Jubiläumsprogramm geht weiter: Dörlinbacher wandern am Sonntag auf den Spuren ihrer Vorfahren

Martina Kaspar-Rothweiler (links) und Alois Göppert sind schon seit Beginn im Gremium zur 800-Jahr-Feier dabei. Sie stehen hier vor dem „S´Herre Ländels“, was auf den Grundmauern des ehemaligen Freihofs in Dörlinbach errichtet wurde.
DahmsBis ins Jahr 1880 war Dörlinbach keine Pfarrei, und hatte dementsprechend auch keinen Friedhof. Für Beerdigungen mussten die Menschen viele Kilometer zu Fuß zurücklegen und dabei noch den Sarg mit dem Verstorbenen tragen. „Das waren Strapazen, das können wir uns gar nicht mehr vorstellen“ erzählt Alois Göppert unserer Redaktion.
Er hatte die Idee dazu, zum Geburtstag des Dorfes eine Wanderung zu veranstalten. Von der Kirche aus soll es bis nach Ettenheimmünster gehen, auf der historischen Strecke. Diese sei noch zu 90 Prozent erhalten, berichtet Göppert. Bis ins Jahr 1656 habe man Verstorbene auf genau diesem Weg zum Friedhof nach Ettenheimmünster bringen müssen, ab dann ging es nach Schweighausen. „Aber das war wohl auch nicht viel besser“, so Göppert. Genau an der Passhöhe liege der sogenannte „Totenruhstein“. Darauf konnten die Dörlinbacher einen Sarg ablegen, um kurz zu verschnaufen. Bei der historischen Wanderung werde dort ebenfalls eine Pause eingelegt, es gibt an diesem historischen Punkt ein Vesper vom Radsportverein.
Weg war jahrelang nicht begehbar
Die Idee, die Strecke nach Ettenheimmünster einmal abzulaufen, hatte Göppert schon vor zehn Jahren, jedoch habe die Gemeinde damals den Weg noch nicht hergerichtet. Dieser sei an vielen Stellen schlecht oder gar nicht begehbar, und es habe einige Jahre gedauert, ihn ausreichend aufzubessern und zu beschildern. „Jetzt ist eine historische Wanderung endlich möglich, da sind wir als Dörlinbacher richtig stolz drauf“, erzählt Martina Kaspar-Rothweiler aus dem Gremium zur 800-Jahr-Feier. Am Tag der Wanderung werde sie gemeinsam mit Alois Göppert und Maria Lichtenberg auf der Strecke dabei sein. „Herr Göppert kennt sich am besten auf der Strecke aus, Frau Lichtenberg ist für das Historische verantwortlich, sie kennt alle Daten vom Kloster. Und die übrigen Fragen beantworte ich.“
Neben der historischen Komponente liegt den beiden Dörlinbachern die Veranstaltung auch persönlich am Herzen. „Mir bedeutet dieser Waldweg viel, wir haben dort als Kinder schon Räuber und Gendarm gespielt“, sagt Göppert. Mit der Wanderung wolle man den Menschen aus dem Dorf – aber auch von außerhalb – mitgeben, wie das Leben im Dorf Dörlinbach jahrhundertelang aussah.
Organisatoren hoffen auf 50 Teilnehmer
„Es beeindruckt einen, wie anstrengend das gewesen sein muss. Es geht steil bergauf über Steine und Geröll, und dabei mussten die Menschen noch einen Sarg tragen“, erzählt Kaspar-Rothweiler. Unter den bisherigen Anmeldungen seien auch Dörlinbacher, die schon lange nicht mehr im Dorf wohnen, sich aber dennoch für dessen Geschichte interessieren. „Ich möchte mich nach der Wanderung auf jeden Fall mit den Menschen unterhalten und fragen, wie sie das wahrgenommen haben und was sie beeindruckt hat.“, freut sich Göppert.
Ansonsten sei eine hohe Teilnehmerzahl natürlich Ziel. „Wenn wir hier am Sonntag mit 50 Menschen entlangwandern, wäre das ein Riesenerfolg“. Es solle ein Tag werden, der allen noch lange in Erinnerung bleibt.
Die Wanderung
Treffpunkt zur Wanderung ist am kommenden Sonntag, 21. September um 8.30 Uhr am Ziegelhüttenplatz in Dörlinbach. Insgesamt dauert die Wanderung etwa vier bis fünf Stunden, davon sind zwei Stunden die reine Laufzeit. Festes Schuhwerk ist erforderlich, Wechselkleidung wird empfohlen. Die Wanderung ist nicht für Familien mit kleinen Kindern geeignet. Für die Rückkehr aus Ettenheimmünster werden Fahrgemeinschaften organisiert. Die Anmeldung unter Telefon 07826/ 15 75.