Sein bisher jüngstes Publikum: Ex-Fußballprofi Nils Petersen erzählt in Friesenheim von seiner Karriere

Ex-Fußballprofi Nils Petersen hatte eine rote Sporttasche auf der Bühne dabei. Sie war gefüllt mit Gegenständen, zu denen er Geschichten erzählte.
Volksbank- Ex-Profi Nils Petersen sprach in Friesenheim über Rückschläge, Lernen und Mindset.
- Bei der „BlackVRstFinanceNight“ nutzte er eine Sporttasche mit Symbolen seiner Karriere.
- Themen waren Identifikation, Wettbewerb, Bodenhaftung und Führung – mit konkreten Beispielen.
- Er betonte Selbstreflexion: innere Stimme, 4-7-8-Atmung, starkes Umfeld und Wertschätzung.
- Biografisch: Stationen Jena, Cottbus, Bayern, Bremen, Freiburg; Karriereende 2023, heute TV und Trainer.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Keine Elfmeter, die ins Netz gehen. Keine Joker-Tore in der Schlussminute. Als Nils Petersen in der Sternenberghalle Friesenheim Videos aus seiner Karriere zeigte, ging es um Rückschläge: verlorene Spiele, bittere Momente, ein verlorenes Olympia-Finale. Der frühere Stürmer des SC Freiburg erzählte, wie er sich dabei fühlte und was er daraus gelernt hat. Mehr als 160 Gäste zwischen 18 und 35 Jahren erlebten ihn bei der zweiten „BlackVRstFinanceNight“ der Volksbank Lahr.
Petersen nahm das Publikum von Beginn an für sich ein, berichtet die Volksbank in einer Mitteilung. „Ich bin heute lieber hier als im Stadion“, sagte er, obwohl der SC Freiburg am selben Abend spielte. Es sei, glaube er, das jüngste Publikum, das er je gehabthabe. Und er gab zu: Auch vor so vielen Menschen zu sprechen, mache ihn nervös. Dabei wollte er nie Profi werden. Seine Mutter wünschte sich einen Lehrer.
Leon Saar, bekannt durch die Social-Media-Kanäle von „finanzen.Einfach.verstehen“, moderierte den Abend. Nils Petersen hatte seine rote Sporttasche dabei, gefüllt mit Dingen, die Geschichten aus seiner Karriere erzählen. Die Gäste konnten bestimmen, was er als Nächstes herausholte. Mit jedem Stück verbindet der Ex-Profispieler besondere Erfahrungen, heißt es weiter.
Das Trikot stehe für Identifikation und Kultur, für die Zugehörigkeit. „Der Name hinten ist austauschbar. Am Ende geht es immer um etwas Größeres“, sagte Petersen. Wer sich mit seinem Verein oder Arbeitgeber identifiziere, verkörpere ihn auch. Die Banane ist für ihn ein Symbol für wichtige Erfolgsfaktoren: Schlaf, Ernährung, Stressmanagement und Geduld. Er zitierte Cristiano Ronaldo: Erfolg sei kein Glück, sondern ein Mix aus harter Arbeit, Präzision und Ausdauer. Die Silbermedaille von den Olympischen Spielen in Rio steht für Wettbewerb.
1200 Euro für den ersten Profivertrag
Sein größter Konkurrent sei ohnehin er selbst. Nach der Olympia-Niederlage im Elfmeterschießen ging es ihm „brutal schlecht“. Aufgefangen habe ihn das Team. Die Fußballschuhe verbindet er mit Bodenhaftung. Es sei schwer, bodenständig zu bleiben, wenn andere einen ständig nach oben stellen. Sein Rezept: ein starkes Umfeld und der Vorsatz, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen.
Mit der Pfeife kam er auf das Thema Führung zu sprechen. Petersen würdigte seinen früheren Trainer Christian Streich als „besten Kommunikator“, der auch Spielern abseits der Startelf Wertschätzung zeigte. „Wertschätzung ist die härteste Währung“, habe ihm sein früherer Manager beim SC Freiburg oft gesagt, gern vor Vertragsverhandlungen.
An seinem ersten Profivertrag zeigte Nils Petersen, wie eng Sicherheit und Unsicherheit zusammenliegen. Mit einem Gehalt von 1200 Euro brutto fühlte sich Petersen reich. Rückblickend sei das für ihn die entspannteste Zeit gewesen. Später, bei besserem Gehalt, stiegen die Ansprüche. Die Fragen aber kamen schon mit der Unterschrift: „Bin ich das Geld wert? Was, wenn ich mich verletze?“
Notizbuch und Stift symbolisieren für ihn die innere Stimme. Die lauteste Stimme sitze im eigenen Kopf, sagte Petersen. Wenn es ihm nicht gut ging, halfen ihm drei Dinge: Meditation, Schreiben und Musik. Steigt der Puls, nutzt er die 4-7-8-Atmung: vier Sekunden einatmen, sieben halten, acht ausatmen. So bleibe er belastbarer.
Mit dem Glücksbringer verbindet er Umfeld und Vertrauen. Vor einem Bundesligaspiel hätten ihm etwa zehn Menschen Glück gewünscht, nach einem Sieg mit Tor rund 120 Menschen geschrieben. Die zehn davor gehören bis heute zu seinem Leben.
Gäste stellten Fragen per Smartphone
Zum Schluss blieb die Sporttasche selbst. Sie stehe für das Päckchen, das jeder zu tragen hat. Nils Petersen gab dem Publikum drei Fragen mit: Was würdest du morgen bewusst wieder einpacken? Was schleppst du mit, das längst raus kann? Und was fehlt dir gerade in deiner Tasche?
Die Gäste konnten ihre Fragen per Smartphone stellen. Saar gab sie an Petersen weiter. Zur Prägung durch seinen Vater erzählte er: Als andere Schneemänner bauten, stand sein Vater mit der Stoppuhr am Hang, und die Kinder mussten Läufe machen. Das sei hart gewesen. Heute sei er dankbar dafür. Seinen Rat an alle, bei denen es gerade gut läuft, fasste er so zusammen: „Wer denkt, etwas erreicht zu haben, hört auf, etwas zu werden.“ Ausprobieren, was einem guttut, und nicht nachlassen. Mit einem Bild aus der Fußballwelt bedankte sich Saar schließlich bei Petersen: „Das war sicherlich eine sehr gute Einwechslung."
In den anschließenden Gesprächen beschäftigte die Gäste vor allem das Thema Mindset, wie viel die eigene Einstellung ausmacht und wie sehr Selbstzweifel bremsen können. Gut kam auch an, dass Petersen sein Leben als Fußballer am Beispiel der Sporttasche greifbar machte, heißt es in der Mitteilung abschließend. Nach dem Vortrag nahm er sich noch viel Zeit für Fragen, schrieb Autogrammkarten und stand für Selfies bereit.
Zur Person Nils Petersen
Der Fußballer Nils Petersen wurde am 6. Dezember 1988 in Wernigerode geboren. Er spielte bereits bei Carl Zeiss Jena, Energie Cottbus, FC Bayern München, Werder Bremen und SC Freiburg. Mit 34 Treffern als Einwechselspieler ist er Bundesliga-Rekordhalter bei den Joker-Toren. 2016 holte er Silber bei Olympia in Rio de Janeiro. Seine Karriere beendete er 2023 nach 16 Jahren. Heute arbeitet er fürs Fernsehen, ist in der Trainerausbildung und spielt für die zweite Mannschaft der Sportfreunde Oberried in der Kreisliga.
