Hunderttausende Bilder
: Seit 50 Jahren berichtet Ulrike Hiller über Ettenheim - nun übergibt sie ihr Fotoarchiv

Die 82-jährige Journalistin berichtet seit 50 Jahren über das Geschehen in der Region – vor allem in Ettenheim. In dieser Zeit hat sie prägende Momente der Stadtgeschichte mit ihrer Kamera festgehalten. Am Dienstag übergibt sie jedes einzelne Foto an die Stadt.
Von
Herbert Birkle
Ettenheim
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Eines der wenigen Male, das Ulrike Hiller nicht hinter, sondern vor der Kamera steht: Im Jahr 2005 übergab sie gemeinsam mit   Bernhard Uttenweiler und  Bürgermeister Bruno Metz das Buch zum Stadtjubiläum.

Eines der wenigen Male, das Ulrike Hiller nicht hinter, sondern vor der Kamera steht: Im Jahr 2005 übergab sie gemeinsam mit Bernhard Uttenweiler und Bürgermeister Bruno Metz das Buch zum Stadtjubiläum.

Archiv
  • Ulrike Hiller übergibt am Dienstag ihr Fotoarchiv an die Stadt Ettenheim.
  • Sie berichtet seit 50 Jahren über die Region und seit 40 Jahren für den Stadtanzeiger.
  • Ihr Archiv umfasst Hunderttausende Bilder – analog geordnet und digital archiviert.
  • Der Bestand wird in die historische Datenbank übernommen und als Bildchronik gesichert.
  • Übergabe um 17 Uhr im Bürgersaal des Rathauses, die Stadt lädt zu einer kleinen Feier ein.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Für die Stadt Ettenheim steht am kommenden Dienstag ein besonderer Termin an: Ulrike Hiller übergibt ihr Fotoarchiv mit Hunderttausenden Bildern aus Ettenheim und der Region an die Verwaltung. Seit 50 Jahren berichtet die 82-Jährige vom Stadtgeschehen, seit 40 Jahren ist sie für den Ettenheimer Stadtanzeiger aktiv. Seit 1981 lebt sie in Ettenheim und ist bis heute als Fotojournalistin für Lokalzeitungen tätig.

Angefangen hat alles im Jahr 1958, als sie in ihrer Heimatstadt Rastatt im dortigen Fotogeschäft Haase ihre Lehre als Fotografin von der Pike auf begann. „Es waren wahrlich keine Herrenjahre“, berichtet sie noch heute, „aber ich habe alles gelernt, was ich für den Beruf brauchte“. Nach der erfolgreich abgeschlossenen Lehre zog es sie nach Freiburg, wo sie bei Photo-Stober als Fotografin tätig war. Dort lernte sie alles rund um die Be- und Verarbeitung von Schwarz-Weiß-Fotos.

Die Überführung der Zunftlade der Reb- und Ackerbauzunft im Jahre 1985 ist eines der frühen Werke Ulrike Hillers. Auf dem Foto ist Zunftmeister Karl Dees zu sehen.

Die Überführung der Zunftlade der Reb- und Ackerbauzunft im Jahre 1985 ist eines der frühen Werke Ulrike Hillers. Auf dem Foto ist Zunftmeister Karl Dees zu sehen.

Hiller

1966 gründete sie eine Familie und richtete ihr eigenes kleines Fotostudio für Familienaufnahmen und Feste in Friesenheim ein. Hier begann auch Anfang der 1970er-Jahre ihre journalistische Laufbahn: Ihr erster Bericht handelte von dem Brand des Gasthauses Krone in Friesenheim – veröffentlicht in der Lahrer Zeitung. Ab diesem Zeitpunkt war sie in der weiten Gegend von Lahr unterwegs und lieferte „brandaktuell“ Fotos von Veranstaltungen, Unfällen und sonstigen Geschehnissen. Nach Ettenheim kam sie ab 1976 regelmäßig, ihr erster Auftrag hier war die Investitur von Pfarrer Bernhard Kleiser. Die Filme wurden zuhause in der eigenen Dunkelkammer entwickelt und dann Bilder und Text in die Redaktionen gebracht. „Damals und bis ins Jahr 2002 war noch die intensive Laborarbeit ein wesentlicher Teil. Es war eine recht harte Tätigkeit in der Dunkelkammer mit den Chemikalien und einer Technik, die nicht nur Zeit, sondern auch Können und Erfahrung erforderte“, stellt Hiller rückblickend fest.

