Musik: Rockkonzert in Lahr sorgt für Gänsehautmomente

Elia Balsamo und Stefania Buduru demonstrierten mit ihrem Auftritt das hohe Niveau der Ausbildung in der Städtischen Musikschule.
Wilhelm- Dreifaches Jubiläum in Lahr: 30 Jahre Rockwerkstatt, 25 Jahre Schlachthof, 30 Jahre No Authority.
- Auftakt mit leisen Tönen: Talente der Musikschule sorgten mit Duetten für Gänsehaut.
- Kid-O brachte Grunge-Sound der 90er – Single „Kaputt“ und starke Fanbase prägten den Auftritt.
- Stadt würdigte Ehrenamt: Rockwerkstatt und Musikschule fördern seit Jahren junge Musiker.
- Finale mit No Authority: Ska-Punk, starke Bläser und viel Energie beschlossen den Abend.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der prall gefüllte Schlachthof stand im Zeichen eines historischen Feierrausches. Es war ein Abend der Superlative und der tiefen emotionalen Verbundenheit, der weit mehr bot als ein reines Konzertprogramm. Ein dreifaches Jubiläum lockte – begünstigt durch den freien Eintritt – generationenübergreifend die Massen an und verwandelte das Kulturzentrum in einen brodelnden Hexenkessel.
Im Epizentrum des Geschehens stand das 30-jährige Bestehen der Lahrer Rockwerkstatt, die seit drei Jahrzehnten das Fundament der lokalen Musikszene bildet. Doch damit nicht genug: Die geschichtsträchtige Location des Schlachthofs selbst feierte stolz ihr 25-jähriges Bestehen, und die legendäre Ska-Punk-Formation No Authority blickt in diesem Jahr ebenfalls auf eine 30-jährige Bandhistorie zurück. Drei Anlässe, eine große Bühne und ein Abend, der lange im Gedächtnis bleiben wird.
Leise Töne und Gänsehaut zum Auftakt
Die Party begann entgegen allen Erwartungen zunächst mit intimen, leisen Tönen. Das GrooveLab der Lahrer Musikschule schickte drei vielversprechende junge Talente ins Rennen. Als erste betrat Cosima Klenk das Rampenlicht. Die Multiinstrumentalistin begeisterte das Publikum gleichermaßen am Piano wie an der Gitarre und bewies an der Mundharmonika erstaunliche Reife. Neben starken Coverversionen präsentierte sie zwei eigene Stücke. Ein emotionaler Höhepunkt ihres Auftritts war die zutiefst authentische Interpretation des Bob-Dylan-Klassikers „Blowin’ in the Wind“, getragen von Akustikgitarre und Mundharmonika.
Ihr folgten Elia Balsamo und Stefania Buduru, die sowohl solistisch als auch im Duett für echte Gänsehautmomente im Saal sorgten. Mit ihrer Darbietung des Welthits „Perfect“ (im Original von Ed Sheeran und Beyoncé) lieferten die beiden den stimmlichen Beweis, dass sie ein musikalisches „Perfect Match“ sind. Der tosende Applaus des Publikums war nicht nur der Lohn für die Teenager, sondern auch eine verdiente Würdigung für die exzellente Nachwuchsarbeit ihrer Mentorin Marion Matter. Dieser Opener unterstrich eindrucksvoll, wie essenziell die Förderung junger Talente für eine lebendige, zukunftsfähige Kulturszene ist.

