In ehemaligem Pflegeheim
: 130 Europa-Park-Mitarbeiter finden in Ettenheimmünster bald ein neues Zuhause

In nur 23 Wochen wurde das ehemalige Pflegeheim St. Marien in Ettenheimmünster in ein Wohnhaus verwandelt. Darin werden künftig Beschäftigte des Europa-Parks leben.
Von
Klaus Schade
Ettenheim
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Vertreter der Stadt Ettenheim, der Caritas Lahr und des Europa-Parks – darunter Personal-Chef Frederick Mack (rechts) – eröffneten das neue Wohnhaus.

Decoux

Die Sonne strahlte am gestrigen Vormittag mit den Teilnehmern der Schlüsselübergabe zur neuen Unterkunft von bis zu 130 Europa-Park-Beschäftigten um die Wette. Verantwortliche des Parks wie auch Bürgermeister Bruno Metz vermochten der Baumaßnahme viel Positives für den Park wie auch für die Tourismusregion Südliche Ortenau abgewinnen. In gerade einmal 23 Wochen Bauzeit wurden unter der Bauleitung von Tobias Decoux im früheren Kurhaus und dem später angebauten Caritas-Pflegeheim St. Marien 95 zeitgerechte Wohnungen für Einzelpersonen und kleine Wohngemeinschaften geschaffen.

Haus ist technisch auf dem neusten Stand

Charles Botta, Direktor von Mack-Solutions, der als visionärer Architekt gilt, schrieb in seiner Begrüßung den weitestgehend umgebauten Räumen auf 4500 Quadratmetern hohe Funktionalität und Lebensqualität zu. Technisch sei das Haus auf den neuesten Stand gebracht, jedes Zimmer verfüge nun über einen zeitgemäßen, eigenen Sanitärbereich, der Komfort im ganzen Gebäude sei bemerkenswert – und all das in enger Abstimmung mit den Anforderungen des Denkmalschutzes. Es sei gelungen, den historischen Charakter und die Anforderungen an die Moderne unter einen Hut zu bringen. Der Ausbau der grünen Außenanlage – beispielsweise mit weiteren Parkmöglichkeiten – werde dem Anspruch auf Nachhaltigkeit gerecht. All das sei nur möglich geworden dank der guten Zusammenarbeit mit der Stadt Ettenheim und der Verantwortlichen Gremien in Ettenheimmünster.

Dies hob auch Frederick Mack, Personal-Chef des Europa-Parks, in seinen Grußworten hervor. Der Park beschäftige Menschen aus mehr als 100 Ländern und trage für sie auch eine große Verantwortung, auch hinsichtlich bezahlbaren Wohnraums. Sie alle bräuchten mehr als nur einen Arbeitsvertrag, Wohnraum mit hoher Lebensqualität sei ebenso wichtig. Dass man das nun, in Ablösung der bisherigen Unterkunft im Windenreuter Hof, hier in Ettenheimmünster ermöglichen kann, sei ein Glücksfall für alle.

Hell, mit vielen weißen Elementen und schwarzen Akzenten: In wenigen Wochen wurde das einstige Pflegeheim zu einem Wohnhaus mit Gemeinschaftsräumen umgebaut.

Foto: Decoux

Die Anreisezeit halbiere sich dadurch, der dreimal täglich angebotene Bustransfer zwischen Arbeits- und Wohnstätte bringe erhöhte Lebensqualität, der sich der Park verpflichtet fühle. Ein Hausmeister stehe den Bewohnern jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Was hier in Ettenheimmünster auch unter diesem Aspekt binnen kürzester Zeit geschaffen wurde, bezeichnete Mack als „sensationell“.

Bürgermeister Bruno Metz vermochte sich dieser Beurteilung uneingeschränkt anzuschließen. Man sei in Ettenheim eine Zeitlang in Sorge hinsichtlich der Nachfolgenutzung des Caritas-Pflegeheims gewesen, das auf Grund der neuen Landespflegeheimbauordnung in einen Neubau in der Kernstadt ziehen, neue Orientierung suchen musste (wir berichteten).

Park und Stadt loben ihre Zusammenarbeit

Als sich die Perspektive mit dem Europa-Park abgezeichnet habe, sei diese Sorge großer Zuversicht gewichen. Schließlich wisse man um „eine hervorragende Zusammenarbeit mit dem Familienunternehmen“. All dies habe sich auch bestätigt. Dank sprach Metz den Verantwortlichen der Caritas aus. „International“ sei Ettenheimmünster schon seit langer Zeit, so Metz bezugnehmend auf die künftigen Bewohner. Im siebten Jahrhundert habe sich der iroschottische Mönch Landelin hier niedergelassen, in späteren Jahrhunderten französische Geistliche und Adlige. Vom Europa-Park, so merkte Metz an, profitiere die ganze Region. Tourismus sei auch für Ettenheim bei 120.000 Übernachtungen im Jahr ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Als Geschenk zum Einzug übergab Bruno Metz, zusammen mit Ortsvorsteherin Stefanie Ackermann, ein Apfelbäumchen.

Schmissige Musik der Dixielandband des Europa-Parks, die Möglichkeit zur Besichtigung und die vielfältige Bewirtung unter schattenspendenden Sonnenschirmen luden auch nach dem offiziellen Teil zum Verweilen ein. Bis zum 10. Juni, so ließ Ortsvorsteherin Stefanie Ackermann unsere Redaktion wissen, soll das Haus komplett bezogen sein.

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