Probleme durch parkende Autos: Lahrer Anwohner beklagen schlechte Einsicht an Einmündung zwischen Vogtsvorstadt und Gärtnerstraße

Die beiden Anwohner sehen an dieser Einmündung eine Gefahrenquelle.
Dahms- Zwei Anwohner kritisieren die Einmündung Vogtsvorstadt/Gärtnerstraße als unübersichtlich.
- Parkende Autos und ein Baum schränken die Sicht ein – Radfahrer seien spät erkennbar.
- Die Stadt lehnt einen Verkehrsspiegel ab, da er Witterungsrisiken birgt und haftungsrelevant ist.
- Prüfung mit Polizei ergab keine gefährliche Lage; Handlungsbedarf sieht die Stadt nicht.
- Tempo 30 ist für die Gärtnerstraße dieses Jahr geplant – laut Anwohnern löst das das Problem nicht.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Alle paar Meter ziert ein Baum die Lahrer Gärtnerstraße, auf der aktuell noch Tempo 50 herrscht. Wer aus der Seitenstraße Vogtsvorstadt darauf auffahren möchte, muss besonders vorsichtig sein – dieser Ansicht sind zumindest die Anwohner Lea Reinbold und Vincenzo Spitale. Wegen der schlechten Sicht beim Auffahren durch Parkplätze hatte Reinbold im Jahr 2021 bereits bei der Stadt nachgefragt, nun ging sie dem Thema erneut nach.
„Wir wohnen seit fünf Jahren hier, in unserer Nachbarschaft ist das ein Dauerthema“, erklärt Reinbold im Gespräch. „Wenn Autos an der Seite parken, sieht man schlecht – bei Sprintern sieht man überhaupt nichts mehr.“
Tempo 30 soll schon in diesem Jahr kommen
Durch die hinter einem Baum parkenden Autos sei die Sicht enorm eingeschränkt, insbesondere Radfahrer könne man dadurch erst sehr spät sehen.
Vor fünf Jahren habe Reinbold nach eigenen Angaben bereits bei der Stadt nachgefragt und auf die Situation aufmerksam gemacht. „Damals sagte man mir, wir sollten uns beim Rausfahren langsam vortasten. Das bringt aber nichts, wenn man wirklich gar nichts sieht“, so die Anwohnerin.
Auf ihre erneute Nachfrage Ende Mai diesen Jahres habe die Verwaltung erklärt, dass noch in diesem Jahr eine Geschwindigkeitsanpassung auf Tempo 30 in der Gärtnerstraße geplant sei. Dies sei laut Reinbold zwar erfreulich, löse das Problem aber nicht: „Wenn ich einen Radfahrer nicht sehen kann, ist es völlig egal, ob auf dieser Straße 50 oder 30 gefahren wird“.
Als alternative Lösung haben die beiden Anwohner der Stadt vorgeschlagen, einen Verkehrsspiegel am gegenüberliegenden Baum anzubringen. „Dann hätte man einen besseren Blick auf die Straße und würde niemanden mehr übersehen“, findet Spitale. „Wir können nicht verstehen, warum das nicht passiert ist.“
Prüfung ergab keine gefährliche Verkehrslage
Auf Anfrage unserer Redaktion erklärt die Stadt, dass ein Verkehrsspiegel grundsätzlich keine optimale Lösung sei. Witterungsbedingungen seien nicht durch alle Verkehrsteilnehmer abschätzbar und könnten so für Gefahren sorgen. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Stadt bei Unfällen im Zusammenhang mit einem Verkehrsspiegel haftet. Aus diesem Grund werden Verkehrsspiegel sehr restriktiv gesehen und alternative Maßnahmen bevorzugt“, heißt es.
Die Einmündung zwischen Gärtnerstraße und Vogtsvorstadt stelle grundsätzlich keine höhere Gefahr dar als andere Straßen. „Der Einmündungsbereich wurde in Abstimmung zwischen der Straßenverkehrsbehörde mit dem Polizeipräsidium Offenburg und der Abteilung Mobilität und Verkehr umfassend geprüft. Es wurde keine gefährliche Verkehrssituation festgestellt und auch keine Notwendigkeit für ein Handeln gesehen“, teilt die Stadt mit.
Die Reduzierung auf Tempo 30 im Zuge des Lärmaktionsplans in einigen Straßen habe aber auch positive Auswirkungen auf den Verkehr – in der Goethestraße sei dadurch eine Unfallhäufungsstelle im Einfahrtsbereich der Eichrodtstraße bereits erfolgreich entschärft worden.
„Wir würden uns einfach wünschen, dass sich hier etwas verändert, bevor etwas Schlimmeres passiert“, betont Reinbold im Gespräch mit unserer Redaktion. „Es sollte nicht erst jemand im Krankenhaus landen, damit erkannt wird, dass diese Stelle hier gefährlich ist. Wir Anwohner hoffen, dass es bald eine Lösung gibt.“
Der Lärmaktionsplan
Um die Lautstärkebelastung für Anwohner zu reduzieren, hat die Stadt für zahlreiche Straßen eine Analyse der Lärmverteilung erstellt. Insbesondere die B 415 und die B 3 stehen im Mittelpunkt. Die Ergebnisse können auf der Webseite der Stadt Lahr eingesehen werden.
