Schwitzen im Lahrer Rathaus
: Eine Klimaanlage hätte mehr gebracht als eine Luxus-Kaffeemaschine

Die Gemeinderatssitzung am Montag war eine buchstäblich hitzige Angelegenheit. Bei der Saal-Sanierung hat die Stadt Lahr ganz offensichtlich die falschen Prioritäten gesetzt.
Von
Felix Bender
Lahr
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Die Tagesordnung hatte viele heiße Themen zu bieten.

Bender

Ich gehöre glücklicherweise zu jenen, die ihren Job lieben, was freilich nicht heißt, dass es keine Momente gibt, in denen ich gerne etwas anderes täte. Am Montagabend war so ein Moment. Nein, ich bin ehrlich: Es waren mehrere.

Geschlagene vier Stunden Gemeinderatssitzung bei Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke sind definitiv nicht vergnügungssteuerpflichtig – auch wenn das der finanziell so gebeutelten Stadt aktuell durchaus helfen würde.

Der Flächenmanager verdampft

Die Bitte von OB Markus Ibert zu Beginn, sich angesichts der langen Tagesordnung kurz zu fassen, verdampfte in der Gluthitze wie später sein Wunsch nach einem Flächenmanager für die Innenstadt.

Brötchentaste und kein Ende

So musste etwa ausgiebig ergründet werden, ob die städtischen Parkautomaten künftig eine Brötchentaste brauchen, und wenn ja, ob diese nur digital oder auch analog zu funktionieren hat.

Bürger geraten ins Schwitzen

Die Diskussionsfreude der Stadträte trieb nicht nur den Dutzenden Bürgern in den Zuhörerreihen den Schweiß auf die Stirn, sie ließ allenthalben die Konzentrationsfähigkeit proportional zum Sauerstoffgehalt in der Luft sinken.

350.000 Euro für den Ratssaal

Bei aller Relevanz der Themen, die die Lahrer in diesen unsteten Zeiten scheinbar bewegen, war es daher kaum zu verhindern, dass die Gedanken ab und an abschweiften. Ins Jahr 2023 zum Beispiel. Als die Stadt den Sitzungssaal in der Alten Luisenschule für sage und schreibe 350.000 Euro sanieren ließ.

Ein Königreich für eine Klimaanlage

Ach, wie schön wäre es doch gewesen, hätten die Verantwortlichen neben längst berühmter Kaffeemaschine damals auch in eine Klimaanlage investiert...!

Stadträtin bittet um Frischluft

Den Fiebertraum beendete jäh eine Stadträtin. Eindringlich, weil nach eigener Aussage kurz vorm Kollabieren, bat sie darum, Vorhänge und Fenster zu öffnen. Leider war die Luft, die hernach aus Richtung des zugepflasterten Rathausplatzes in den Raum kroch, unmerklich kühler als die vorhandene.

Am Dienstagabend geht’s weiter

Aber bitte, ich will nicht klagen – wie gesagt: Ich liebe meinen Job. Was hoffentlich auch für die Lahrer Stadträte und Verwaltungsmitarbeiter gilt. Denn die haben sich am Dienstagabend schon wieder getroffen. Die sogenannte Lenkungsgruppe Haushaltsstruktur beriet über die Sparliste für 2027.

Ein ganz heißes Eisen – unabhängig von den tropischen Temperaturen in der Alten Luisenschule.

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