Neuer Name steht schon fest: So geht's bei den evangelischen Kirchengemeinden im Südbezirk nach der Fusion weiter

Die evangelischen Kirchengemeinden Ettenheim, Mahlberg und Kippenheim-Schmieheim schließen sich zum kommenden Jahr zusammen. Mit gebündelten Kräften soll die Kirche im Südbezirk mit Leben gefüllt werden. Symbolfoto: Brandt
Brandt- Ettenheim, Mahlberg und Kippenheim-Schmieheim fusionieren zum 1. Januar 2027.
- Neuer Name: Evangelische Kirchengemeinde Katharina Zell – Anerkennung als Körperschaft erfolgte.
- Ziel ist eine Kirche nahe an den Bedürfnissen vor Ort; Profil: offen, warm, gastfreundlich.
- Festgottesdienst am 24. Januar 2027 in der Friedenskirche in Kippenheim.
- Vorbereitungen laufen: gemeinsamer Kirchengemeinderat, gemeinsame Angebote, Herbstfeste terminiert.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die evangelischen Kirchengemeinden im Südbezirk stellen die Weichen für eine gemeinsame Zukunft: Im Zuge des landeskirchlichen Reformprozesses „Ekiba 2032“ schließen sich die evangelischen Kirchengemeinden Ettenheim, Mahlberg sowie Kippenheim-Schmieheim zum 1. Januar 2027 zu einer gemeinsamen zusammen. Die neue Kirchengemeinde soll jedoch weit mehr sein als eine organisatorische Antwort auf knapper werdende finanzielle und personelle Ressourcen, heißt es in einer Mitteilung des evangelischen Dekanats Ortenau. Darin erläutern Pfarrerin Severine Plöse, Pfarrer Jörg Herbert sowie die Diakoninnen Medea Frey und Andrea Ziegler die nächsten Schritte und die Vorstellungen der Leitungsgremien „von einer Kirche, die sich stärker an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort orientiert“.
Offiziell gefeiert wird die neue Kirchengemeinde am 24. Januar 2027 mit einem Festgottesdienst in der Friedenskirche in Kippenheim, an dem auch Dekan Rainer Becker teilnehmen wird. Der Weg dorthin ist in den vergangenen Monaten in zahlreichen Gesprächen und Workshops vorbereitet worden. Dazu wurden Menschen aus allen Gemeinden eingeladen, heißt es weiter. Besonders beschäftigte sie dabei die Frage, welches Profil die Kirchengemeinde künftig entwickeln möchte. „Unsere Gemeinde soll vielfältig, voller Zuversicht, warmherzig, gastfreundlich und nahbar sein, quasi eine Oase – einladend für alle“, beschreibt Plöse zusammenfassend die Vorstellungen.
Fusion hat „juristischen Abschluss“ gefunden
Die gewünschten Eigenschaften seien relativ schnell zusammengetragen worden. Schwieriger gestaltete sich die Suche nach einem gemeinsamen Namen. Fündig wurden die Beteiligten schließlich bei einer Persönlichkeit der Reformationsgeschichte, die weit über den kirchlichen Rahmen hinaus für Zivilcourage und gesellschaftliches Engagement steht: Katharina Zell. Die im späten 15. Jahrhundert in Straßburg geborenen Reformatorin setzte sich früh mit religiösen Fragen auseinander, engagierte sich für Arme, Kranke sowie Menschen in Not und führte gemeinsam mit ihrem Mann ein offenes Haus (siehe Info).

Diese Wandmalerei in Wittenberg zeigt, wie Katharina Zell einst wohl aussah.
Schäfer„Sie ließ sich nicht so schnell den Mund verbieten“, beschreibt Ziegler eine Eigenschaft, die auch für die heutige Kirche durchaus programmatisch verstanden werden könne. Der neue Verbund soll deshalb künftig den Namen Evangelische Kirchengemeinde Katharina Zell tragen, heißt es in der Mitteilung. Im August hat das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport die neue Kirchengemeinde als Körperschaft des öffentlichen Rechts zum 1. Januar 2027 anerkannt. Der Evangelische Oberkirchenrat bestätigt, dass damit der Vereinigungsprozess seinen „juristischen Abschluss“ gefunden hat.
Für die Verantwortlichen steht laut Mitteilung fest: Die strukturelle Neuordnung soll kein Selbstzweck sein. Sie soll vielmehr Freiräume schaffen, um sich intensiver mit der Frage auseinanderzusetzen, welche Angebote und Formen kirchlichen Lebens die Menschen vor Ort künftig benötigen. „Wir wollen Schritt für Schritt gehen und intensiv schauen und forschen, was es vor Ort braucht. Wo sind wir stärker, was machen wir gemeinsam?“, erläutert Pfarrer Herbert. Vieles, was im Rahmen der neuen Kirchengemeinde künftig selbstverständlich werden soll, sei bereits Realität: gemeinsame Konfirmandentage, Bibeltage, Tauffeiern und Themengottesdienste gehören ebenso dazu wie das Südbezirksfest.
Die neue Struktur soll mit Leben gefüllt werden
Auch strukturell wurden wichtige Voraussetzungen geschaffen. Die Wahl des gemeinsamen Kirchengemeinderats wurde bereits im vergangenen Jahr entsprechend vorbereitet. Damit soll vermieden werden, dass der organisatorische Zusammenschluss erst ab 2027 mühsam aufgebaut werden muss. Bis zum offiziellen Start der Kirchengemeinde stehen noch mehrere Veranstaltungen auf dem Programm, bei denen die aktuellen Gemeinden noch einmal gefeiert werden: Am 11. Oktober findet das Gemeindefest in Mahlberg statt. Am 8. November folgen in Schmieheim ein Familiengottesdienst sowie in Ettenheim ein Sing- und Mitbringgottesdienst.
Für die Verantwortlichen ist im Ergebnis vor allem eines entscheidend: Die neue Struktur soll auch inhaltlich mit Leben gefüllt werden, heißt es weiter. Der Blick auf Katharina Zell biete dafür ein gemeinsames Leitbild. Menschlichkeit, Offenheit, Gastfreundschaft, Zuversicht und der Mut, für die eigenen Überzeugungen einzustehen, sollen nicht nur historische Eigenschaften einer Namensgeberin bleiben, betonen die Verantwortlichen „Wir sind über die Sache verbunden“, fasst das Team die gemeinsame Perspektive zusammen. Die Werte, die sie im Leben Katharina Zells entdeckt haben, sollen künftig auch das Profil der neuen Kirchengemeinde prägen.
Die Namensgeberin
Katharina Zell, geborene Schütz, kam 1498 in Straßburg zur Welt. Schon als junges Mädchen beschäftigte sie sich mit religiösen Fragen und besuchte intensiv den Gottesdienst. Am 3. Dezember 1523 heiratete sie den Prediger Matthäus Zell und verfasste ab 1524 ihre ersten literarischen Werke. Sie kümmerte sich um Hilfsbedürftige und bemühte sie sich mit ihrem Mann um ein gastliches Pfarrhaus. In den Tagen des Bauernkrieges und der Hungersnot waren es oft Hunderte Menschen, die dort versorgt wurden. Der 5. September (ihr Todestag im Jahr 1562) ist im evangelsichen Namenskalender als Gedenktag markiert.