Neues Hotel eröffnet: Das erwartet die Gäste in der Riverside Western Lodge des Europa-Parks

Von außen vermittelt die Lodge den Eindruck einer Straßenansicht in einer Westernstadt.
SchabelDas angesagteste Kleidungsstück bei der Eröffnungsfeier war der Westernhut. Den hatten nicht nur die Europa-Park-Mitarbeiterinnen auf, die den mehr als 100 Journalisten das Gebäude bei geführten Rundgängen vorstellten, sondern auch die Mitglieder der Familie Mack sowie natürlich die Darsteller, die eine Stunt-Show samt wilder Schießerei und Rauferei vorführten. Sogar die Geistlichen – Andrea Ziegler, Thomas Schneeberger und Ernst Heller – trugen zu ihrer Klerikerkleidung auch Cowboyhüte, als sie die Riverside Western Lodge segneten.
Offiziell handelt es sich bei dem neuen Betrieb um ein Gästehaus innerhalb der Silver Lake City und nicht um ein neues parkeigenes Erlebnishotel. Denn die Lodge hat keine Sterne-Klassifizierung. Nichtsdestotrotz ist keiner beim Europa-Park böse, wenn man das Gebäude als Hotel bezeichnet. Mit 119 Zimmern mit insgesamt 532 Betten ist es auch nicht das kleinste Übernachtungsangebot des Parks (das ist im klösterlichen Stil gehaltenen Hotel Santa Isabel, das 66 Zimmer und Suiten hat).
Die Lodge ist eine langgestreckte Immobilie, die so aussieht, als hätte man mehrere Gebäude im Western-Stil aneinandergereiht. Die etwas teureren Zimmerkategorien bieten dabei einen Ausblick auf die „Main Street“, auf der man sich fühlt, als wäre man in einer Westernstadt. Wer etwas weniger zahlen will, erhält ein Zimmer mit Aussicht auf den Stellplatz für Wohnwagen und Wohnmobile. Denn bei der Silver Lake City handelt es sich um das ehemalige Camp Resort, in dem man auch in Blockhäusern, Planwagen und Tipizelten schlafen kann.
Blick auf die „Main Street“ kostet mehr
Auf dem rund zehn Hektar großen Areal, in dem rund 150 Mitarbeiter beschäftigt sind, können seit der Eröffnung der neuen Lodge rund 2000 Menschen unterkommen. Damit bietet der Europa-Park jetzt insgesamt rund 8000 Übernachtungsmöglichkeiten, wie Parkchef Roland Mack im Gespräch mit Moderator Ingo Dubinski stolz vermerkte. Über Deutschlands größten zusammenhängenden Hotelstandort hatte das Ruster Freizeitunternehmen bereits vor der Eröffnung der Riverside Western Lodge verfügt. In deren Nähe liegt übrigens der ehemalige Ruster Angelsee - der Name hat also seinen Grund.
Park hat jetzt rund 8000 Übernachtungsplätze
Ebenso wie die offiziell sechs Erlebnishotels des Parks greift das neue Gästehaus ein historisches Thema auf – hier der Wilde Westen. Das passende Flair beginnt bereits in den Fluren, in denen typische Kleidungsstücke dieser Epoche an den Wänden befestigt sind, in erster Linie Cowboyhüte. In diesem Stil geht es in den Zimmern weiter, in denen etwa Steckbriefe gesuchter Übeltäter zu sehen sind, wie sie einst in Westernstädten aushingen. Weitere Beispiele für die Thematisierung der Zimmer: Das Etagenbett für die Kinder hat die Form eines Planwagens; in der Ecke steht ein klassischer Western-Schaukelstuhl mit gedrechselten Streben und hoher Rückenlehne; auch die Lampen sind im Western-Design. Der Kleiderschrank verfügt über eine halbhohe Pendeltür, die oben und unten offen ist – als wäre es der Eingang in einen Saloon. Und die Fototapete hinter dem Doppelbett zeigt ikonische Motive wie das Monument Valley, Drehort zahlreicher Western.
Auf die Annehmlichkeiten der Moderne müssen die Zeitreisenden in die US-Pionierzeit nicht verzichten. Föhn, Fernseher, Mini-Safe, Kühlschrank, WLAN, USB-Steckdosen – es ist alles da, was Hotelgäste erwarten können. Unter anderem auch eine Lüftungsanlage, wichtig an Tagen, in denen es in Südbaden so heiß ist wie in der Wüste von Arizona. Ein kühles Bier, hergestellt in der parkeigenen Brauerei direkt neben der Lodge, kann man in diversen Gastrobetrieben in der Westernstadt zu sich nehmen.
Anders als die europäischen Themenbereiche im Europa-Park, die man natürlich nur mit einer Eintrittskarte besuchen kann, ist der Zutritt zur Silver Lake City umsonst. Hier sei „ein Treffpunkt für alle entstanden“, betonte Rusts Bürgermeister Kai-Achim Klare deshalb in einem Grußwort und hob dabei die öffentliche Minigolf-Anlage dort hervor.
„Klein-Amerika“ ist ganz nah
Ann-Kathrin Mack, verantwortlich für Deko, Gestaltung und die hauseigene Bauabteilung des Europa-Parks, betonte, dass „keine KI, sondern Menschen“ die Lodge und die Westernstadt geplant hätten. Mit ihren liebevollen Details biete sie alle Voraussetzungen, dass die Besucher dort den Alltag vergessen könnten.
Ihr Vater Roland Mack sagte, dass er öfters angesprochen werde, weshalb der Europa-Park überhaupt eine Western-Thematisierung geschaffen habe. Bei dieser Frage verweise er auf die Ursprünge des Geländes als Zeltplatz. „Camping hat viel mit den USA zu tun“, so Mack. Außerdem befinde sich ganz in der Nähe ein „Klein-Amerika“ genannter Acker, auf dem zu Beginn des 18. Jahrhunderts Menschen etwas anbauen durften, deren Auswanderung nach Übersee gescheitert war und die in bitterer Armut nach Rust zurückgekehrt waren. Es gebe also schon eine Verbindung in die Ära der Pionierzeit, so Mack.
Die ersten zahlenden Gäste quartierten sich am Donnerstagnachmittag in der Lodge ein. Das Ende der Fahnenstange ist mit dem neuen Beherbergungsbetrieb indes noch nicht erreicht, denn der Europa-Park plant, wie berichtet, ein siebtes Erlebnishotel bei der Wasserwelt Rulantica, das sein Resort weiter vergrößern soll.
Zimmerpreise
Wer in der Riverside Western Lodge absteigen will, muss im Standardzimmer (Doppelbett und zwei Etagenbetten) 83,50 Euro pro Person und Nacht berappen. Aufpreise von 26,65 oder 91 Euro pro Nacht werden Gästen berechnet, die zum Beispiel eine Aussicht auf die „Main Street“ oder einen Balkon wünschen. Dann gibt es auch Deluxe-Zimmer, deren Preise laut Park saisonal variieren. Insgesamt stehen in der Lodge Zimmer für eine bis sechs Personen zur Verfügung. Zum Vergleich: Eine Übernachtung im 2019 eröffneten 4-Sterne Superior Erlebnishotel „Kronasar“ kostet im Durchschnitt ab etwa 250 bis 350 Euro für ein Standard-Doppelzimmer inklusive Frühstück.