Recht auf Ganztagsbetreuung: Grundschule in Seelbach braucht mehr Betreuer

Schüler genießen ihre Pause auf dem Schulhof der Seelbacher Grundschule am letzten regulären Schultag vor den Ferien.
BaubliesDer Rat hat beschlossen, den Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung an Grundschulen durch eine Erweiterung des bestehenden kommunalen Betreuungsangebots zu erfüllen. Zu hören war im Rat, dass, so wie die derzeitige Betreuung der Grundschüler im Geroldsecker Bildungszentrum aufgestellt ist, der Rechtsanspruch bereits weitgehend erfüllt wird. Hauptamtsleiterin Amelie Rosewich und Ellen Janka, die Leiterin des Angebots in der Grundschule, stellten vor, was es bereits gibt – und was sich noch ändern wird. Einig waren sich alle vier Fraktionen dass es zu diesem Angebot keine Alternative gibt.
In Zukunft soll nun etwa das Angebot Betreuung in den Ferien ausgeweitet werden. Die erfreuliche Nachricht ist, dass die Schülerzahlen nach derzeitigen Prognosen bis 2029 konstant bleiben werden. Daraus lässt sich – aufgrund des bisherigen Bedarfs in der Betreuung – errechnen, dass auch die Nachfrage vonseiten der Eltern und der Schüler aufgrund des Rechtsanspruchs nicht wesentlich ansteigen wird.
Ab kommendem Sommer soll die Grundschule umgebaut werden
Da aber die Zahl der Schließtage ab dem übernächsten Schuljahr von 30 auf 20 sinkt, wird es mehr Bedarf an Betreuern geben. Janka schätzte auf Nachfrage, dass dafür drei halbe Stellen zusätzlich notwendig sein werden. Derzeit sind etwa 100 Kinder in der Betreuung während der Schulzeit. In den Ferien sind es in der Regel 40 bis 45, die unterschiedliche Angebote nutzen.
So gut und umfangreich, wie die Betreuung derzeit organisiert ist, sollte der Rechtsanspruch für alle vier Klassen mit Beginn des Schuljahres 2026/27 angeboten werden. Janka ergänzte aber, dass ab Sommer 2026 der Umbau der Grundschule geplant ist. Diese „Herausforderung“ müsse einkalkuliert werden.
In der Fraktionsrunde gab es einhellige Zustimmung. Albert Himmelsbach (Vorsitzender der Freien Bürgerliste) stellte die rhetorische Frage: „Haben wir überhaupt eine Wahl?“ Er gab hier allerdings zu bedenken, dass die ansteigenden Aufgaben auch ein Umdenken bei der Kreisverwaltung im Hinblick auf Zuschüsse notwendig mache. Die Finanzierung der Betreuung außerhalb des Unterrichts sei Sache der Gemeinde – oder eines freien Trägers: „Wenn es nicht mehr Geld gibt, wo können wir sparen?“
Wolfgang Himmelsbach (Vorsitzender der SPD) drückte das so aus: „Wir müssen in den Apfel beißen“. Sauer sei dieser aber nicht. „Bildung ist alles.“ Daher seien der Umbau der Grundschule und der erweiterte Anspruch unumgänglich. Vonseiten der Fraktionen der CDU und der Grünen kamen im Gremium fast identische Signale. Die Abstimmung des Grundsatzbeschlusses verlief einstimmig.
Das aktuelle Betreuungsangebot in der Grundschule
Derzeit gibt es verschiedene Modelle in der Grundschule des Geroldsecker Bildungszentrums in Seelbach. Eine Vormittagsbetreuung gibt’s jeweils eine Stunde vor Unterrichtsbeginn ab 7.15 Uhr sowie nach Schulschluss bis 13 Uhr. Dieses Angebot kann durch das Mittagessen bis 14 Uhr erweitert werden. Die Nachmittagsbetreuung (ohne Mittagessen) dauert derweil von 14 bis 16.30 Uhr. Diese Zeit wird auch für die Hausaufgaben verwendet. Die Ganztagsbetreuung dauert von 7.15 bis 16.30 Uhr. Daran wird auch der neue Rechtsanspruch ab 2026/27 wenig ändern.