Große Aktion steht an
: Feuerwehr Schuttertal feiert 50. Geburtstag mit großer Schauübung

Die Wehr begeht am Samstag, 20. Juni, ihren runden Geburtstag. Vier Protagonisten blicken im Gespräch auf eine bewegte Geschichte zurück.
Von
Endrik Baublies
Schuttertal
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Die Feuerwehr der Gemeinde feiert am Samstag ihren 50. Geburtstag. Die Geschichte der vergangenen Jahre beleuchten (von links): Franz Kaspar (Schweighausen), Kommandant Achim Zehnle und Reinhold Grimm (Dörlinbach) sowie Ulrich Faißt (Schuttertal)

Endrik Baublies

Ein einheitliches Kommando der Feuerwehr Schuttertal wurde nach der Gemeindereform Anfang der 1970er-Jahre gebildet. Achim Zehnle, Gesamtkommandant der Feuerwehr der Gemeinde Schuttertal, stellt zusammen mit den ehemaligen Abteilungskommandanten Franz Kaspar (Schweighausen), Reinhold Grimm (Dörlinbach) und Ulrich Faißt (Schuttertal) vor, wie sich die drei Abteilungen und die Zusammenarbeit der Feuerwehr der Gemeinde seither entwickelt haben.

Einig sind sich alle vier, dass nach dem Zusammenschluss der drei Ortsteile im Zuge der Gemeindereform ein gemeinsames Kommando unumgänglich war. Die drei Dörfer liegen weit auseinander, es gibt viele entlegene Seitentäler, und die Distanz, etwa vom ehemaligen Gasthaus Eiche vor dem Ortseingang Schuttertal auf den Geisberg oder in das Harmersbachtal, hätte keine Alternative gelassen.

Bisher gab es nur drei Gesamtkommandanten

Weil jeder Ortsteil seine eigene Abteilung behalten hat, habe es keine größeren Anlaufschwierigkeiten gegeben. Im Fall der Fälle werden immer alle drei Abteilungen alarmiert.Ein Beispiel, wie gut das Kommando der Feuerwehr der Gemeinde mit den drei Abteilungen mit je einem eigenen Kommandanten funktioniert, sieht laut Zehnle so aus: Es hat bisher nur drei Gesamtkommandanten gegeben. Wilhelm Göppert amtierte nach dem Zusammenschluss 15 Jahre, ebenso Josef Ohnemus – Zehnle amtiert seit 20 Jahren und wurde vor wenigen Wochen für eine neue Amtszeit für die kommenden fünf Jahre wiedergewählt.

Der Zusammenschluss hatte auf lange Sicht viele Vorteile. Das Quartett ist sich einig, dass die Feuerwehr der Gemeinde, was Ausstattung und Mannschaftsstärke betrifft, „gut bis sehr gut“ aufgestellt ist. Die Gemeinde – es hat seitdem mit Bernhard Himmelsbach, Carsten Gabbert und Matthias Litterst drei Bürgermeister gegeben – hat, was die Fahrzeuge betrifft, alles, was notwendig ist, beschafft. Zehnle lobt die Unterstützung ausdrücklich. Wichtig ist dem Kommandanten auch die gute Zusammenarbeit mit allen Nachbargemeinden – heute auch über die Grenzen des Landkreises hinweg.

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Aktuell gibt es bei der Wehrkeine Nachwuchssorgen

Die Abteilungen sind etwa gleich stark. Von Vorteil ist die Jugendfeuerwehr, gegründet 1998, mit etwa 20 Kindern und Jugendlichen ab zehn Jahren: Die Feuerwehr der Gemeinde hat, auch da sind sich alle vier einig, derzeit keine Nachwuchssorgen.

Was die Feuerwehr heute leistet, lässt sich auch so darstellen: Zu Beginn gab es nur in Schuttertal eine Wehr mit eigenem Fahrzeug. Im oberen Schuttertal stellten Landwirte damals einen Schlepper zur Verfügung, der die Anhänger der Feuerwehr zum Einsatzort befördern musste. Bei der Gelegenheit erinnern sich aber alle vier, dass so etwas etwa bei Waldbränden immer noch hilfreich sei. Wenn ein Landwirt mit einem Anhänger erscheint, dessen Anhänger statt mit Gülle mit Wasser gefüllt ist, sei das nicht zu unterschätzen.

Eine alte Aufnahme der Wehr mit dem ersten Kommandanten Wilhelm Göppert.

Foto: Baublies (Repro)

Eine Herausforderung ist aktuell die Verfügbarkeit der Kameraden tagsüber. Das liegt daran, dass es in der Gemeinde nicht so viele Arbeitsplätze gibt. Daher achten Verwaltung und Kommando darauf, dass bei der Einstellung, etwa beim Bauhof, Mitarbeiter bevorzugt werden, die eine Ausbildung bei der Feuerwehr haben.

