Nach Schlaganfall: Bischof dankt Gott in Grafenhausen für seine schnelle Heilung

Bischof Eugène Cyrille Houndékon nahm sich beim Sommerfest für jeden Besucher Zeit.
Masson- Bischof Eugène Cyrille Houndékon besuchte Kappel-Grafenhausen und leitete einen Dankgottesdienst.
- Er überlebte im Dezember in Deutschland einen Schlaganfall und erholte sich schnell.
- Anlass war auch sein 40-jähriges Priesterjubiläum – er gründet ein Missionsinstitut bis Jahresende.
- Er warnte vor falschen Nachrichten und betete für Menschen in Unsicherheit und Verfolgung.
- Beim Sommerfest sammelte die Gemeinde Spenden für Projekte in Abomey, vor allem für Kinder.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Neben Kappel-Grafenhausen dürfte es keine zweite deutsche Gemeinde geben, die sich rühmen kann, seit nun schon 18 Jahren von einem Bischof aus Afrika samt dazugehörigen Gottesdiensten besucht zu werden. Für die Doppelgemeinde macht das „seine Exzellenz“ – so die offizielle Anrede – Eugène Cyrille Houndékon als Bischof von Abomey im kleinen westafrikanischen Benin möglich. Denn: Ihn verbindet eine innige Beziehung mit Kappel-Grafenhausen. 1990 war er auf Betreiben des damaligen Grafenhausener Pfarrers Werner Pohl als dessen Urlaubsvertretung als noch junger Pfarrer-Kollege eingestiegen und hatte das dann über 18 Jahre lang zuverlässig fortgesetzt. Denn nach anfänglicher Skepsis mancher Grafenhausener Katholiken hatte sich Houndekón durch sein freundliches Wesen schnell deren Herzen erobert.
Dass nun sein erneuter bischöflicher Besuch gleich mit einem Dankgottesdienst in der Pfarrkirche St. Jakobus gekoppelt wurde, hatte gleich zwei Gründe. In seiner Predigt berichtete er unumwunden, dass er im vorigen Jahr just bei einem Dezember-Besuch in Deutschland von einem Schlaganfall ereilt worden und binnen einer Viertelstunde in der Offenbacher Intensivstation gelandet war. Es ist kein Geheimnis, dass hingegen in seiner Heimat das staatliche Gesundheitswesen enorm zu wünschen übrig lässt. Des Bischofs erstaunlich schnelle Genesung führte der tief gläubige Mann „auf Gottes große Gnade und die Fürsprache Marias“ zurück. Nun könne er seine pastoralen Tätigkeiten wieder uneingeschränkt wahrnehmen.
Fürbitten richten sich an Menschen, die in Unsicherheit leben
Zweiter schöner Anlass für den Dankgottesdienst: Bischof Houndekón feiert gerade sein 40-jähriges Jubiläum der Priesterweihe. Er berichtete überdies, dass er bis Jahresende nun ein Missionsinstitut für Ordensschwestern und Priester gründen werde, um das Evangelium im Dienst der Liebe in Benin – und auch in Deutschland, Frankreich und Italien – zu fördern.
Vom mit den beninischen Landesfarben grün, gelb und rot geschmückten Ambo predigte der Bischof über den Propheten Jeremia, der schon zu seiner biblischen Zeit feststellen musste, dass viele Gottes Wort als Wahrheit nicht mehr hören wollten, selbst in der Kirche. Heute bevorzugen, so der Bischof, viele Menschen die Parolen ihres geistlichen Führers, politischen Gurus oder jenen, die falsche Nachrichten erfinden. Bei den Fürbitten wurde etwa an Sorgen, Hoffnungen und Wünsche von Menschen erinnert, die in Unsicherheit, Existenznöten und Verfolgung leben.
Im Anschluss wurde das Sommerfest gefeiert
Das abschließende gemeinsame Abendmahl mit bischöflichem Segen beendete den Dankgottesdienst. Sakral unterstützt wurde Houndekón dabei vom beninischen Vikar Christus Houessilo, der als persönlicher Sekretär des Bischofs mit Priesterweihe nun seit acht Monaten zur pastoralen Ausbildung im vergleichsweise nahen badischen Bruchsal weilt.
Als langjährige Vorsitzende der vor 26 Jahren gegründeten Grafenhausener Hilfsorganisation „Entwicklung durch Teilung“ lud Eleonore Dietz anschließend zum gemeinsamen Mittagessen mit dem Bischof in das Pfarrheim ein. Houndékon absolvierte dort erst seine Runde an allen Tischen, denn wie gewohnt hatte der gesprächsfreudige Priester für jeden Gesprächspartner ein paar herzliche Worte übrig. Man merkte ihm stets an, dass er sich in Grafenhausen willkommen fühlt.
Erlös geht nach Afrika
Im Gemeindehaus hatte Vereinsrechnerin Roswitha Schaub wie gewohnt mit ihren Helferinnen einen kleinen Basar aufgebaut, etwa mit angebotenem Kreuz-Schmuck, Lavendelbeutelchen oder allerlei Gehäkeltem, aber auch beninischen bunten Stofftaschen oder genähter Kunst mit Frauen-Figuren etwa beim Mörser-Stampfen oder Kochen. Klar: Die neuen Verkaufserlöse gehen komplett nach Abomey, hier speziell für die Betreuung von Straßen- und Waisenkindern. Frühere jährliche Transporte mit gesammelten und gekauften Hilfsgütern von Grafenhausen aus sind mittlerweile eingestellt worden, weil es schlicht zu teuer geworden war. Statt-dessen wurden neue Hilfswege gefunden – etwa per Kauf von vor Ort in Benin produzierten Rollstühlen.