Missbrauch eines Kindes: Zeugen haben den Verdächtigen in Rust gesehen

Das Kind verlor in der Wasserwelt des Europa-Parks seine Eltern aus den Augen und wurde daraufhin von einem Fremden nach draußen in einen Wald gelockt.
Martin BildsteinDer Mann, der am Samstagabend, 9. August, ein sechsjähriges Mädchen aus der Wasserwelt des Europa-Parks gelockt und in einem Wald missbraucht haben soll, ist am Freitag in seiner Heimat Rumänien verhaftet worden. Nun soll er bald ausgeliefert werden. Dennoch geht die polizeiliche Arbeit zu dem Fall weiter, hat das Offenburger Präsidium mitgeteilt.
Die Ermittlungsgruppe Niederwald arbeite in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Freiburg unvermindert mit Hochdruck daran, Spuren auszuwerten, Vernehmungen zu führen und den Laufweg vom Bad zum Tatort zu rekonstruieren. Hierzu habe man bereits Zeugenhinweise erhalten. Der Beschuldigte wurde demnach am Tattag in Rust mutmaßlich gegen 20.30 Uhr in der Straße An der Runz und gegen 20.50 Uhr im nahen Ettenheimer Weg gesehen.
Diese Beobachtungen passen zu den bisherigen Erkenntnissen: Beide Straßen liegen im Osten der Gemeinde, in Richtung des Waldstücks, in das der Täter das Kind gelockt hatte, nachdem es in der Wasserwelt seine Eltern aus den Augen verloren hatte. Dennoch bitten die Ermittler weitere mögliche Zeugen, die am Samstagabend der Vorwoche den Tatverdächtigen in Begleitung eines Mädchens beobachtet haben, sich unter Telefon 0781/21 28 20 zu melden.
Der mutmaßliche Täter betrat die Wasserwelt am Tattag kurz nach 12 Uhr
Anhand der Videoaufnahmen aus der Wasserwelt konnten die Ermittler auch nachvollziehen, dass der Verdächtige das Erlebnisbad am Samstag kurz nach 12 Uhr betreten hatte. Einem Zeugen sei es dann am Dienstag zu verdanken gewesen, dass die Beamten der Kripo auf die Spur des Gesuchten kamen und auf Grundlage eines gerichtlichen Beschlusses seine Wohnung in Lahr-Sulz durchsuchen konnten. Allerdings hatte er sich zu diesem Zeitpunkt bereits abgesetzt.
Internationale Fahndungsmaßnahmen führten dazu, dass der Mann in Rumänien aufgespürt und dort von rumänischen Polizisten festgenommen werden konnte. Die gute Zusammenarbeit zwischen den deutschen und rumänischen Sicherheitsbehörden habe es ermöglicht, dass der 31-Jährige bereits am Wochenende in seinem Heimatland einem Richter vorgeführt wurde, der die Auslieferungshaft anordnete, konstatiert das Offenburger Präsidium zufrieden.
Derzeit werde das Auslieferungsverfahren zwischen den deutschen und rumänischen Justizbehörden betrieben. Der Beschuldigte soll zeitnah den deutschen Strafverfolgungsbehörden übergeben werden, heißt es.
Die Auswertungen der sichergestellten Spuren durch das Landeskriminalamt dauerten an, teilt die Polizei außerdem mit. Wann hier mit Ergebnissen zu rechnen ist, stehe noch nicht fest.