Plakative Aktion in der Innenstadt: 16 Künstler zeigen in Lahr drei Wochen lang 16 Grundrechte

16 Künstler haben sich kreative Abbildungen der Grundrechte überlegt.
Baublies- In Lahr zeigen 16 Künstler drei Wochen lang 16 Grundrechte an Stelen in der Innenstadt.
- Initiator ist Michael Paul, umgesetzt mit dem Verein „L’Art pour Lahr“ und der Stadt.
- Start ist am Samstag, 25. Juli: Auftakt in der Galerie, danach erste von fünf Führungen.
- Eine Stele bietet die Übersicht, die übrigen zeigen ausgewählte Grundrechte mit Kunstwerken.
- Führungen dauern etwa 90 Minuten – Interaktionen sind geplant, Treffpunkt Obertorstraße 4.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Von der Meinungsfreiheit bis zum Briefgeheimnis, vom Recht auf körperliche Unversehrtheit bis zur freien Wissenschaft: Wer in den kommenden Wochen durch die Lahrer Innenstadt streift, kann sozusagen auf Grundrechte-Safari gehen. An 16 Stelen, die sonst Kulturveranstaltungen ankündigen, prangen Kunstwerke, die den Menschen die wichtigsten Artikel unserer Verfassung näherbringen wollen.
Initiator der plakativen Aktion ist Michael Paul. Der Lahrer Autor, der sich mit historischen Romanen, die oft den Nationalsozialismus thematisieren, einen Namen gemacht hat, hatte sich vorgenommen, ein Zeichen für Demokratie zu setzen. „Eigentlich hatte ich eine andere Idee“, erzählt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Ihm waren die Lahrer Kreisverkehre mit ihren Kunstwerken ins Auge gefallen. „Eine große Präsentationsfläche mit Artikel eins des Grundgesetzes, das hätte was“, schildert er seinen Gedanken. Ein Anruf bei der Stadt zog jedoch eine Absage nach sich. Die Straßenverkehrsordnung erlaube keine solche Ablenkungsgefahr, hieß es.
Doch Pauls Idee fand Anklang im Rathaus. Kulturamtsleiter Tobias Meinen sei auf ihn zugekommen. „Ihr könnt die Stelen haben, die brauchen wir im Sommer nicht“, habe er gesagt. Das Konzept war geboren.
„L'Art pour Lahr“ hat bereits Erfahrung mit Grundrechten
Nun brauchte Paul natürlich noch kreative Köpfe, die die Grundgesetz-Artikel lebendig werden lassen. Denn „nur Text ist langweilig“, befindet er – eine ungewöhnliche Aussage für einen Schriftsteller. Fündig wurde er beim Kunstverein „L’Art pour Lahr“. Die Künstler hatten bereits Erfahrung mit dem Thema Grundrechte, erzählt Pressewartin Birgit Weber. Bei der „Woche der Demokratie“ 2025 habe man sich bereits mit den ersten Artikeln des Grundgesetzes beschäftigt. „Es hat sich gut gefunden“, meint Weber, und Vorstandskollegin Gabi Rauch ergänzt: „Das Projekt hat eine Eigendynamik entwickelt.“
Bereits Ende Juli im vergangenen Jahr, berichtet sie weiter, habe man sich getroffen. Das Projekt ist seit einem knappen Jahr in der Vorbereitung – und wurde über die Zeit immer weiter verfeinert. Am Anfang habe die Stadt lediglich zehn Stelen angeboten. Doch es hätten mehr Künstler Interesse gezeigt. Als man sich bei der Stadt erkundigte, ob es in der Innenstadt Platz für noch mehr Grundrechte gebe, habe diese weitere Stelen zur Verfügung gestellt. Die gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung lobt Paul ausdrücklich. Auch die VHS habe man als Partner gewinnen können, die die kommenden Führungen auf ihren Kanälen bewirbt.
16 Künstler sind es nun, die 16 Grundrechte an 17 Stelen zeigen. Eine, die vor dem Alten Rathaus, ist für die Gesamtübersicht reserviert. Doch wie wurden die Grundrechte unter den Künstlern aufgeteilt? Wollte sich nicht am liebsten jeder Artikel eins schnappen? „Jeder konnte drei Wünsche äußern“, erklärt Felix Grundhöfer, einer der Zeichner und ebenfalls Vorstandsmitglied im Verein. „Es haben auch alle einen davon bekommen“, zeigt er sich mit dem Ergebnis zufrieden. Er selbst hat sich Artikel 13 (Unverletzlichkeit der Wohnung) geschnappt und dazu, so viel sei schon einmal verraten, eine Schnecke mit einer Burg auf ihrem Haus gezeichnet.

Das Orga-Team mit Michael Paul und Birgit Weber (hinten) sowie Gabriele Rauch und Felix Grundhöfer
Baublies„Wir wollen das Thema Grundrechte sichtbarer machen“, erklärt Grundhöfer die Motivation der Künstler. „Nur die wenigsten wissen, was im Grundgesetz alles steckt.“ Seine Kreation ist in der Kaiserstraße zu sehen. Welches Grundrecht an welcher Stele prangen wird, wurde ausgelost. Die Plakate gehen am Dienstag ans Kulturamt, anschließend wird sie der BGL platzieren.
Initiator übernimmt die erste Führung
Offizieller Startschuss der Aktion ist am Samstag, 25. Juli. Initiator Michael Paul selbst ist es, der die erste von fünf Führungen (siehe Info) anbietet. Start und Ende ist die Galerie des Vereins in der Obertorstraße 4. Zuvor, ab 10.30 Uhr, wird es eine Begrüßung geben, im Anschluss an die Führung eine Erfrischung. Die Touren durch die Stadt sind auf etwa 90 Minuten ausgelegt, an jeder Stele soll verlesen werden, was der jeweilige Künstler mit seinem Werk ausdrücken wollte. Auch Interaktionen mit den Zuhörern sind geplant und gewünscht, so Paul.
Rauch wünscht sich, dass die Führungen auch reguläre Passanten in der Innenstadt neugierig machen. Wenn sie auf eine Menschentraube aufmerksam würden, schauten sie sich vielleicht hinterher an, was der Grund dafür gewesen sei. „So erreichen wir manche Menschen, die wir sonst nicht erreichen würden“, hofft Rauch. Paul ergänzt: „Es ist ein passives Angebot mit einem optischen Reiz. Die Grundidee aus den Kreisverkehren ist damit geblieben“, freut er sich schon auf den Start der Aktion, die bis Mitte August läuft und in eine Ausstellung übergeht.
„Unser Grundgesetz ist eine der besten Verfassungen der Welt. Es ist eines der besten Bücher, die je geschrieben wurden“, sagt der Schriftsteller. „Grundrechte an Stelen“ soll nun allen Lahrern und Besuchern zeigen, wie vielseitig das Grundgesetz ist und wie Demokratie und Freiheit in Deutschland gewährleistet werden.
Die Führungen
Auftakt der Aktion mit anschließender Führung ist am Samstag, 25. Juli, um 10.30 Uhr in der Galerie. Weitere Führungen sind am Donnerstag, 30. Juli, ab 17 Uhr sowie an den folgenden Samstagen (1., 8. und 15. August) jeweils ab 11 Uhr. Unsere Redaktion wird in den kommenden Wochen alle Künstler und ihre Werke vorstellen.
