Gelungener Auftritt: Wenn die Lahrer Kirchenorgel swingt

Kantor Tilo Strauß spielte Jazz-Versionen von Kirchenliedern.
Endrik Baublies- In St. Peter und Paul spielte Kantor Tilo Strauß Jazz- und Blues-Interpretationen auf Orgel.
- Rund 100 Zuhörer hörten „S(w)ingt dem Herrn ein neues Lied“ mit modernen Choralimprovisationen.
- Werke u. a. von Rolf Schweitzer, Wolfram Rehfeld, John Rutter und Gordon Young prägten das Programm.
- Strauß nutzte erstmals alle 35 Register – die Toccata in seven von 2019 bildete den Abschluss.
- Fortsetzung: Konzert bei Kerzenschein am Sonntag, 6. Dezember, sowie Programm am 26. Dezember.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Mit „S(w)ingt dem Herrn ein neues Lied“ stellte der Organist Tilo Strauß in der Kirche St. Peter und Maul moderne Interpretationen vor und zeigte, wie Jazz oder Blues an einer Kirchenorgel klingen können. Strauß ist seit rund 30 Jahren im Dienst der Kirchenmusik aktiv, sei es als Kurator, Organist oder aber als Chorleiter. Er gibt regelmäßig Konzerte vor Ort. Mit „S(w)ingt dem Herrn ein neues Lied“ gingen die Konzerte in St. Peter und Paul nun in die zweite Hälfte.
Ein prägnantes Beispiel, wie Jazz und Blues auf dem Kircheninstrument klingen, waren die „Spirituals für Orgel“, die Rolf Schweitzer (1936–2016) komponiert hat. Dazu gehört „Sometimes I feel like a motherless child“, ursprünglich ein Gospel, der den meisten Besuchern bekannt gewesen sein dürfte. Es gibt Fassungen, die an der Wende zum 20. Jahrhundert entstanden sind. Mahalia Jackson hat das Lied interpretiert, ebenso Esther und Abi Ofarim. Richie Havens eröffnete mit seiner Interpretation 1969 sogar das berühmte Woodstock-Festival.
In der Lahrer Kirche blieb die bekannte Melodie gut erkennbar. Ungewöhnlich und spannend waren allerdings die Klangfarben und die Fülle des großen Kircheninstrumentes. Das galt auch für „Go Down Moses“ aus diesem Zyklus.
Konzert bietet besonderes Novum
Strauß hatte bei der Begrüßung erklärt, dass das Konzert ein weiteres Novum biete. Er zog nämlich zum ersten Mal zu einem Anlass alle 35 Register der Orgel. Daher war die Ouvertüre „Prélude in classic style“ von Gordon Young (1919–1998) tatsächlich noch – fast – klassisch. Wie anders – in Farben und Harmonien – die Orgel wirken kann, bewies Strauß unter anderem mit den Orgelimpressionen „Swing“ und „Blues“ von Wolfram Rehfeld (Jahrgang 1945). Ein grandioses Finale war dann die „Toccata in seven“ von John Rutter (ebenfalls Jahrgang 1945). Das Stück stammt aus dem Jahr 2019. Hier schloss sich der Kreis. Diese Toccata erinnerte entfernt im Aufbau und den Klangfarben an die Prélude von Young.
Die „bunte Mischung zeitgenössischer Komponisten“, wie Strauß seine Auswahl bezeichnete, war tatsächlich ein ungewohntes Hörerlebnis. Das Wortspiel des Titels, „singt“ und „swingt“, geht auf den Psalm 96 zurück, der mit der Aufforderung „Singet dem Herrn ein neues Lied“ beginnt. Es gibt Vertonungen von Johann Sebastian Bach, Heinrich Schütz oder Johann Pachelbel sowie eine moderne Interpretation. Strauß hatte seine Version als eigene „Jazz-Choralimprovisation“ auf dem Flyer beschrieben. Es war sicher von Vorteil, dass der Organist zu allen Stücken auf der Rückseite des Flyers kurze Beschreibungen der Werke und ihrer Komponisten ergänzt hatte.
Der „Versuch“ ist gelungen. Und die Zahl der Besucher war am stillen Feiertag, am Ende des Besuchs der sonntäglichen Chrysanthema, ordentlich.
So geht's weiter
Fortgesetzt werden die Konzerte in St. Peter und Paul mit einem Konzert bei Kerzenschein zum zweiten Advent am Sonntag, 6. Dezember, mit Trompete und Orgel. Weiter geht's dann am zweiten Weihnachtsfeiertag, dem 26. Dezember, mit einem festlichen Weihnachtsliederprogramm, informiert die römisch-katholische Kirchengemeinde Südliche Ortenau in einer Pressemitteilung. Start ist jeweils um 18.30 Uhr.