Ihr erster Bericht erschien in der Lahrer Zeitung

Daran änderte sich auch nichts, als sie 1981 mit ihren zwei Töchtern nach Ettenheim zog und seit dort hier ihren Wohn- und Arbeitsbereich ebenfalls als selbständige Foto-Journalistin etablierte – und in kürzester Zeit ein umfangreiches Gebiet ihrer Tätigkeit als Fotojournalistin aufbaute. Erst beim „Ettenheimer Heimatbote“, der damals an den Verlag der Badischen Zeitung verkauft wurde, später dann beim Verlag Stückle, bei dem sie ein Einsatzgebiet von Ettenheim bis Breisach, dem Elztal und dem nördlichen Breisgau mit den Wochenzeitungen Ettenheimer Stadtanzeiger, Kaiserstühler Wochenbericht, Von Haus zu Haus ‚Denzlingen und dem Elztäler Wochenbericht innehatte, aber auch noch für die Lahrer Redaktionen von BZ und LZ aus Ettenheim und Umgebung berichtete.

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„Langweilig wurde es mir nie“, erzählt sie heute aus diesen stressigen Jahren, in denen sie über Veranstaltungen sowohl mit ihren Fotos und auch mit ihren Berichten allgegenwärtig in der lokalen Berichterstattung war. „Einmal an Fastnacht, so berichtet Hiller, „kamen allein aus Denzlingen 16 entwickelte Filme, von denen ich die Abzüge für die Zeitung zu machen hatte. Der Tag war für dies alles zu kurz.“

Jubilarsberichte sind ihr ein besonderes Anliegen

Ein besonderes Thema in ihrer Arbeit: die Jubilarberichte. Nicht nur „einfach den Fotoapparat draufhalten“, sondern sich mit den Personen und ihrer Vita zu beschäftigen und dann die Leser durch Foto und Bericht daran Anteil nehmen lassen, ist auch heute noch Grundlage ihrer Berichterstattung.

„Natürlich gab es auch neben dem beruflichen Alltag immer wieder besondere Höhepunkte bei besonderen Anlässen“, berichtet Hiller. Sei es bei Großveranstaltungen, Bürgermeisterwahlen, Festveranstaltungen wie bei der Reb- und Ackerbauzunft in Ettenheim, die Gemeindereform, das Stadtjubiläum von 2005 von Ettenheim, die Neujahrsempfänge in den Gemeinden der Region, die Abende der Narrenzünfte oder auch der Besuch der Landesregierung zum 60. Geburtstag von Helmut Rau. „Da und sonst überall dabei zu sein und zu berichten, das hat mich bis heute immer wieder auf Trab gebracht und mich gestärkt – aber auch persönlich beflügelt, meine anstrengende Tätigkeit als Foto-Journalistin mit Begeisterung und Freude auszuüben. Dabei bin ich oft bis an die Grenze der eigenen Kraft gegangen“.

Anlässlich des 60. Geburtstages von Minister Helmut Rau im Jahr 2010 war fast die ganze Landesregierung in  Ettenheim. Auch die früheren Ministerpräsidenten Erwin Teufel und Oettinger waren unter den Gratulanten beim Eintrag ins Goldene Buch. Auch dieser besondere Moment wurde von Ulrike Hiller mit der Kamera festgehalten.

Anlässlich des 60. Geburtstages von Minister Helmut Rau im Jahr 2010 war fast die ganze Landesregierung in Ettenheim. Auch die früheren Ministerpräsidenten Erwin Teufel und Oettinger waren unter den Gratulanten beim Eintrag ins Goldene Buch. Auch dieser besondere Moment wurde von Ulrike Hiller mit der Kamera festgehalten.

Hiller

So sind im Laufe der 50 Jahre Hunderttausende Fotos entstanden, die heute ein Zeitdokument darstellen. Nicht nur besondere Termine, sondern auch die „kleinen, aber wichtigen“ Berichte über lokale Gegebenheiten und Jubiläen sammelten sich in die Negativstreifen in mehr als 50 Ordnern im Keller und nach 2002 auf digitalen Datenträgern, ebenfalls nach Jahren und Monaten in Mappen gesammelt. Sie alle geben ein vielseitiges Bild des Geschehens aus dieser Zeit bis heute. Und ein Glücksfall, dass Hiller von Anfang an alle Filmnegative in Ordner abgeheftet und die digitalen Bilder auf Datenträger archiviert hat. Das kann Dank der intensiven Arbeit von Jörg Sieger alles in die historische Datenbank für die Stadt Ettenheim übernommen und für die Zukunft als Bildchronik von Ettenheim und der Region für die Nachwelt erhalten werden.

Die Übergabe

Das gesamte Fotoarchiv, das sich Ulrike Hiller in rund 50 Jahren aufgebaut hat, wird am Dienstag, 25. August, übergeben. „Bei einer kleinen Übergabe um 17 Uhr im Bürgersaal des Rathauses möchten wir uns bedanken und dies feiern“, schreibt die Stadt in einer Mitteilung.