Gespräch mit Lahrer OB: So will der DRK-Rettungsdienst dem Fachkräftemangel entgegenwirken

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Schwarzwälder BoteAusstattung, Ausbildung, Fachkräftemangel, gesetzliche Rahmenbedingungen, strukturelle Vorgaben: Über diese und weitere Themen hat sich OB Markus Ibert bei einem Besuch der Lahrer Rettungswache des DRK-Rettungsdienst Ortenau informiert. Darüber berichtet das Rathaus in einer Pressemitteilung.
Der DRK-Rettungsdienst Ortenau betreibt im Ortenaukreis sieben Rettungswachen für Notfallrettung und den qualifizierten Krankentransport. Die Disposition übernimmt die Integrierte Leitstelle Ortenau. Der Einsatzbereich der Lahrer Rettungswache umfasst etwa 286 Quadratkilometer und reicht von Friesenheim über Meißenheim, Schwanau bis hin nach Kippenheim.
40 Rettungs- und Notfallsanitäter sowie neun Azubis arbeiten in der Lahrer Rettungswache
Der Rettungsdienst werde zunehmend auch in Fällen alarmiert, in denen eine hausärztliche Praxis oder eine Notfallpraxis die geeignetere Anlaufstelle wäre, was Ressourcen bindet, informierte vor Ort Rettungsdienstleiter Christian Ibig. Ein Grund könne darin liegen, dass einigen Menschen der Unterschied zwischen dem ärztlichen Bereitschaftsdienst und dem Rettungsdienst nicht ausreichend bekannt sei. „Wir haben eine Hilfeleistungspflicht, sobald ein Hilfegesuch bei uns eingeht, müssen wir auch zu dem Patienten fahren.“ Hier brauche es einen Filter, „damit nicht alle in einem Klinikum landen“, so Ibig.
40 Rettungs- und Notfallsanitäter sowie neun Auszubildende arbeiten in der Rettungswache Lahr. Der Fachkräftemangel ist auch im Rettungsdienst in der Ortenau ein zentrales Thema. Um dem entgegenzuwirken und den eigenen Nachwuchs zu sichern, bildet der DRK-Rettungsdienst Ortenau jährlich neun bis zwölf Menschen zu Notfallsanitätern aus.
Auch Rettungsdienstplanverordnung wird besprochen
Ein weiterer Themenschwerpunkt war die neue Rettungsdienstplanverordnung Baden-Württemberg, die zeitnah von der Politik verabschiedet und umgesetzt werden soll. Sie sieht eine verbindliche Hilfsfrist von zwölf Minuten in 95 Prozent der Fälle vor. In dieser Zeit soll das erste Rettungsmittel bei dem Patienten eintreffen. Um dies jedoch umsetzen und organisatorisch planen zu können, „braucht es von Seiten der Politik die entsprechende Handlungsgrundlage“, berichtete Andreas Scheibel, Geschäftsführer des DRK-Rettungsdienst Ortenau.
„Der Besuch hat eindrucksvoll gezeigt, mit welchem hohen Engagement und welcher Professionalität die Mitarbeitenden des DRK-Rettungsdienstes täglich für die Sicherheit der Menschen in unserer Region sorgen“, so Ibert. Der Rettungsdienst sei ein unverzichtbarer Bestandteil der Daseinsvorsorge. Dafür brauche es auch künftig verlässliche strukturelle und politische Rahmenbedingungen.
Rettungswache
Die Rettungswache in Lahr wurde bereits 1995 in der Bottenbrunnenstraße gebaut. Dort sind ein Notarztwagen, ein Rettungs- und drei Krankentransportwagen stationiert. Momentan werden an der Rettungswache weitere dringend notwendige Parkplätze für die Mitarbeiter ausgebaut, wie es in der städtischen Pressemitteilung heißt.