Rollschuhe im Trend: SV Solidarität freut sich in Lahr über jungen Zulauf

Die Lahrerin Elisaweta Hoppe zeigt auf ihren Rollschuhen viel Anmut.
Wolfgang Künstle- Rollschuhlaufen beim SV Solidarität zieht viele Kinder und Jugendliche an.
- Der Verein besteht seit bald 123 Jahren und bietet heute nur Rollkunstlauf an.
- Südbadische Meisterschaft in Lahr: rund 120 Teilnehmende aus mehreren Vereinen.
- Unter Leitung von Sonja Kucharzewski trainieren 40 bis 50 Jugendliche von fünf bis 27.
- Historie: einst auch Kunstrad, Motorsport und Volksradfahren – heute Fokus auf Rollkunstlauf.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Einmal im Jahr fällt die Aufmerksam der Lahrer auf den Sportverein Solidarität. Das ist immer Ende Januar der Fall, wenn die große Schaulauf-Revue in der Mehrzweckhalle im Bürgerpark präsentiert wird. Freitag- und Samstagabend ist die Halle dann für zwei Stunden voll besetzt und alle Kinder, Jugendlichen und Junggebliebenen der Solidarität schmeißen sich in Kostüme – teils sogar in mehrere – und zeigen pfiffige Choreographien zu bekannten Melodien. Die Zuschauer sind begeistert.
Diese Tage im Januar sind die Kür eines jeden Kalenderjahres des Vereins, der bereits vor ziemlich genau 123 Jahren, am 9. August 1903, als Radfahrverein gegründet wurde. Damit ist der Sportverein Solidarität ein Lahrer Traditionsverein, wie er im Buche steht und trotzdem lange nicht so im Blickpunkt wie die Vereine anderer Sportarten im Fußball oder Handball.
Im Sommer dominiert der Alltag bei den Rollschuhläufern. Einen Auszug dessen gab es am vergangenen Wochenende in der Mehrzweckhalle im Bürgerpark zu sehen. Da richtete der SV Solidarität die südbadische Meisterschaft im Rollkunstlauf aus. „Rollschuhlaufen ist wieder im Trend“, sagt Sonja Kucharzewski, Rollsportleiterin der Solidarität, nicht ohne Stolz.

Beim richten der Frisur für den großen Auftritt helfen sich die jungen Frauen gegenseitig.
Wolfgang KünstleZwischen 40 und 50 Jugendliche laufen und trainieren derzeit unter ihrer Leitung, wobei es keine eigene Gruppe für die Erwachsenen gibt. „So geht unsere Jugend derzeit von fünf bis 27“, sagt die 67-Jährige und lacht.
Oft sind bereits die Eltern der jungen Läufer engagierte Vereinsmitglieder gewesen oder sind es immer noch. Sonja Kucharzewskis Töchter Julia, Katja und Sofia waren ehemals wichtige Stützen des Vereins. Heute ist Julias Ehemann Patrick Findling Vereinsvorsitzender und auch Sofia ist nach wie vor mit dabei. Zwei Enkelinnen Kucharzewskis liefen am vergangenen Wochenende ebenfalls schon um Medaillen mit.
Doch es ist nicht nur die Familienbande, die dem Verein den Nachwuchs bringt. „Wir haben Kinder aus Rust, dem Schuttertal, auch aus Schwanau – eigentlich aus dem ganzen Altkreis Lahr“, sagt die Rollsportleiterin.
Deutsche Meisterschaften im Motorsport waren zwei Mal ein Höhepunkt
Der Trend spiegelt sich in den Teilnehmerzahlen der Meisterschaft wider. „Rund 120 Läuferinnen und Läufer haben sich angemeldet“, sagt Kucharzewski. Natürlich die Gastgeber, aber auch der Konstanzer Roll- und Eissportclub, die Freien Turner Freiburg, der RSV Weil, der Rollsportclub Ortenau und erstmals auch der RRV Heilsberg, einem Stadtteil von Gottmadingen, wo der Rollkunstlauf nach langer Pause reaktiviert wurde, haben Läufer zu den Meisterschaften entsandt. Die Zeiten, in der die Solidarität andere Sportarten anbot, sind leider vorbei. In den 50er-Jahren war Kunstradfahren mit dabei und sogar Motorsport stand in den 60er- und 70er-Jahren im Fokus der Vereinsarbeit, verbunden mit Verkehrserziehung, Geschicklichkeitsfahrten und Rallyes.
Höhepunkte waren die Ausrichtung der deutschen Meisterschaften 1964 auf der Stadtparkwiese und 1971 auf dem Bahnhofplatz.
Eine erfolgreiche Zeit der Solidarität stellte das Volksradfahren und -wandern in den 70-er und 80er-Jahren dar. Nach dem Abzug der wanderfreudigen Kanadier erlosch jedoch das Interesse und die Veranstaltungen wurden eingestellt.
Die Rollkunstlaufabteilung wurde 1960 gegründet und 1970 wurde die erste Rollschuhbahn eingeweiht. Kurz danach wurden Bundesmeisterschaften in Lahr veranstaltet. Nachdem das 1996 neu gegründete Inline-Skater-Hockey schon bald wieder eingestampft werden musste, konzentriert sich der Verein in jüngster Zeit auf den Rollkunstlauf.
Jahrelang war die Solidarität in der Großmarkthalle zu Hause. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge folgte der Umzug nach der Landesgartenschau in die Mehrzweckhalle im Bürgerpark. „Der Boden ist ideal für unsere Zwecke“, sagt Kucharzewski. „Doch das Ambiente in der Großmarkthalle war einzigartig.“