Nach Hochwasser
: So bekämpft die KABS die Stechmücken im Neurieder Auenwald

Der Regen der vergangenen Wochen sorgte nicht nur in Städten für Überschwemmungen, sondern auch im Auenwald bei Neuried.
Von
Benedikt Stahl
Neuried
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Der am Hubschrauber befestigte Streukübel enthält bis zu 400 Kilogramm des Wirkstoffs.

KABS

Durch die niedrigen Wasserstände im Juni und Juli schien die Stechmückensaison schon abgeschrieben. Mit dem Schlupf von Stechmückenlarven war eigentlich nicht mehr zu rechnen. Die Überschwemmungen im Juli, die insbesondere im Südwesten die Auwälder des Oberrheins traf, änderte das jedoch, erklärte die KABS (Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage) in einer Pressemitteilung. Der Rheinwasserstand sei signifikant angestiegen, in Speyer auf 515 Zentimeter und in Maxau bei Karlsruhe sogar auf 652 Zentimeter.

Nun bestehe die Gefahr, dass die Stechmücken vermehrt schlüpfen, auch in den Auwäldern von Neuried. „Daher müssen wir jetzt zügig reagieren“, beschrieb Xenia Augsten, die für die Öffentlichkeitsarbeit der KABS zuständig ist, das Vorgehen.

Das Ziel ist, zu verhindern, dass die Larven schlüpfen

Zunächst werde der durch sogenannte Schöpfkontrollen der Larvenbestand in den einzelnen Brutständen ermittelt. Bei der Überschreitung eines Schwellenwerts folge die Behandlung mit dem biologischen Wirkstoff Bti (Proteinkristalle, die toxisch auf Larven wirken).

Bti werde entweder zu Fuß oder mit dem Helikopter verteilt, abhängig von der lokalen Gegebenheit. Mit dem Verstreuen des Wirkstoffs wolle man verhindern, dass die dort geschlüpften Larven zu ausgewachsenen Tieren und zu einer Plage werden. Die Larven sterben innerhalb eines Tages ab.

Der Bereich des Polder Altenheim wurde am vergangenen Samstag angeflogen, heißt es in einer Mitteilung der KABS. Die Behandlung musste aufgrund von starken Regen zeitweise unterbrochen werden. „Das ist ein routinemäßiger Einsatz“, kommentierte Augsten die Bekämpfung der Stechmücken. Für die Teams in den Ortenaugemeinden sei das Hochwasser gut zu händeln, da die Brutflächen kleiner sind als nördlich am Rhein. Daher seien hauptsächlich feste Gebietsleiter und nur wenige Helfer unterwegs.

Die Lage ist nicht mit dem Hochwasser in 2024 vergleichbar

Etwa 15 Personen werden im südbadischen Raum eingesetzt, informierte Augsten. Positiv: Die Überschwemmung nach der Hochwasserwelle fließe gut ab. Sie sei nicht hoch genug, daher spreche man nicht von einer Notlage. Die aktuelle Situation könne man auch nicht mit der schwierigen Hochwasserlage im vergangenen Jahr oder 2021 vergleichen, betonte Augsten. 2024 sei ein fünf- bis zehn-jähriges Rekordhochwasser gewesen, das kaum abfloß. Deswegen ist der Zugang zu den Brutflächen nicht möglich gewesen. Denn nur wenn man die Brutflächen erreiche, könne man die Larvenbestände ermitteln und effektiv mit dem Wirkstoff Bti dagegen vorgehen.

Wenn die Bekämpfungseinsätze ohne Komplikationen verlaufen, dann „werden wir den Großteil der Auwaldstechmücken rechtzeitig erwischen“, zeigte sich die Pressesprecherin optimistisch. Kann man sich also in ein paar Wochen wieder ins Freie setzen, ohne verstochen zu werden? „Das sollte nach aktuellem Stand möglich sein“, antwortete Augsten. Sollte man von Stechmücken geplagt werden, dann helfen Abwehrmittel mit den Wirkstoffen Icaridin oder Deet, empfahl die Expertin. Alternativ sei lange, helle, luftige Kleidung sinnvoll.

Brutstätten können auch im eigenen Garten entstehen

„Der Regen wirkt sich aber auch auf andere Stechmückengruppen positiv aus“, gab Augsten zu bedenken. Die Hausstechmücke oder die asiatische Tigermücke kommen meist aus menschengemachten Brutstätten im eigenen Garten. Da müsse jeder selbst aktiv werden, forderte Augsten.

Indes: Die Regenfälle am Wochenende haben erneut für Überschwemmungen gesorgt. Es können daher neue Brutflächen hinzukommen, die einen Behandlung benötigen, so die Pressesprecherin. Dennoch stellte sie klar: „Für uns sind die Einsätze mit dem Helikopter und zu Fuß reine Routine!“

Tipps bei Stechmücken

 „Gegen die Ausbreitung von heimischen Auwaldstechmücken kann man nichts unternehmen“, erklärte Xenia Augsten, Pressesprecherin der KABS. Bei Hausstechmücken sehe das anders aus: Pflanzen wie Lavendel oder Zitronengras sowie ätherische Öle können die Insekten vertreiben. Zudem sollte stehendes Wasser in Vasen oder Behältern vermieden werden. Auch Tigermücken kann man bekämpfen, indem man regelmäßig alle Wasserbehälter entleert und reinigt, Regentonnen abdeckt und Dachrinnen sauber hält, so die Empfehlung der KABS.

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