Marke Gibson
: Besitzer von Kultgitarren treffen sich in Lahr

Udo Seiwert-Fauti lädt am Sonntag zu einem besonderen Musikereignis in den Stadtpark ein – Eigentümer von Gitarren der Marke Gibson kommen dort zu einem Stelldichein zusammen. Auch Nicht-Instrumentalisten sind willkommen, betont der frühere Radio-DJ aus Schutterzell.
Von
Herbert Schabel
Lahr
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Udo Seiwert-Fauti zeigt hier im Stadtpark einige seiner Miniaturgitarren. Beim Treffen am Sonntag werden dort dann Instrumente  der Marke Gibson in Originalgröße zu sehen und zu hören sein.

Udo Seiwert-Fauti zeigt hier im Stadtpark einige seiner Miniaturgitarren. Beim Treffen am Sonntag werden dort dann Instrumente der Marke Gibson in Originalgröße zu sehen und zu hören sein.

Schabel
  • Flashmob mit Gibson-Gitarristen im Lahrer Stadtpark: geplant ist Sonntag, 26. Juli.
  • Ort und Zeit: Musikpavillon, 14 bis 16 Uhr – Stromanschlüsse stehen bereit.
  • Teilnahme: Besitzer einer Gibson frei, alle anderen zahlen Parkeintritt.
  • Programm: Band Reloaded spielt, danach offenes Mitspielen und Improvisieren.
  • Finale mit „Summer of 69“ geplant, Verpflegung müssen Besucher selbst mitbringen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zum Treffen mit unserer Redaktion im Stadtpark hat Udo Seiwert-Fauti Miniaturgitarren mitgebracht – darunter sind Nachbildungen berühmter Instrumente, auf denen Größen wie Angus Young (AC/DC) oder Jimmy Page (Led Zeppelin) legendäre Hits eingepielt haben. Zuhause in Neuried-Schutterzell habe er rund 60 dieser Deko- und Sammlerstücke –­ da er von Gitarren fasziniert sei, erzählt der 75-Jährige.

Diese Begeisterung kommt nicht von ungefähr, denn Seiwert-Fauti war Radio-DJ – Anfang der 1970er-Jahre beim damaligen Pop Shop des Südwestfunks, später lange Jahre beim Hessischen Rundfunk. Als Radiomoderator legte er Platten auf und stellte publikumswirksame Aktionen auf die Beine. So erzählt er von einer von ihm initiierten Kahnfahrt auf der Lahn, der sich zahlreiche Hörer mit ihren Booten angeschlossen hätten. Die Organisation von Großprojekten ist also nichts Neues für den Journalisten mit Leib und Seele.

Es ist das erste Meeting dieser Art weltweit

Sein aktuelles Vorhaben ist ein Musikereignis am Sonntag, 26. Juli, im Lahrer Stadtpark – ein Flashmob mit Gibson-Gitarristen, bei dem auch die Lahrer Band Reloaded auftreten wird. Ein Treffen dieser Art hat es weltweit noch nicht gegeben, habe er nach gründlichen Recherchen in Erfahrung gebracht.

Eingeladen sind Besitzer einer „Gibson“, einer der bekanntesten und traditionsreichsten US-amerikanischen Marken für Gitarren. Viele Modelle haben eine elegant geschwungene Oberseite, inspiriert vom Geigenbau. Ein weiteres Markenzeichen sei der warme, weiche Klang, weshalb Gibson-Gitarren oft im Blues genutzt werden, erzählt Seiwert-Fauti. Die Preise gehen in die Tausender, auch deshalb sei es etwas Besonderes, eine Gitarre dieser Marke sein Eigen zu nennen. Er selbst besitze nur eine Nachbildung, „aber ich war auch Schlagzeuger“, erklärt er.

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Rund 50 Gibson-Besitzer haben sich bisher für das Treffen angemeldet. „Viele kommen aus dem Raum Freiburg, andere reisen aus Mainz oder sogar Niedersachsen an“, erzählt er. Aber auch der Raum Lahr sei gut vertreten – unter anderem mit Fabian Roßmanith. Der Abteilungsleiter Grün und Umwelt bei der Stadt habe ebenfalls eine Gibson und sei ein hervorragender Gitarrist, so Seiwert-Fauti. Roßmanith sei auch der erste gewesen, der sich angemeldet habe.

Die Teilnehmer sind angehalten, ihre Verstärker selbst mitzubringen – für Stromanschlüsse in ausreichender Zahl sei gesorgt, verspricht Seiwert-Fauti. Das Treffen soll dann von 14 bis 16 Uhr im und vor dem Musikpavillon im Stadtpark über die Bühne gehen. Geplant ist, dass nach der Begrüßung „Reloaded“ einige Songs spielt, etwa „Smells like Teen Spirit“ von Nirvana. Danach sollen die Besitzer der Gibson-Gitarren Gelegenheit erhalten, einzusteigen oder zu improvisieren.

Seiwert-Fauti setzt nicht auf einen streng vorgegebenen Programmablauf, sondern auf Spontanität und darauf, dass die Musiker sich gegenseitig inspirieren. Bereits die Instrumente an sich werden genügend Gesprächsstoff bieten, ist er sich sicher. Sei doch jedes einzelne etwas Besonderes. Der Nachmittag soll indes nicht nur eine Zusammenkunft von Gitarristen sein, vielmehr stellt sich Seiwert-Fauti eher eine Art Familientreffen vor, zu dem auch Nicht-Musiker willkommen sind. Schließlich gebe es etwas zu sehen und zu hören.

Wer am Sonntag eine Gibson dabei hat, kommt umsonst rein, alle anderen zahlen den normalen Parkeintritt (Erwachsene vier Euro, Kinder und Jugendliche 1,20 Euro). Zum Abschluss soll Bryan Adams Hit „Summer of 69“ erklingen, wünscht sich Seiwert-Fauti – gespielt von der Band Reloaded und den Gibson-Gitarristen, (mit-)gesungen von den Parkbesuchern.

Eine Wiederholung ist möglich

Kleiner Wermutstropfen: Obwohl er bei etlichen Vereinen und Institutionen angefragt habe, ob sie bei dem Treffen bewirten wollen, habe er sich nur Absagen eingehandelt. „Es hieß immer, dass nicht genügend freiwillige Helfer verfügbar seien“, bedauert er. Deshalb müssten Teilnehmer und Besucher sich um ihre Verpflegung selbst kümmern.

Trotzdem ist Seiwert-Fauti zuversichtlich, dass das Ganze ein Erfolg wird. Wenn es so kommt, sei eine Wiederholung im kommenden Jahr nicht ausgeschlossen, sagt er.

Der gebürtige Koblenzer ist vor einigen Jahren aus familiären Gründen nach Schutterzell gezogen. Er blickt auf eine ungewöhnliche Berufslaufbahn im Medienbereich zurück. 1998 zog er etwa nach Schottland und arbeitete dort als erster ständiger freiberuflicher deutscher Korrespondent. Ab dem Jahr 2000 war er fest für BBC Scotland tätig und gestaltete unter anderem die tägliche Radiosendung Good Morning Scotland. Noch heute berichtet er für die BBC aus dem Europaparlament. Ruhestand sei nichts für ihn, sagt der 75-Jährige bei dem Gespräch mit unserer Redaktion.

Kontakt

Anmeldungen zu dem Gibson-Flashmob sind erbeten unter der E-Mail-Adresse GoldStandard@european-media.eu. Besitzer einer Gibson-Gitarre können aber auch gern ohne Anmeldung vorbeikommen, alle anderen Interessierten sowieso, betont Organisator Udo Seiwert-Fauti.