Sänger feiern 175-Jähriges: Sunshine-Chor Münchweier begeistert beim Jubiläumskonzert mit alten Hits

Mit gelben Schals und gelben Hüten sorgte der Sunhine-Chor Münchweier für Unterhaltung.
ChorDer Sunshine-Chor Münchweier feierte sein 175-jähriges Gründungsjubiläum mit einem fulminanten Konzert in der Mehrzweckhalle. Als Mit-Akteure des Programms hatte er dazu auch die Freunde des Gemischten Chores Nordweil und der MGV Harmonie Ichenheim eingeladen.
Mit alten Hits aus der Schlager- und Musicalwelt führte sich der aktuell je zwölf Damen und Herren starke Münchweierer Chor ein, gleich zum Einstieg mit dem Popsong „Que sera sera“ – übrigens 1956 für einen Hitchcock-Kriminalfilm geschrieben. Wie gewohnt traten die Akteure unter ihrem Dirigenten Martin Herr als Markenzeichen komplett schwarzkostümiert mit gelben Schals und Hüten auf. Es folgten das nicht minder bekannte „Yellow Submarine“ der Beatles von 1969, das legendäre „Chim-Chim-Cheree“ aus dem Musical „Mary Poppins“ und schließlich das fröhliche Kinderlied „Wenn der Sommer kommt“.
Als nächstes begeisterte der Gemischte Chor Nordweil unter seiner Dirigentin Andrea Reinbold mit gleich 20 singstarken Damen und zwölf Herren. Einem munteren „For the longest time“ von Billy Yoel folgte das „Über sieben Brücken musst du gehen“ der einstigen DDR-Rockband Karat und schließlich ein „Rote Lippen soll man küssen“ als frühem Popsong der 1950er-Jahre.
Ichenheimer stehen mit 31 Herren auf der Bühne
Schließlich bevölkerte auch der Männergesangverein Harmonie Ichenheim als dritter Konzertprotagonist mit 31 Herren und seiner Dirigentin Sylvia Ruf die Bühne. Bemerkenswert kraftvoll und stimmstark empfahl er sich zum Einstieg mit einem „Vom See bis an des Maines Strand“ als alten badischen Sängergruß von 1891, dann dem „Zauber der Musik“ von Manfred Bühler und schließlich dem emotionalen „Cotton Fields back home“. Immer seltener findet man heute noch reine Männerchöre in derart großer kraftvoller Besetzung und – wie hier – mit einigen auch jüngeren Sängern.
Den zweiten Konzertteil eröffnete der Nordweierer Chor mit einem flotten „Drunken Sailor“ als echtem Seemansshanty, gefolgt von Kris Kristoffersons munteren Country-Ballade „Help me make it through the night“ und dem heimat-anrührenden „La Montanara“ als Lied der Berge. Da wurde dann angesichts der reifen Gesangsleistungen erfolgreich eine Zugabe gefordert: „Wie kann es sein“ der früheren deutschen Acapella-Popgruppe „Wise Guys“.
Sunshine-Chor liefert krönenden Abschluss
Auch die Ichenheimer Harmonie-Männer sorgten für weitere musikalische Glanzpunkte: Nämlich mit einem „Ich weiß, was dir fehlt“ nach Peter Alexander, Rolf Zuckowskis „Leben ist mehr“ und dem heiteren Operetten-Fliegermarsch von Hermann Dostal. Als Zugabe erklang schließlich die melancholische kroatische Liebeskummer-Weise Maja Mola. Und eine weitere Dreingabe kam prächtig an: Das weinselige „Aus der Traube in die Tonne“ von Kurt Lissmann.
Beim krönenden Abschluss des bunten und abwechslungsreichen Konzertes blieb auch der Sunshine-Chor weiterhin in bester Form. Er glänzte mit dem italienischen Schlager-Klassiker „Azurro“ zum Mitklatschen, dem locker swingenden „Mitternachtsblues“ aus dem Film „Immer wenn der Tag beginnt“ und schließlich der titelgebenden Melodie aus der einstigen Erfolg-Fernsehserie „Musik ist Trumpf“. Als Zugabe diente abschließend die chansonhafte „Kleine Kneipe“ von Peter Alexander. Nach verdientem Applaus und Vereinsdank für die am Abend statt Eintritt gesammelten Spenden zur Anschaffung eines neuen Defibrillators für die Halle stimmten die Ichenheimer „Blauhemden“ schließlich erfolgreich noch zum Mitsingen den frohen Sängermarsch aus vergangenen Zeiten an: „Lasst uns beim Wein fröhlich sein!“
Info – Chor ist seit 1851 aktiv
Vor Konzertbeginn hatte die Vorsitzende Sylvia Schumacher einen Überblick zu der langen Vereinsgeschichte gegeben. Schon 1851 war der damals erste reine Männergesangverein in Münchweier gegründet worden. Danach hatte er sich weit über ein Jahrhundert lang der Aufnahme von Sängerinnen widersetzt. 2012 wurde dann die neue Chorgemeinschaft mit den damaligen Sunshine-Singers gebildet. Zum stolzen Jubiläum gratulierten am Konzertabend auch Andreas König als Präsident des Ortenauer Chorverbandes und Armin Kopf als dessen Lahr-Ettenheimer Bezirksvorsitzender mit Urkunden und einem Gutschein. König freute sich, dass von einer früher mal erwogenen Auflösung längst keine Rede mehr sei und mittlerweile die Frauen sogar eine Chor-Mehrheit errungen hätten.