Schlechte Nachrichten vom Flugplatz
: Das Lahrer Gründerzentrum wird deutlich teurer als geplant

Gut eine Million Euro waren eingeplant, um dort ein Gebäude zur Heimat von Nachwuchsfirmen zu machen. Nun zeigt sich, dass diese Kostenprognose nicht zu halten ist. Das Rathaus sieht das Projekt nicht in Gefahr, das letzte Wort hat der Gemeinderat.
Von
Felix Bender
Lahr
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Im Gebäude B33 in der Rainer-Haungs-Straße 15 soll das Lahrer Start-up-Center entstehen.

Köhler

Gemeinsam mit eingesessenen hiesigen Unternehmen will die Stadt Lahr potenziellen neuen Sternen am Wirtschaftshorizont auf die Sprünge helfen – mit einem sogenannten Innovations- und Gründerzentrum. Ausgeguckt dafür hat man sich ein altes Gebäude auf dem Flugplatzgelände: Im „B33“ in der Rainer-Haungs-Straße sollen ab kommendem Herbst auf einer Fläche von 1500 Quadratmetern 13 Mieteinheiten entstehen, in denen Jungfirmen aus dem Industriebereich ihre Ideen in die Tat umsetzen können.

Vor drei Wochen ließ sich der Technische Ausschuss des Gemeinderats bei einem Vor-Ort-Termin das Konzept vorstellen. Demnach sind neben den eigentlichen, bis zu 140 Quadratmeter großen Arbeitsstätten unter anderem ein gemeinschaftlicher Kommunikationsbereich, eine Selbstversorgertheke, Lager-, Umkleide- und Besprechungsräume sowie Toiletten vorgesehen. Auch die Umgebung des Gebäudes gilt es aufzuwerten.

Indes, die Umsetzung läuft nicht ganz wie geplant. War schon beim Besuch der Stadträte zu hören, dass die ursprünglich avisierte Summe für die umfangreichen Maßnahmen nicht reichen könnte, räumt die Stadt auf Nachfrage nun ein: „Eine erste Kostenschätzung aus dem Jahr 2023 belief sich auf 1,1 Millionen Euro. Im Zuge des Ausbaus der Rainer-Haungs-Straße hat sich jedoch gezeigt, dass die Hausanschlüsse und die Leitungen im Gebäude erneuerungsbedürftig sind. Außerdem sind die Baupreise weiter gestiegen.“

Stadt nennt aktuell noch keine Summe

Nach Recherchen der unserer Redaktion stand intern zwischenzeitlich ein Betrag von rund zwei Millionen Euro im Raum. Die Stadt bestätigt diese Zahl nicht und will auch keine andere nennen: „Die konkreten Kosten werden derzeit vom Architekturbüro als Grundlage für den erforderlichen Gemeinderatsbeschluss ermittelt, stehen derzeit aber noch nicht fest.“ Die Stadträte hatten der Verwaltung grünes Licht für die Planung des Start-up-Centers gegeben, eine Betreibergesellschaft ist bereits gegründet (siehe Info). Wie das Gremium im Lichte der Teuerung auf das Vorhaben blickt, bleibt abzuwarten.

Das Rathaus jedenfalls macht sich keine Sorgen ums Monetäre – dank dem Zweckverband Industrie- und Gewerbepark (IGP), der mit seinen Flächen auf dem Flugplatz als „Geldgeber“ fungieren soll. Wie bereits kommuniziert gelte weiterhin: „Die Kosten für die Sanierung lassen sich gegenfinanzieren, indem städtische Erlöse aus dem Startklahr-Areal direkt vor Ort reinvestiert werden.“

Die Stadt will dafür die Gewinnausschüttung des Zweckverbands aus dem Jahresabschluss 2022 heranziehen. Ursprünglich seien hier nur Steuererlöse vorgesehen gewesen. Tatsächlich seien jedoch auch Grundstückserlöse hinzugekommen, „sodass ein deutlich höherer Betrag ausgeschüttet wurde als zunächst geplant“. Zudem, so die Verwaltung weiter, beabsichtige die IGZ GmbH, ihr Verwaltungsgebäude („A20“) von der Stadt zu kaufen.

Im laufenden Betrieb soll sich das auf den Namen „InnoLaB33“ getaufte Zentrum über Umsatzerlöse aus der Gründerförderung finanzieren. Daneben sind Mieterträge eingeplant, die anteilig an die Stadt als Gebäudeeigentümerin und die Betreibergesellschaft gehen. „Die Stadt profitiert also direkt von einem gut laufenden Start-up-Center“, heißt es aus dem Rathaus.

Trinkglas-Hersteller zeigt Interesse

Das Gründerzentrum soll im März 2026 fertig sein. Gibt es schon Mieter? Aktuell sind im „B33“ ein Tonstudio, eine Seifenmanufaktur und ein Start-up im Bereich E-Commerce untergebracht, lässt die Stadt wissen. Mit einem weiteren Interessenten liefen Gespräche: der Jungfirma Casa Vivida, die Trinkgläser mit 3D-Designs im Glasboden produziert und über ihren Online-Shop vertreibt.

Sie sind dabei

Das Innovations- und Gründerzentrum soll von der im vergangenen Jahr aus der Taufe gehobenen „Startklahr Innovationen GmbH“ betrieben werden. Diese wiederum wird getragen von der Stadt Lahr (Anteile für 154 000 Euro), dem Industrie- und Gewerbezentrum Raum Lahr (154 000 Euro) sowie den Firmen Schrempp EDV (50 000 Euro), Herrenknecht (50 000 Euro) und Blackvrst Equity (40 500) Euro.

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