Pia Böhmer im Interview: Diese Ziele hat Ettenheims neue Klimaschutzbeauftragte für die Stadt

Seit einem Monat sitzt Pia Böhmer täglich hinter ihrem Schreibtisch im Ettenheimer Rathaus und ist für alles rund um das Thema Klimaschutz zuständig.
PiskadloPia Böhmer empfängt unsere Redaktion an dem Ort, den sie seit genau einem Monat ihren Arbeitsplatz nennen darf: das Ettenheimer Rathaus. Die 32-Jährige ist seit dem 7. Juli Klimaschutzbeauftragte und hat bereits konkrete Ideen, wie sie sich mit ihrer Arbeit für Stadt und Bürger einsetzen kann.
Guten Tag Frau Böhmer. Seit einem Monat sind Sie die Expertin der Stadt Ettenheim, wenn es um Sachen Klima geht. Haben Sie sich bisher gut eingefunden?
Das ist schwierig zu beantworten – das Einleben ist ein Prozess. Es ist komplex, und es sind viele Themenfelder, die zusammenlaufen. Aber ich bin dabei und auf einem guten Weg.
Was sind Ihre Aufgaben als Klimaschutzbeauftragte?
In meiner Stelle ist man Mittelsmann für viele Akteure: für Unternehmen, Bürger, die Kommune selbst und Prozesse, die angestoßen werden. Außerdem bin ich dafür zuständig, dass regelmäßig Beratungsangebote für Bürger in der Stadt stattfinden. Und auch das klimaneutrale Heizen und die Energieeinsparungen in kommunalen Gebäuden zählt unter anderem zu meinen Aufgaben. Darunter fallen Projekte wie die intelligenten Heizkörper im Bildungszentrum.
Wie sieht derzeit der Arbeitsalltag bei Ihnen aus?
Das ist unterschiedlich. Ich bin aktuell noch in der Einarbeitungsphase und versuche, täglich drei Blöcke in meine Arbeit einfließen zu lassen. Der erste ist Netzwerken und der Austausch mit Ämtern. Denn Klima ist ein Thema, das alle betrifft. Der zweite Block ist die Informationsbeschaffung. Ich setze mich mit Konzepten auseinander und stelle mir die Fragen: Was gibt es schon? Wo kann man anknüpfen? Im dritten Punkt möchte ich Projekte anschieben und Akteure auf den Weg bringen, damit man etwa bei Bauprojekte weiß, mit wem man in den Austausch gehen muss.
Wie steht es denn um das Klima in Ettenheim?
Das Thema lässt sich nicht auf eine Kommune reduzieren – es ist allumfassend. Wenn man aber sieht, was wir mit dem Windpark schon geleistet haben, ist Ettenheim großer Vorreiter, was erneuerbare Energien angeht. Auch Photovoltaikanlagen werden immer weiter ausgebaut. Generell empfinde ich die Stadt als sehr klimafreundlich, auch was die Bürger angeht. So gibt es viele Initiativen wie den Förderkreis Prinzengarten oder die Bürgerenergie. Ettenheim ist sehr aktiv.
Gibt es auch Bereiche, bei denen Handlungsbedarf besteht?
Aktuell ist die Klimaanpassung ein großes Thema. Wir beschäftigen uns mit der Frage, wie man die Stadt gegen die Folgen des Klimawandels wappnen kann. So steht derzeit eine Hitzestrategie oben auf der Prioritätenliste. Hitzewellen sollen dadurch für Bürger erträglicher werden.
Und wie kann man das erreichen?
Man muss sogenannte Hitze-Hotspots identifizieren und reduzieren – also Flächen entsiegeln. Zudem muss man schauen, dass man das Trinkwasserbrunnensystem weiter ausbaut. Es gehört aber auch Aufklärungsarbeit bei besonders betroffenen Menschen wie Senioren oder Kinder dazu.
Lassen Sie uns die Zukunft blicken: Was möchten Sie für die Stadt Ettenheim bewirken?
Grundsätzlich soll Ettenheim für die Klimaauswirkungen gewappnet sein und die Lebensqualität für die Bürger soll erhalten bleiben. Dafür möchte ich Projekte, die bereits in der Vergangenheit angestoßen wurden, umsetzen und bestehende Maßnahmen weiterbringen.
Zum Beispiel?
Ich möchte unter anderem das Thema PV-Anlagen vorantreiben. Aber auch im Hinblick auf Mobilität möchte ich etwas erreichen. Besonders da hat die Stadt schon viel geleistet, wie den neuen Fahrradweg bei Ettenheimmünster.
Info – Zur Person
Pia Böhmer ist 32 Jahre alt, kommt aus Ettenheim und ist gelernte Grafikerin. Im Jahr 2016 studierte sie Holztechnik an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Brandenburg. Heute lebt sie wieder in der Barockstadt.