Premiere von „Rise up and Dance“ in Lahr
: „Hier dürfen Menschen einfach sein“

Ein Abend ohne Leistungsdruck, dafür mit Musik, Bewegung und Raum für Gefühle: Bei der Premiere von „Rise up & Dance“ im Sunset Beach Club am Lahrer Flugplatz erlebten 44 Teilnehmer, wie Tanz und Achtsamkeit Menschen verbinden können
Von
Saskia Hug
Lahr
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Frau meditiert

Barfuß im Sand, begleitet von Musik: Mit „Rise up and Dance“ haben fünf Frauen in Lahr einen Ort geschaffen, an dem für drei Stunden das eigene Sein und Erleben im Mittelpunkt steht.

Kingley
  • Premiere von „Rise up & Dance“ im Sunset Beach Club in Lahr mit 49 Teilnehmern.
  • Konzept: freier Tanz ohne Choreografie, ergänzt durch Meditation und Achtsamkeit.
  • Einstieg mit Somatic Shaking, das Anspannung lösen und Stress abbauen soll.
  • Fünf Initiatorinnen entwickelten das Format, Ziel ist ein wertungsfreier Raum.
  • Planung: alle sechs bis acht Wochen an wechselnden Orten in der Region.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Musik wird lauter. Über dem Sunset Beach Club färbt sich der Himmel langsam orange, unter den nackten Füßen knirscht warmer Sand. Einige schließen die Augen, andere lächeln einander zu. Niemand beobachtet den anderen, niemand bewertet. 49 Menschen lassen für einen Abend den Alltag los – und tauchen ein in eine Welt aus Tanz, Stille und Begegnung.

An diesem Tag herrschen hochsommerliche 30 Grad. Vom Parkplatz eilen die Teilnehmer zum Eingang des Sunset Beach Clubs. Viele kommen direkt von der Arbeit, manche noch mit den Gedanken bei Terminen, Verpflichtungen oder dem Familienalltag.

Begrüßt werden sie von den fünf Frauen, die „Rise up & Dance“ ins Leben gerufen haben. Was sie erwartet, wissen die wenigsten. Der Abend beginnt nicht mit Musik zum Tanzen, sondern mit einer Schüttelmeditation.

Die Teilnehmer – 43 Frauen und ein Mann – stehen mit geschlossenen Augen im Sand. Arme, Beine und Schultern kommen langsam in Bewegung. Das sogenannte Somatic Shaking soll Anspannung lösen, Stress abbauen und das Nervensystem beruhigen. Nach und nach verändert sich die Atmosphäre. Aus anfänglicher Zurückhaltung entsteht Leichtigkeit.

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Durch Somatic Shaking wird Stress abgebaut

Initiatorin des Projekts ist Katharina Geiger aus Kappel-Grafenhausen. Gemeinsam mit Katharina Wiechers, Martina Bausch, Alexandra Herr und Lena Marie Dutzi hat sie das Konzept entwickelt. Kennengelernt haben sich die Frauen über Yoga- und Meditationskurse. „Ich wollte einen Raum schaffen, in dem Menschen einfach sein dürfen – mit allem, was gerade in ihnen ist“, sagt Geiger im Gespräch mit unserer Redaktion.

In einer Zeit, in der viele ständig funktionieren müssten, solle dieser Abend ein Gegenpol sein – ein Ort, an dem niemand etwas leisten muss. Dann wird die Musik kraftvoller. Der eigentliche Tanz beginnt. Eine Choreografie gibt es nicht, auch keine Anleitung. Jeder bewegt sich so, wie es sich in diesem Moment richtig anfühlt. Manche tanzen ausgelassen, andere fast regungslos. Einige drehen sich lachend im Kreis, andere stehen mit geschlossenen Augen still und lassen die Musik durch ihren Körper fließen. Es entsteht kein perfektes Tanzbild – sondern etwas Echtes.

