Rathauschefs zeigen klare Kante: Bürgermeister der südlichen Ortenau machen sich für Kreisstraße stark

Die neue Kreisstraße soll den Verkehr auf der B3 entlasten.
Bender- Bürgermeister in südlicher Ortenau bekennen sich zur geplanten B3-Umfahrung.
- Ettenheim, Mahlberg, Kappel-Grafenhausen, Kippenheim, Ringsheim und Rust halten an Variante zwei fest.
- Lahrer Fraktionen regten eine Überprüfung an, doch die Gemeinderatsbeschlüsse der Partner gelten.
- Variante fünf bis Kippenheim lehnen die Rathauschefs ab – klare Beschlusslage bleibt bestehen.
- Projekt ist im Landesförderprogramm mit 75 Prozent Quote und soll Ortsdurchfahrten entlasten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es ist ein Schreiben, das in der gesamten südlichen Ortenau für Diskussionen gesorgt hat: Vor rund zwei Wochen forderten die Lahrer Gemeinderatsfraktionen CDU, SPD und Grüne, die geplante B3-Umfahrung zu überdenken (wir berichteten). Als Hauptargument wird die finanzielle Krise genannt, in der sich Kreis und Kommunen befinden würden. Die Überlegungen aus Lahr, aus dem Projekt auszusteigen, stoßen jedoch auf Gegenwind. Das wird in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Bürgermeister der Städte Ettenheim und Mahlberg sowie der Gemeinden Kappel-Grafenhausen, Kippenheim, Ringsheim und Rust deutlich: Sie alle bekräftigen ihre Unterstützung für den Bau der neuen Kreisstraße zwischen Ringsheim und Lahr (Variante zwei). Aus ihrer Sicht besitzt das Vorhaben unverändert eine hohe verkehrliche und strukturelle Bedeutung für die Entwicklung der gesamten südlichen Ortenau, ist darin zu lesen.
Die Bürgermeister kommentieren die laufenden Diskussionen und Entscheidungsprozesse innerhalb des Lahrer Gemeinderates nicht. Sie möchten jedoch klarstellen, dass die in einzelnen öffentlichen Äußerungen entstandene Darstellung, auch die südlichen Kommunen hätten ihre Unterstützung für das Projekt in Frage gestellt, nicht den Tatsachen entspricht. Die Gemeinderatsbeschlüsse in den beteiligten Kommunen gelten unverändert, heißt es weiter.
Rathauschefs lehnen die fünfte Variante entschieden ab
Ettenheims Bürgermeister Bruno Metz und Bürgermeister Philipp Klotz aus Kappel-Grafenhausen erklären: „Die neue Kreisstraße ist ein wichtiger Bestandteil einer zukunftsfähigen Verkehrsinfrastruktur für unsere Region. Deshalb halten wir an unserer Gemeinderatsbeschlüssen fest.“ Ihr Amtskollege Pascal Weber aus Ringsheim stimmt dem zu und ergänzt: „Die Beschlusslage in Ringsheim hat sich nicht geändert. Wir stehen weiterhin zu dem gemeinsam vereinbarten Regions Projekt, obwohl wir ja schon eine Ortsumgehung haben.“
Mahlbergs Bürgermeister Dietmar Benz betont: „Wir haben das Projekt von Beginn an unterstützt und gleichzeitig unsere berechtigten Anforderungen an die Planung und Umsetzung formuliert. Dazu gehört der Blick auf Mehrbelastungen im Mahlberger Schmiedeweg. Die Stadt steht zum Projekt, lehnt gleichzeitig die wieder ins Spiel gebrachte verkürzte Variante fünf (nur bis zum Gewerbegebiet Kippenheim) weiterhin ab. Auch hier gibt es einen klaren Beschluss.“
Matthias Gutbrod aus Kippenheim berichtet von vielen überraschten und frustrierten Anrufen von Bürgern in seinem Rathaus und stell fest: „Die Ortsdurchfahrt Kippenheim gehört zu den am stärksten belasteten Straßenabschnitten in der südlichen Ortenau. Eine spürbare Entlastung bleibt für viele Bürgerinnen und Bürger von großer Bedeutung.“
Die regionale Dimension unterstreicht nochmal Bürgermeister Kai-Achim Klare aus Rust: „Die neue Kreisstraße ist ein Infrastrukturprojekt für die gesamte südliche Ortenau. Sie verbessert die Erreichbarkeit von Wohn-, Arbeits- und Gewerbestandorten, entlastet Ortsdurchfahrten und stärkt die Leistungsfähigkeit unseres regionalen Verkehrsnetzes.“
Bürgermeister betonen, dass das Projekt gefördert wird
Die Bürgermeister weisen darauf hin, dass die Bedeutung des Projekts auch durch das Land Baden-Württemberg unterstrichen wird. Der Neubau der Kreisstraße wurde in das Landesförderprogramm aufgenommen und erhält aufgrund seiner flächenschonenden und naturangepassten Planung sowie des erreichten Klimabonus eine Förderquote von 75 Prozent, wobei einzelne Streckenteile, wie im Mahlberger Gewerbegebiet im weiteren Planungsprozess weiter betrachtet werden müssen. Darüber hinaus gewinnt die Straßenverbindung mit Blick auf die bevorstehenden Großprojekte der Verkehrsinfrastruktur weiter an Bedeutung, heißt es weiter.
„Der Aus- und Neubau der Rheintalbahn sowie die neue Güterzugstrecke entlang der Autobahn A5 werden die Region über viele Jahre hinweg begleiten und das bestehende Verkehrsnetz erheblich beanspruchen. Gerade in dieser Zeit sind leistungsfähige Straßenverbindungen wichtig, um die Erreichbarkeit der Kommunen, der Gewerbegebiete, des neuen Ortenau-Klinikums sowie der touristischen Ziele in der südlichen Ortenau zuverlässig sicherzustellen“, betonen die Bürgermeister. Sie sind sich einig, dass die neue Kreisstraße ein wichtiger Baustein für eine leistungsfähige Infrastruktur in der südlichen Ortenau bleibe. Sie diene der Entlastung der Ortslagen, verbessere die Erreichbarkeit zentraler Einrichtungen, insbesondere der geplanten neuen Klinik in Lahr, und stärke die Zukunftsfähigkeit des Wirtschafts- und Tourismusstandorts.