„Lahr tanzt“ auf dem Marktplatz
: Besucher tanzen sich in einen Rausch

Das Fest „Lahr tanzt“ ist angekommen. Besonders als es dunkler wurde, steppte auf dem sehr gut besuchten Marktplatz am Samstag der sprichwörtliche Bär.
Von
Endrik Baublies
Lahr
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Lahr, wie es tanzt und lacht: Vor allem nach dem Sonnenuntergang steppte am Samstag auf dem Marktplatz der Bär.

Endrik Baublies

Vor dem Auftritt der Band „Ultimo“ brachte es Nic Wilhelm vom Mitveranstalter Rockwerkstatt auf den Punkt. Am Mittag gegen 15 Uhr hatte das Pflaster auf dem Marktplatz 55 Grad. Die Hitze ist Rekord in Lahr. Das Vorhaben der vielen ehrenamtlichen Helfer (wir haben das Konzept hinter „Lahr tanzt“ ausführlich in der vergangenen Woche vorgestellt) war also ambitioniert und schweißtreibend: Galt es doch, die Bühne und alle anderen Arrangements nach dem Ende des Marktes aufzubauen.

Sicher nicht von Nachteil war, dass das Trio „Quite a few“ erst kurz vor 20 Uhr mit dem Konzert begann. Da sank die Temperatur gefühlt unter 35 Grad. Der Spoiler mit dem „heißen Pflaster“ ist hier unvermeidlich. Tatsächlich strahlten die Steine des Pflasters weiter merklich Wärme ab. Der laue Wind half da nicht wirklich. Das Trio – Felix Wüger, Patrick Wiechers und Jonathan Walter – coverte Songs, deren Arrangements gerade aufgrund der zwei Stimmen und der zwei akustischen Gitarren ungewohnt und daher spannend klangen. Songs wie „You Are My Sunshine“ oder „Summertime“ waren – die Sonne war noch nicht verschwunden – klare Untertreibungen

Plan der drei Initiatoren ist voll aufgegangen

Die Idee, welche die „Weihnachtsmänner“ – Thomas Gehle, Martin Metzger, Christian Etter und Peter Leonhardt – hatten, ist aufgegangen. Sie verwendeten den Überschuss aus den vergangenen drei Weihnachtsmärkten für „Lahr tanzt“. Das Fest mit Musik und Fans, die abhotten, nahm nach den ersten Songs von „Ultimo“ Fahrt auf. Das Quartett, das die Idee umgesetzt hat, wünschte sich im Vorfeld einen Treffpunkt in Lahr für Lahrer und andere Besucher. Während sich der Marktplatz anfangs noch etwas zögerlich füllte, ließ die Musik von „Quite a few“ noch Unterhaltung zu. Was einige Besucher auch gerne und reichlich nutzten.

Die 13 Mitglieder der Band „Ultimo“ brauchten nicht lange, um das Publikum zum Toben zu bringen.

Foto: Endrik Baublies

Die Versuche, gepflegte Gespräche zu führen, wurden bei „Ultimo“ – die Combo hat 13 Bandmitglieder – erheblich anspruchsvoller, zurückhaltend ausgedrückt. Wer was sagen wollte, bitte und gerne. Das ging aber nur noch auf Kosten der eigenen Stimmbänder. Dafür schwappte die Begeisterung für die Rhythmen der Bläser, der klassischen Rockband und der drei Stimmen schnell über. Der Graben, den es immer wieder zwischen Bühne und Publikum gibt, wurde schmaler.

Von Vorteil war der Marktplatz, der bei der Menge an Zuschauern, den Tänzerinnen und Tänzern ausreichend Platz bot. Das freute das eine oder andere Paar, das sich drehte und wirbelte, und einige Kinder. Aufgefallen ist, dass nach 20 Uhr die Marktstraße belebter war, als im Hochsommer an einem Samstag üblich. Auch die Cafés und Restaurants waren an dem Abend auf dem gesamten Marktplatz mehr als üblich frequentiert.

Martin Metzger freute sich zwischen dem Wechsel der Bands über die vielen Besucher, die trotz der Hitze das Angebot angenommen hatten. Er verwies bei der Gelegenheit auch auf die Weihnachtsboxen. Die Spenden werden dem nächsten Weihnachtsmarkt auf dem Museumsplatz zugutekommen. Umgekehrt würden Überschüsse des Weihnachtsmarktes einer vergleichbaren Veranstaltung im kommenden Jahr dienen. Das wäre schön. Bleibt nur zu hoffen, dass der Hitzerekord in diesem Jahr in Lahr dann nicht erneut gebrochen werden wird.

Weihnachten kommt schon näher

Wenn sich zwei Feste durch den Zuspruch der Besucher tragen, dann spricht das zuerst für das überwiegend ehrenamtliche Arrangement, das gewürdigt wird. Da spielt es auch keine Rolle, dass bei Rekordtemperaturen knapp unter 40 Grad der Lahrer Weihnachtsmarkt jetzt schon eine Rolle spielt. Ein Blick auf den Kalender zeigt: Es sind nicht einmal mehr sechs Monate bis zum 24. Dezember. Zudem tauchen am Ende der Sommerferien zuverlässig die ersten Spekulatius in den Supermarktregalen auf. 

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