Sunset Beach

Der Sunset Beach Club verwandelte sich an diesem Abend zu einem Ort der Stille und Begegnung.

Saskia Hug

Die Idee zu diesem Abend entstand vor rund einem halben Jahr. Katharina Geiger sprach Katharina Wiechers an und fragte, ob sie sich vorstellen könne, mitzuwirken. Die Antwort kam sofort. „Ich habe ohne eine Sekunde zu zögern Ja gesagt. Ich fand die Idee einfach großartig“, erzählt Wiechers. Geiger stellte sich ein Team aus fünf Frauen vor. Auch die weiteren Mitstreiterinnen waren schnell gefunden. Jede brachte ihre eigenen Fähigkeiten ein, gemeinsam entstand Schritt für Schritt das Konzept.

„Wir waren überwältigt von der Stimmung“

Ganz ohne Zweifel verlief die Vorbereitung jedoch nicht. „Natürlich haben wir uns gefragt, ob das, was wir gemeinsam entwickelt und visioniert haben, an diesem Abend wirklich spürbar werden würde“, sagt Geiger. Die Antwort erhielten sie bereits während der Premiere. „Der Abend hat alle meine Erwartungen übertroffen“, sagen die Initiatorinnen einstimmig. „Wir waren überwältigt von der Stimmung und der Energie, die durch all die wundervollen Menschen entstanden ist. Wir sind noch immer beseelt, glücklich und dankbar.“

Geiger ringt beinahe nach Worten. „Was entstanden ist, lässt sich kaum beschreiben. Der Abend war unglaublich, magisch und vor allem echt. Es war tief berührend zu erleben, mit wie viel Offenheit und Vertrauen sich die Menschen auf Bewegung, Stille und Begegnung eingelassen haben.“ Eine Verbindung sei entstanden, die weit über diesen Abend hinausreiche und bis heute nachwirke – bei den fünf Veranstalterinnen ebenso wie bei vielen Teilnehmern.

Fünf Frauen

Martina Bausch, Alexandra Herr, Lena Marie Dutzi, Katharina Geiger und Katharina Wiechers sind die Initiatorinnen.

Kingley

Nach dem Tanzen wird es still. Beim Journaling schreiben alle ihre Gedanken und Gefühle auf. Manche füllen ein Blatt mit Fragen aus, andere halten nur einzelne Worte fest. Wer möchte, tauscht sich anschließend aus. Wer lieber schweigt, darf einfach bei sich bleiben. „Es war eine wundervolle neue Erfahrung“, sagt Teilnehmerin Sarah Bonomo. „So einen Abend habe ich noch nie erlebt. Ich fühlte mich abgeholt und durfte einfach ich selbst sein.“

Für die fünf Veranstalterinnen ist die Premiere erst der Anfang. Künftig soll „Rise up & Dance“ alle sechs bis acht Wochen an wechselnden Orten stattfinden – im Ortenaukreis, in Freiburg, Emmendingen oder Villingen-Schwenningen. Die Vision ist groß, der erste Schritt gelungen. Als die Musik verklungen ist und die letzten Teilnehmer den Sand von ihren Füßen klopfen, bleibt etwas zurück, das sich nur schwer beschreiben lässt: das Gefühl, für ein paar Stunden ganz im Moment gewesen zu sein.

Conscious Dance

Conscious Dance (bewusster Tanz) ist eine Form der freien Bewegung, bei der es weder um Schritte noch um Leistung geht. Die Teilnehmer tanzen ohne Choreografie und folgen ihrem eigenen Körpergefühl. Häufig werden die Veranstaltungen durch Meditation, Atemübungen oder Achtsamkeitselemente ergänzt. Ziel ist es, Stress abzubauen, Emotionen wahrzunehmen und den Moment bewusst zu erleben. Das Konzept hat seinen Ursprung in den USA und verbreitet sich seit einigen Jahren auch in Deutschland.