Größerer Schaden als gedacht
: So ist die Situation im Freizeitpark „Funny-World“ nach dem Brand

Ein verheerendes Feuer wütete am vergangenen Samstag im Kappeler Freizeitpark „Funny World“. Das Ausmaß der Zerstörung ist immer noch nicht komplett abzuschätzen.
Von
Benedikt Stahl
Kappel Grafenhausen
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Der Schaden des Brands ist deutlich sichtbar aus der Luft.

Funny-World

Das 25-jährige Bestehen des Freizeitparks im vergangenen Jahr sei ein schöner Anlass gewesen, nun müsse man sich leider mit einer traurigen Angelegenheit befassen, eröffnete Inhaber Michael Schludecker eine Pressekonferenz am Freitag. Rückblick: Ein Feuer brach am vergangenen Samstag im Park aus, die Feuerwehr löschte ihn gegen 10 Uhr. Es blieben zerstörte Attraktionen und ein hoher Schaden zurück.

„Wir waren mit der gesamten Situation überfordert“, gab Bernd Wolk, Betriebsleiter, zu. Schludecker habe vom Brand erst am Sonntagmorgen erfahren, da er am Samstag kein Empfang hatte. Die Nachricht habe bei ihm Gänsehaut ausgelöst, erinnerte er sich.

Umso erfreulicher sei die Welle der Anteilnahme gewesen, die den Park erreicht haben. „Die Solidarität hat uns überwältigt“, verriet Schludecker, der sichtlich bewegt war und mit den Emotionen kämpfte. Eine Einzelspende aus der Schweiz habe 500 Euro betragen, andere Freizeitparks haben sich solidarisch gezeigt. Auch der Europa-Park? „Ja, aber die genaue Summe nennen wir nicht“, so der Inhaber. Insgesamt sei die Höhe der Spenden weit im vierstelligen Bereich. Ebenso lobenswert sei der Einsatz der Feuerwehr sowie die Bereitschaft der Mitarbeiter gewesen, die am Sonntag den Betrieb aufrechterhielten. „Das ist ein sehr gutes Miteinander“, so Schludecker.

Es seien am Donnerstag mehrere Sachverständige und Gutachter bei der etwa 2000 Quadratmeter großen Brandfläche eingetroffen, um die Höhe des Schadens einzuschätzen. „Wir warten auf die schriftliche Bestätigung“, erklärte Schludecker das Prozedere. Die ursprüngliche Schätzung der Polizei auf einen Schaden von 500 000 Euro mussten die Inhaber korrigieren: „Wir gehen von einer hohen sechsstelligen Summe aus, eventuell im siebenstelligen Bereich“, hielt der Inhaber fest. Bezüglich der Brandursache werden die Ergebnisse der Untersuchungen abgewartet. Man gehe vorläufig von einem technischen Defekt aus, betonte Betriebsleiter Wolk. Das wurde den Verantwortlichen mündlich so mitgeteilt. Da die Polizei den Fall an die Versicherung abgegeben habe, dauere es bis zur schriftlichen Bekanntgabe.

Der Aufbau der Attraktionen gestaltet sich schwierig

Was wurde überhaupt zerstört? „Zwei Hauptattraktionen sind komplett abgebrannt, insgesamt sind es vier“, bedauerte der Inhaber. Zu den Hauptattraktionen zählen der „Goldminenexpress“ – eine kleine Achterbahn – und „Bongo Bongo“, eine Drehgondel. Darüber hinaus wurde der „sehr beliebte“ Kinderzirkus und die Trampolinanlage zerstört. Der Inhaber räumte offen ein, dass „einer der hochwertigen Bereiche“ getroffen wurde. Zudem sei der Souvenir-Shop „La Cantina“ betroffen. Dort werde statisch geprüft, ob eine Seitenwand infolge des Brandes entfernt werden müsse. Davon sei abhängig, ob der Shop komplett neu aufgebaut werden müsse oder nicht. Daher sei der genaue Schaden noch nicht bekannt.

Schludecker plant, den „Goldminenexpress“ wieder aufzubauen. Das gestalte sich jedoch als schwierig, da der Hersteller erst ab Mitte oder Ende 2026 liefern könne. Ähnliches gelte für den Kinderzirkus, der aufgrund der verbauten Elektronik und Figuren „sehr komplex“ sei.

Wie es genau weitergehe, könne man noch nicht sagen. „Bei so einem Vorfall gibt es kein Plan B“, unterstrich der Inhaber. Man habe viel zu tun und müsse mit Planungsfirmen, Betreibern und der Versicherung die weitere Vorgehensweise besprechen.

Besucher sind nach Brand zurückhaltend

Dabei erhalte „Funny World“ auch Unterstützung von Michael Thoma , den der Betreiber als „einen absoluten Glücksfall“ bezeichne. Der Fachanwalt, der auch für den Europa-Park tätig ist, sei ein Experte bei der Regulierung von Brandschäden. So könne man sich auf das Tagesgeschäft konzentrieren, „eine Last fällt ab“, freute sich Wolk.

Viele Besucher haben auch schon nachgefragt, wie und ob es weitergehe. Es sei keiner gekommen, nur um sich die Ruine anzusehen, so Schludecker, der „froh um jeden ist, der unterstützt“. Er registriere indes eine Zurückhaltung bei den Besuchern, entscheidend sei es zum Beginn der Sommerferien. Der Wille zum Wiederaufbau sei groß, die finanziellen Probleme ebenso. Wie sieht es um die Existenz aus? „Fragen Sie mich in zwei Monaten noch mal“, konstatierte Schludecker.

Das „Funny-World“

 Der Freizeitpark für Kinder öffnete 1999 und bietet auf einer Fläche von 40 000 Quadratmeter etwa 50 Attraktionen an. Der Betrieb findet nach dem Brand mit kleinen Einschränkungen statt. Wer den Park unterstützen möchte, kann dies per Paypal unter folgendem Link tun: https://www.paypal.com/paypalme/funnyworldgermany

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