Projekt für mehr Verständnis: Integration ist keine Einbahnstraße

Stehen unter anderem als Sprachpartner zur Verfügung (von links): Pinar und Muhammet Ertekin, Kadir Genis, Hatice und Yunus Elmas mit Sohn Jonas.
Freundeskreis Flüchtlinge- Workshop in Lahr: Deutsche erleben den Alltag als Zugewanderte mit türkischen Sprachpartnern.
- Start am Samstag, 10. Oktober, 11–12.30 Uhr im Interkulturellen Garten, Römerstraße.
- Drei Wochen Tandemtreffen üben Redewendungen, Formulare und typische Alltagssituationen.
- Abschluss am Samstag, 7. November, mit Aufgaben auf Türkisch – Hilfsmittel sind erlaubt.
- Ziel ist mehr Empathie und Verständnis, Anmeldung bis Freitag, 2. Oktober, gratis.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Rollentausch: „Deutsche als Geflüchtete – Türken als Flüchtlingshelfer“. Das ist der Titel eines ungewöhnlichen Workshops des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr für die Interkulturellen Tage von Freitag, 2. Oktober, bis Samstag, 14. November.
Wie fühlt es sich an, in einem Land zu leben, dessen Sprache man kaum beherrscht? Wie schwierig kann ein Arzttermin werden, wenn die richtigen Worte fehlen? Und wie fühlt es sich an, eine Wohnung zu besichtigen oder ein Gespräch mit einer Behörde zu führen, wenn man sprachlich unsicher ist?
Diesen Fragen geht der Workshop nach. Im Rahmen der Interkulturellen Tage lädt der Freundeskreis dazu ein, für einige Zeit bewusst die Perspektive von Zugewanderten einzunehmen. Dabei stehen den deutschen Teilnehmern türkische Sprachpartner zur Seite.
Konzipiert worden ist der Workshop von Yunus Elmas, der selbst eine Migrationserfahrung hat. Für ihn ist Integration keine Einbahnstraße. „Sie gelingt nicht allein dadurch, dass Zugewanderte die deutsche Sprache lernen und sich um Kontakte bemühen.“
Auch die Aufnahmegesellschaft müsse bereit sein, sich zu öffnen und auf Menschen mit anderer Herkunft zuzugehen“, sagt Elmas. Aus dieser Überzeugung entstand die Idee, einmal die Rollen im Rahmen eines Workshops zu vertauschen.
Es werden deutsch-türkische Sprachtandems gebildet
Der beginnt am Samstag, 10. Oktober. Von 11 bis 12.30 Uhr treffen sich die Teilnehmer im Interkulturellen Garten, Römerstraße. Dort werden die deutsch-türkischen Sprachtandems gebildet und in das Projekt eingeführt. In den folgenden drei Wochen treffen sich die Tandems ganz individuell. Gemeinsam werden türkische Redewendungen und typische Alltagssituationen geübt, Formulare und Dokumente besprochen und mögliche Missverständnisse thematisiert. Diese Treffen dauern jeweils rund 90 Minuten und finden einmal pro Woche statt.
Am Samstag, 7. November, ebenfalls von 11 bis 12.30 Uhr, folgt die eigentliche Herausforderung, dann wieder zum Abschluss im Interkulturellen Garten: Die Teilnehmenden sollen dann eine Alltagssituation in türkischer Sprache bewältigen – etwa einen Arzttermin vereinbaren, eine Mietwohnung besichtigen, ein Kind in der Schule anmelden oder ein Gespräch mit einer Behörde führen. Wörterbuch, Übersetzungs-App und eigene Notizen sind dabei ausdrücklich erlaubt.
Dabei geht es nicht darum, perfekt Türkisch zu sprechen. Entscheidend ist die persönliche Erfahrung: Wie fühlt es sich an, wenn man sich in einer fremden Sprache zurechtfinden muss? Wo entstehen Unsicherheit und Frustration? Und was hilft, trotzdem weiterzukommen?
„Integration versteht man nicht allein durch Informationen. Man versteht sie besser, wenn man selbst erlebt, wie es ist, sich in einer fremden Sprache zurechtfinden zu müssen“, lautet der Leitgedanke des Projekts. Der Workshop soll nach dem Wunsch von Yunus Elmas zudem Empathie fördern, Vorurteile abbauen, interkulturelles Verständnis stärken und persönliche Begegnungen ermöglichen. Die Erfahrungen des Rollentauschs sollen bei diesem letzten Treffen gemeinsam ausgewertet werden.
Anmeldungen
Die Teilnahme ist gratis. Eine Anmeldung bis Freitag, 2. Oktober, ist erforderlich bei Klaus Schweizer, E-Mail: schweizerkls@gmail.com, WhatsApp: 0176 / 5187 2643. Ausführlichere Infos unter www.freundeskreis-flüchtlinge-lahr.de