Die Band Kid-O brachte den Sound der 1990er in den Schlachthof.
WilhelmNach einer kurzen Umbaupause änderte sich die Dynamik im Saal schlagartig. Mit Kid-O betrat der energiegeladene Sound der 90er-Jahre im unverkennbaren Geist von Nirvana die Bühne. Die Band bewies ab dem ersten Akkord eine ungeheure Wucht. Die Musiker schafften es, einen unheimlichen Druck von der Bühne direkt in die Beine und Geister der Zuhörer zu transportieren.
Frontmann Tobias Sigg (Gesang und Gitarre) brillierte mit bissigen, schneidenden Riffs und einem ergreifenden, tragenden Gesang. Flankiert wurde er von Konstantin Frey, der am Bass und im Backgroundgesang für einen erdigen, mächtigen Tiefton-Teppich sorgte. Angetrieben wurde das Trio von Schlagzeuger Silas Benz – einer menschlichen Maschine, die das rhythmische Konstrukt unerbittlich nach vorne peitschte.
Kid-O haben den Grunge-Sound der 90er gründlich entstaubt und modern neu interpretiert. Dass sie sich mit ihrer überregional rezensierten Single „Kaputt“ längst fest in der Szene etabliert haben, war in jeder Sekunde spürbar. Ihre breite Fanbase kam voll auf ihre Kosten und brachte den Schlachthof mit ihrer schweißtreibenden Intensität zum Kochen. Für das Jubiläum waren sie die perfekte Wahl – schließlich bespielt die Band bereits seit zwei Jahrzehnten die Bühne des Schlachthofs.
Ein Grußwort im Zeichen des Ehrenamts
Vor dem mit Spannung erwarteten Finale ergriff Lahrs Kulturamtsleiter Tobias Meinen das Wort. In seinem prägnanten Grußwort im Namen der Stadt würdigte er das unermüdliche, ehrenamtliche Engagement der Rockwerkstatt. Er betonte, wie tief verwurzelt und für die kulturelle Identität der Stadt Lahr unverzichtbar dieser Verein sei. In seiner Doppelfunktion als Leiter der Musikschule hob Meinen die fruchtbare Symbiose zwischen Rockwerkstatt und Musikschule hervor, die jungen Talenten immer wieder den Sprung auf die große Bühne ermöglicht.
Als Paradebeispiel für diese gelungene Verknüpfung nannte er Schlagzeuger Silas Benz: Einst als 13-jähriger Musikschüler auf genau dieser Schlachthof-Bühne gestartet, rockte er an diesem Abend mit Kid-O die Halle und gibt sein Wissen heute als Lehrer an der Musikschule an die nächste Generation weiter – ein perfekter Kreis, der die Nachhaltigkeit dieser Kulturarbeit beweist.

„No Authority“ sorgte für den krönenden Abschluss.
WilhelmDen krönenden Abschluss bildeten die Urgesteine von No Authority. Dass das Publikum vor der Bühne laut eigener Aussage der Band inzwischen jünger ist als die Musiker auf den Brettern, tat der Performance keinen Abbruch – im Gegenteil. Die 1996 gegründete Band gilt als bundesweiter Pionier des Ska-Punk. Ihre Show war eine hochenergische Mischung aus rauem Punkrock, treibenden Offbeats und messerscharfen Bläsersätzen.
Angeführt von einer urgewaltigen Rhythmusgruppe um Gitarrist Mario Schmidt (das letzte verbliebene Gründungsmitglied), den spielfreudigen Neuzugang Michael Holland am Bass und den präzisen Simon Müller am Schlagzeug, feuerte die Formation aus allen Rohren. Den charakteristischen Sound prägte die fulminante Bläsersektion: Nicolas Scherger (Posaune & Backgroundgesang), Michael Schwarz (Baritonsaxophon) sowie Michael Gehring (Tenorsaxophon) trieben das Publikum mit knalligen Sätzen voran und setzten in ihren Soli virtuose Akzente.
Frontmann Philip Warthmann peitschte die Partystimmung als charismatischer Dompteur an Gesang und Gitarre immer wieder auf neue Höhepunkte. Mitten im Set nutzte die Band die Gelegenheit, um den Machern der Rockwerkstatt von der Bühne aus tiefen Respekt für ihre jahrzehntelange Arbeit auszusprechen. No Authority waren ohne Zweifel die Kirsche auf der musikalischen Geburtstagstorte.
Viele Musiker gratulieren
Dass das Fest ein voller Erfolg war, zeigte sich auch nach dem Konzert: Zahllose Musiker der regionalen Szene, die diesmal nicht selbst spielten, waren zum Gratulieren gekommen und feierten mit den Organisatoren der Rockwerkstatt gemeinschaftlich bis tief in die Nacht hinein.