Das neue, moderne Gerätehaus in Schweighausen im Bergdorfhaus erfüllt alle Anforderungen. Eine Herausforderung wird es, da ist sich Zehnle sicher, auf längere Sicht bei den Unterständen der Abteilungen in Schuttertal und Dörlinbach geben. Das Gespräch mit unserer Redaktion findet im Gerätehaus in Dörlinbach statt. Ein Blick auf die Halle und die zwei Fahrzeuge macht deutlich, dass es hier im Fall der Fälle eng werden kann. Zudem fehlen getrennte Duschen, die für Kameradinnen eigentlich da sein sollten.

Der größte Einsatz der vergangenen 50 Jahre war ein Brand beim Meierlenzenhof auf dem Geisberg im November 2009. Das war, sagt Zehnle, auch „der größte Erfolg“ der Schuttertäler Feuerwehr. Der Hof wurde gerettet. Einen Stall konnten die Kameraden nicht mehr löschen, dafür wurden die Tiere gerettet, auch dank des Einsatzes mehrerer Feuerwehren aus der Umgebung.

Das Foto zeigt einen Einsatz im Winter 2006 in Dörlinbach bei einem Dachstuhlbrand.

Foto: Endrik Baublies

Ein weiterer großer Einsatz war der Dachstuhlbrand in der Dörlinbacher Ortsmitte Ende Dezember 2006. Der Dachstuhl eines Wohnhauses gegenüber des Rathauses war am frühen Morgen in Brand geraten. Tückisch war die Aufgabe, weil es viele Brandnester gab, die immer wieder aufflammten.

Größter Einsatz war 2009 beim Meierlenzenhof

Die Einsatzabteilung Schuttertal hat derzeit 26 aktive Mitglieder und vier Jugendliche in der Jugendfeuerwehr. Sieben Kameraden gehören zur Altersabteilung. Das Feuerwehrhaus bietet Platz für zwei Fahrzeuge und einen Gemeinschafts- und Schulungsraum. Die Abteilung ist mit einem Löschgruppenfahrzeug und einem Gerätewagen Technik ausgestattet.

Die Einsatzabteilung Dörlinbach hat derzeit 29 aktive Mitglieder und fünf Jugendliche in der Jugendfeuerwehr. Das Feuerwehrhaus bietet Platz für drei Fahrzeuge und einen Gemeinschafts- und Schulungsraum. Die Abteilung ist mit einem Staffellöschfahrzeug und einem Mannschaftstransportwagen ausgestattet.

Die Einsatzabteilung Schweighausen hat derzeit 29 aktive Mitglieder, davon zwei Kameradinnen. Die aktiven Mitglieder bestehen aus zwölf Atemschutzgeräteträgern, neun Maschinisten und fünf Gruppenführern. Zudem ist ein Jugendlicher in der Jugendfeuerwehr, es gibt elf Alterskameraden. Im modernen Feuerwehrhaus stehen ein Staffellöschfahrzeug und ein Mannschaftstransportwagen. Neben der Fahrzeughalle gibt es einen Gemeinschafts- und Schulungsraum, eine Funkzentrale und weitere Räumlichkeiten zur Lagerung und Wartung der Geräte.

Große Feier am Samstag

Mit einer großen Schauübung feiert die Gesamtfeuerwehr am Samstag, 20. Juni, ihr 50-jähriges Bestehen. Ab 16 Uhr verwandelt sich der Bereich rund um das Gasthaus zum Löwen in der Dörlinbacher Hauptstraße in einen realitätsnahen Einsatzort. Gemeinsam mit den Nachbarwehren aus Seelbach, Lahr, Ettenheim, Biederbach, Elzach und Welschensteinach sowie dem DRK und dem Arbeiter-Samariter-Bund wollen die Einsatzkräfte ihr Können zeigen und werden den Zuschauern lebhaft vorführen, wie im Ernstfall jede Minute zählt. Im Anschluss klingt der Tag in der Dörlinbacher Festhalle aus. Für die Schauübung wird die Hauptstraße in Dörlinbach auf Höhe des Gasthauses zum Löwen voll gesperrt, Umleitungen sind ausgeschildert. Entlang der Umleitungsstrecke wird darum gebeten, Fahrzeuge so zu parken, dass eine Fahrbahnbreite von mindestens drei Metern frei bleibt. Lkw über 7,5 Tonnen können die Strecke nicht befahren. Weitere Infos unter feuerwehr-schuttertal.de.