frühjahr
Die Lahrer Stadtverwaltung verfolgt laut der Pressemitteilung das Ziel, klimaresilienter zu werden. Dazu gehören der Erhalt und Ausbau des bestehenden Baumbestands ebenso wie die gezielte Förderung von Entsiegelung und zusätzlicher Begrünung. In dicht bebauten Bereichen setzt man verstärkt auf den Einsatz von mobilem Grün, um kurzfristig Verbesserungen zu erzielen. Gleichzeitig wird die Bevölkerung für naturnahe Gartengestaltung sensibilisiert, um auch auf privaten Flächen mehr ökologisch wertvolle Strukturen zu schaffen.
„Im Zuge des Sanierungskonzeptes zur Innenstadt soll dauerhafte Begrünung durch Umbaumaßnahmen sichergestellt werden – als Instrument zur Klimafolgenanpassung“, erläutert Fabian Roßmanith, Leiter der städtischen Abteilung Grün und Umwelt.
Neue Bäume werden bevorzugt im Spätherbst bis zum Frühjahr gepflanzt, wie die Stadt informiert. In dieser Zeit seien die Anwuchsbedingungen aufgrund der Witterung deutlich besser. Frühjahrspflanzungen bis in den Frühsommer seien inzwischen aufgrund zunehmender Trockenheit kaum noch möglich.
Ein junger Baum benötige besonders intensive Pflege: in den Sommermonaten bis zu 150 Liter Wasser pro Woche sowie regelmäßige Schnittmaßnahmen. Nach etwa drei bis fünf Jahren gelte ein Baum als etabliert, der Pflegeaufwand reduziere sich dann deutlich.
Stadtbäume werden von Fachkräften kontrolliert
Die Auswahl neuer Bäume erfolgt bei der Stadt nach klaren Kriterien: ausreichender Wurzelraum, Bodenbeschaffenheit sowie Standortfaktoren wie Sonneneinstrahlung, Trockenheit, Wind und Belastungen durch Verkehr. Für nahezu jede Situation gibt es eine Auswahl spezialisierter, angepasster Baumarten, heißt es.
Fällungen seien ein regulärer Bestandteil der Baumpflege. Sie erfolgen insbesondere aus Gründen der Verkehrssicherheit, etwa wenn Äste abbrechen könnten oder ein Baum instabil ist, heißt es. Weitere Ursachen seien Krankheiten durch Viren, Bakterien, Pilze oder Schädlingsbefall. Mildere Winter begünstigten die Ausbreitung der Schadfaktoren. Um die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten und die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern, seien Fällungen teilweise unvermeidbar.
Alle Stadtbäume werden regelmäßig von zertifizierten Fachkräften kontrolliert, informiert die Stadt weiter. Auf Basis dieser Prüfungen werde entschieden, ob etwa Schnittarbeiten ausreichen oder eine Fällung notwendig ist. In akuten Gefahrensituationen können auch Einsatzkräfte der Feuerwehr oder des Technischen Hilfswerks eingreifen.
Jede Entscheidung werde individuell getroffen. Grundsätzlich habe die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger Vorrang. Gleichzeitig werde großer Wert auf den Schutz von Lebensräumen gelegt. Bei Bäumen mit Tierhabitaten werde – wenn möglich – durch spezielle Pflegemaßnahmen der Erhalt angestrebt oder in seltenen Fällen eine Umsiedlung in Abstimmung mit Naturschutzfachbehörden und Ökologen umgesetzt.
Mehrere Fachkräfte des BGL sowie die Abteilung Grün und Umwelt kümmern sich laut der Pressemitteilung, unterstützt durch externe Gutachter und Fachfirmen, um die städtischen Bäume.
Investitionen
Die Investitionen in Neupflanzungen variieren laut Mitteilung der Stadt je nach Umfang. In der letzten Pflanzsaison wurden rund 130.000 Euro investiert.