Historischer Erfolg
: Erster Tunnel unter Panamakanal kommt von Herrenknecht

Die 13,5 Meter große Maschine des Schwanauer Unternehmens schaffte den 4,5 Kilometer langen Vortrieb für eine neue Metrolinie in Panama-Stadt.
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red/hug
Schwanau
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Mit der 13,5 Metern großen Maschine erfolgte der Durchbruch.

Herrenknecht
  • Erstmals fuhr eine Tunnelbohrmaschine unter dem Panamakanal und erreichte den Zielschacht.
  • Die 13,5-Meter-Maschine von Herrenknecht trieb seit September 2024 rund 4,5 Kilometer voran.
  • Der Durchbruch gelang in bis zu 65 Metern Tiefe – hoher Wasserdruck und wechselnder Baugrund.
  • Mixschild mit begehbarem Schneidrad erlaubte Werkzeugwechsel unter Normaldruck und sorgte für Tempo.
  • Metrolinie 3 soll westliche Vororte an die Innenstadt anbinden und 250.000 Pendlern nutzen.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Ein besonderer Erfolg für den Tunnelbau und das Schwanauer Unternehmen Herrenknecht: Erstmals ist eine Tunnelbohrmaschine unter dem Panamakanal hindurchgefahren. Wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung berichtet, erreichte die 13,5 Meter große Maschine vom Typ Mixschild am 26. Oktober nach rund zwei Jahren Vortrieb den Zielschacht. Gemeinsam mit Vertretern der örtlichen Politik feierten Mineure und Baustellenverantwortliche den Durchbruch. Für Herrenknecht sei das Projekt ein Beleg für die Leistungsfähigkeit seiner Tunnelbohrtechnik unter besonders anspruchsvollen Bedingungen.

Die Maschine wurde vom Schwanauer Hersteller eigens für den Bau der Metrolinie 3 in Panama-Stadt geliefert, informiert das Unternehmen. Seit dem Start der Arbeiten im September 2024 hat das ausführende Baukonsortium HPH insgesamt 4,5 Kilometer Tunnel aufgefahren. Dabei erreichten die Vortriebsmannschaften Spitzenwerte von bis zu 300 Metern pro Monat.

Eine spezielle Herausforderung stellte die Unterquerung des Panamakanals dar. Die Wasserstraße zählt zu den meistgenutzten und wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Die Tunnelbohrmaschine arbeitete dabei in einer Tiefe von bis zu 65 Metern unter dem Meeresspiegel. Neben dem hohen Wasserdruck mussten die Mineure auch unterschiedliche und teilweise schwer vorhersehbare geologische Bedingungen bewältigen, ist der Pressemitteilung zu entnehmen. Bereits im Februar 2026 hatte die Maschine einen Zwischendurchbruch an der künftigen U-Bahn-Station Balboa erreicht. Von dort aus waren noch rund 1,5 Kilometer bis zum endgültigen Zielschacht zurückzulegen.

Neue Verbindung für 250.000 Pendler

Dass der Vortrieb sicher und effizient abgeschlossen werden konnte, führt Herrenknecht unter anderem auf die technische Weiterentwicklung des Maschinentyps Mixschild zurück. Wie Jürgen Hoss, Leiter im Projektmanagement des Unternehmens, erläutert, habe sich insbesondere das Konzept des begehbaren Schneidrads bewährt. Dadurch können die Abbauwerkzeuge an der Vorderseite des Schneidrads von der Rückseite aus unter atmosphärischem Druck gewechselt werden. Auch der für einen Mixschild eher ungewöhnliche Baugrund auf den letzten 1,5 Kilometern habe keine größeren Schwierigkeiten verursacht.

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Die neue Metrolinie 3 soll die westlichen Vororte mit der Innenstadt von Panama-Stadt verbinden. Sie gilt als bedeutendes Infrastrukturprojekt für die wachsende Metropolregion. Nach Angaben des Unternehmens soll die Verbindung rund 250.000 Pendlern zugutekommen, die bislang für ihren täglichen Arbeitsweg auf eine stark überlastete Brücke angewiesen sind. Die neue U-Bahn soll die Fahrzeiten verkürzen und eine zuverlässigere Mobilität ermöglichen.

Panamas Präsident José Raúl Mulino würdigte den erfolgreichen Abschluss des Tunnelvortriebs als herausragende Ingenieurleistung. Die neue Verbindung biete eine wegweisende Lösung für bestehende Verkehrsprobleme. Auch César Pinzón, Direktor der Metro de Panamá, betonte die Bedeutung des Projekts insbesondere für die Bewohner der westlichen Vororte, die künftig schneller und sicherer in die Innenstadt gelangen sollen.

Auch Firmengründer und Vorstandsvorsitzender Martin Herrenknecht gratulierte den Projektbeteiligten bei einem Besuch am Standort des Bauherrn zum erfolgreichen Abschluss. Er würdigte insbesondere die Leistung der Mineure und der beteiligten Unternehmen.

Anspruchsvolle Unterquerungen von Gewässern

Für den Maschinenbauer aus Schwanau sei der erfolgreiche Vortrieb unter dem Panamakanal Teil einer langen Reihe anspruchsvoller Unterquerungen von Flüssen, Meeren und anderen Wasserwegen. Die Erfahrungen reichen bis zum Bau der vierten Elbtunnelröhre in Hamburg zurück. Zwischen 1997 und 2000 kam dort die Tunnelbohrmaschine TRUDE zum Einsatz. Das Projekt galt damals als wichtiger technologischer Durchbruch.

In den folgenden Jahren kamen Herrenknecht-Maschinen unter anderem bei Tunnelprojekten unter dem Jangtse in China, im Hafen von Miami, unter dem Bosporus und unter dem Suezkanal zum Einsatz. In Hongkong wurde sogar mit einem Weltrekorddurchmesser von 17,63 Metern gearbeitet.

Neues mögliches Großprojekt

Die Erfahrungen aus diesen Projekten fließen auch in die Planungen für mögliche künftige Großvorhaben ein. Dazu zählt eine mögliche Untertunnelung der Straße von Gibraltar. Im Gespräch ist ein knapp 40 Kilometer langer Eisenbahntunnel in bis zu 500 Metern Tiefe unter dem Meeresspiegel. Ob das Vorhaben tatsächlich umgesetzt wird, ist derzeit noch offen.