Jubiläum
: Schwarzwaldverein Seelbach feiert Freilegung der Burgruine

Vor 100 Jahren begann der Schwarzwaldverein Seelbach, die Ruine Lützelhardt freizulegen – seither kümmern sich Mitglieder auch um deren Erhaltung. Das Jubiläum der Ausgrabung wird am Sonntag, 20. September, mit einem großen Burgfest begangen.
Von
Herbert Schabel
Seelbach
Jetzt in der App anhören
Die Burgruine Lützelhardt liegt östlich von Seelbach. Am Sonntag kommender  Woche wird hier groß gefeiert.

Die Burgruine Lützelhardt liegt östlich von Seelbach. Am Sonntag, 20. September, wird hier groß gefeiert.

Schwarzwaldverein Seelbach
  • Schwarzwaldverein Seelbach feiert am Sonntag, 20. September, 100 Jahre Ausgrabung.
  • Die Ruine Lützelhardt wurde 1926 bis 1929 freigelegt – Funde sind im Rathaus zu sehen.
  • Jährliche Pflegearbeiten sichern die Mauern, zuletzt Sanierung von 2008 bis 2010.
  • Festprogramm: Führungen, Musik und Angebote für Kinder wie Schatzsuche und Drachenmalen.
  • Anreise: Geführte Wanderung ab 10 Uhr, stündlicher Fahrdienst bis 15 Uhr, Festbeginn 11 Uhr.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach ihrer Zerstörung um die Mitte des 13. Jahrhunderts lag die Burgruine jahrhundertelang unter einem riesigen Schutthaufen begraben. Vor 100 Jahren, von 1926 bis 1929, wurde sie auf Initiative von Karl Hammel vom Seelbacher Schwarzwaldverein freigelegt. Der damalige Verein übernahm die Organisation, sorgte für Genehmigungen und trieb immer wieder Spendengelder auf.

Zahlreiche Freiwillige halfen mit bei der Ausgrabung der dreiteiligen Burganlage. Dabei wurden wertvolle Funde gemacht, die heute im Rathaus Seelbach zu sehen sind, berichtet Monika Korak, Fachwartin Kultur und Heimat im Seelbacher Schwarzwaldverein, in einer Pressemitteilung.

Bei den Ausgrabungen kamen nicht nur viele Steine, sondern auch zahlreiche Fundstücke zutage: Ofenkacheln, Glas und Tongefäße, Schmuck, Werkzeuge, Hufeisen. Sie geben Zeugnis vom Alltagsleben auf einer mittelalterlichen Burg der Stauferzeit. Darunter sind auch einzelne bedeutendere Fundstücke wie eine Schachfigur, ein Spielstein mit Drachenrelief und ein Würfel.

Die Anlage diente einst der Sicherung der Passstraße ins Kinzigtal

Die Burg wurde um 1100 bis 1150 auf etwa 460 Metern Höhe erbaut und dürfte ursprünglich der Sicherung der Passstraße ins Kinzigtal gedient haben. Bewirtschaftet wurde sie laut Wikipedia von einem Zähringer Ministerialengeschlecht. Im Zuge von Streitigkeiten zwischen den Staufern und den Bischöfen von Straßburg wurde die Burg demnach um 1245 von den benachbarten Geroldseckern, die der bischöflichen Partei angehörten, zerstört. Danach übernahm man auf der neugebauten Burg Hohengeroldseck die Sicherung der Passstraße.

LZ aktuell
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Kreis Lahr Montag bis Freitag im kompakten Überblick.

Seit den Ausgrabungsarbeiten 1926 bis 1929 sind immer wieder Arbeiten zur Sicherung der Mauern und zur Sicherheit der Besucher notwendig geworden, wie der Seelbacher Schwarzwaldverein auf seiner Internetseite informiert. Bis man sich in der Ortsgruppe in Abstimmung mit der Denkmalbehörde zu einer grundlegenden Sanierung entschloss.

Drei Jahre lang, von 2008 bis 2010 dauerten die Arbeiten, ein Kraftakt, den der Schwarzwaldverein mit Hilfe Freiwilliger aus den eigenen Reihen stemmte. Nicht weniger als 100 Quadratmeter Mauerkronen, 30 Quadratmeter Mauerwerk und 185 Quadratmeter Mauerfugen mussten saniert werden. Damit das möglich war, musste die Burgruine zeitweise eingerüstet werden.

Wind und Wetter, Verwitterung und wuchernde Natur setzen der Burgruine Lützelhardt unablässig zu. Ihre Erhaltung ist deswegen eine Aufgabe, die nie ein Ende findet. Jedes Frühjahr ist deshalb ein „Burgputz“ angesagt, bei dem freiwillige Helfer mit anpacken.

Damit die Ruine nicht überwuchert, müssen in regelmäßigen Abständen Laub und Erde weggefegt, Efeu weggeschnitten und Wurzeln entfernt werden. Nicht nur Besen, Rechen und Eimer, auch Motorsägen kommen zum Einsatz. Um an unzugängliche Stellen unterhalb des Bergfrieds zu kommen, müssen sich Mutige schon mal an der steilen Burgwand abseilen. So ist der jährliche Frühjahrsputz mehr als Schönheitspflege.

Das Programm am Festwochenende

Angebote: Der Schwarzwaldverein Seelbach begeht sein beliebtes Burgfest am Sonntag, 20. September, mit einigen besonderen Programmpunkten. So gibt es erstmals Angebote für die kleinen Besucher, die sich als Schatzgräber und Drachenmaler betätigen können. Musikalische Einlagen sollen für Mittelalter-Feeling sorgen. Bei einer Burgbesichtigung werden die Besucher auf Vergrößerungen historischer Fotos treffen, mit deren Hilfe sie früher und heute vergleichen können. Interessierten Gästen bieten Frank Munz und Monika Korak Führungen zur Geschichte der Burg, ihrer Zerstörung und Ausgrabung an.

Fahrdienst: Die Burgruine kann nicht mit dem Auto, sondern nur zu Fuß erreicht werden. Einer geführten Wanderung kann man sich um 10 Uhr am Rathaus in Seelbach anschließen. Für Nichtwanderer und alle, die nicht so gut zu Fuß sind, gibt es bis 15 Uhr einen stündlichen Fahrdienst ab dem Rathaus Seelbach und natürlich auch wieder zurück. Festbeginn ist um 11 Uhr. Für die Bewirtung der Gäste ist bestens gesorgt.