Mehrere Sanierungen stehen an
: Wird der neue Jugendtreff in Mahlberg abgerissen?

Der Brandschutz soll für 140 000 Euro ausgebaut werden. Das ist einigen Stadträten zu teuer, zumal weitere Sanierungen anstehen.
Von
Klaus Fischer
Mahlberg
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Jugendliche aus Mahlberg können sich seit 2024 im Obergeschoss des ehemaligen Feuerwehrhauses treffen. Weil der Ausbau des Brandschutzes und weitere Sanierungen viel Geld kosten, könnte das Gebäude bald abgerissen werden.

Piskadlo

Im Obergeschoss des ehemaligen Feuerwehrhauses in der Nachbarschaft zum Tabakmuseum hat die Stadt mit viel ehrenamtlichem Engagement von Erwachsenen und Jugendlichen im Sommer 2024 einen öffentlichen Jugendtreff eingerichtet. Entstanden war dieser Treff auf Wunsch von jungen Bürgern, weil das Jugendzentrum, das sich jahrelang im ehemaligen Clubheim des TuS Mahlberg befand, geschlossen wurde und dort eine Kindertagesstätte einzog.

Weil es für diese Räume keinen zweiten Rettungsweg gibt, hat die Stadt im vergangenen Herbst vom Büro Steppacher in Friesenheim ein Brandschutzkonzept erstellen lassen, auf dessen Grundlage das Offenburger Architekturbüro Schlager nun eine Planung und Kostenaufstellung anfertigte. Neben dem Einsetzen von Brandschutztüren, zusätzlichen Türen und Standorten für Feuerlöscher schlagen die Planer als zentrales Element den Bau eines zweiten Rettungsweges aus dem Obergeschoss über eine Metallkonstruktion auf dem Vordach mit direktem Zugang vom Jugendraum und Proberaum vor. Über eine Stahltreppe führt der Rettungsweg dann nach unten. Als Gesamtkosten hat Markus Langenbahn vom Büro Schlager 140 000 Euro errechnet. Im Haushalt 2025 hat die Stadt für das Projekt 135 000 Euro eingestellt.

Stadträte fordern eine günstigere Alternative zum zweiten Rettungsweg

Die Kosten für diesen Brandschutz stünden in keinem Verhältnis zur Nutzung des Gebäudes, kritisierte SPD-Stadtrat Frank Herden. Insbesondere die aufwendige Konstruktion für den zweiten Rettungsweg stelle für ihn ein Kostentreiber da, wo doch der Brandschutzsachverständige selbst in seinem Gutachten eine günstigere Alternative aufzeige. Ein Ausstieg über Dachfenster im Jugendraum und Proberaum als zweiter Rettungsweg sei möglich, wenn eine Anleiterfläche für die Feuerwehr geschaffen werde. „Vor dem Gesetz wäre das ausreichend. So sagt es der Gutachter“, so Herden.

Eine Gegenrede aus den Reihen der Stadträte gab es für Herdens Vorstoß nicht. Lediglich Bürgermeister Dietmar Benz teilte diese Auffassung nicht. Seine Replik machte er an zwei Punkten fest. Zum einen sei das Fenster im Proberaum in gut 1,50 Metern Höhe und deshalb im Raum selbst nur über eine Leiter zu erreichen. Energisch reagierte er auf einen Zwischenruf von Stadtrat Nikolaj Blasi (Bürgerforum), dass dieses Fenster notfalls auch über eine Strickleiter zu erreichen sei. Zum anderen sei es aus der Sicht des Rathauschefs geboten, einen zweiten Rettungsweg schnell und leicht erreichen zu können. Wenn es brenne und eine Flucht über das Treppenhaus nicht mehr möglich sei, könne ein zweiter Rettungsweg über das Vordach genutzt werden noch bevor die Feuerwehr komme.

Möglicher Neubau soll geprüft werden

Bürgermeister Benz erinnerte in der Diskussion auch daran, dass beim Gebäude zeitnah auch eine energetische Sanierung anstünde und dies weitere Investitionen ins Gebäude nach sich zöge.

Diese Anmerkung war für Ulrike Kesselring (Bürgerforum) eine Steilvorlage. Sie warf als Frage auf, ob die Kosten für Brandschutz, Dachsanierung, Heizung und neue Toiletten nicht für einen Abriss des Gebäudes und folgenden Neubau sprächen. Fraktionskollege Jannick Obergföll unterstützte den Vorschlag. „Wenn es die Kostengegenüberstellung aussagt, sollten wir neu und einstöckig bauen. Das wäre die Lösung für den Brandschutz“, sagte er.

Die Diskussion über die Variante Neubau war damit eröffnet, weshalb der Gemeinderat gegen die Stimme von Benz für eine Vertagung stimmte.

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