Für zwei Millionen Euro: Ettenheim erhält ein neues Zentrum für Rehatechnik

Von links: Sparkasse-Firmenkundenberaterin Carmen Jörger, Oberle-Mitarbeiter Florian Schäfer, Bürgermeister Bruno Metz, Geschäftsführer Jutta und Achim Oberle, Architektin Lioba Keienburg und ihr Mitarbeiter Gabriel Kopf und Bernd Zehnle von Kiesel Bauunternehmen
Hug„Das ist bereits der dritte Spatenstich in meiner Karriere“, freute sich Achim Oberle bei einem Pressetermin, der ihm sichtlich viel bedeutete. Der Geschäftsführer der Oberle-Gruppe leitet das Familienunternehmen in fünfter Generation und betreibt die Orthopädieschuhtechnik in der Carl-Schneider-Straße 15. Nur wenige hundert Meter weiter soll nun ein Meilenstein der Unternehmensgeschichte entstehen: Gemeinsam mit seiner Frau Jutta, Mitarbeitern und geladenen Gästen gab er in der Winefeldstraße 16 den Startschuss für den Neubau eines Fachgeschäfts für Rehatechnik in Ettenheim.
Der Neubau soll über 1000 Quadratmeter Nutzfläche verfügen, davon 400 Lager- und Werkstattbereich sowie 150 für die Ausstellungsfläche. Die Eröffnung ist Ende des Jahres geplant. Die Baukosten betragen rund zwei Millionen Euro. Angeboten wird ein breites Sortiment an Rehatechnik – etwa Rollatoren, Rollstühle, Geh- und Badhilfen, Pflegebetten und Patientenlifter. In der hauseigenen Werkstatt sollen diese von Mitarbeitern aufbereitet und Sonderanfertigungen hergestellt werden.
Eigentlich war das Grundstück bereits verkauft
Da viele Kunden zum ersten Mal mit Rehatechnik in Berührung kommen und sie sich damit nicht auskennen würden, plane Oberle zudem einen Ausstellungsraum. Dieser werde in verschiedene Bereiche aufgeteilt, damit Interessierte beispielsweise Pflegebetten oder Rollatoren besichtigen und testen können.
Bürgermeister Bruno Metz beglückwünschte die Familie Oberle zu ihrer Entscheidung für den Neubau und somit die Erweiterung ihres Geschäftsbereiches. „Wenn Menschen zuhause betreut und gepflegt werden können, ist das in meinen Augen am besten“, sagte Metz in die Runde. Die Pflegeheime seien voll und teuer. „Ich halte die Pflege zuhause sozialpolitisch für eine sinnvolle Maßnahme und wünsche gutes Bauen“, so der Bürgermeister weiter. Er berichtete, dass das Grundstück eigentlich bereits anderweitig verkauft war. Da es aber aufgrund der fußläufigen Nähe zum ersten Geschäft das Wunschgrundstück der Familie Oberle war, habe sich die Stadt sehr darum bemüht, es zurückzukaufen und an die Familie Oberle zu veräußern – was auch gelang. Zudem seien Gewerbeflächen außerhalb der Innenstadt unerlässlich und von großer Wichtigkeit, betonte Metz. „Für Menschen, die körperlich eingeschränkt oder nicht mehr gut zu Fuß sind, sind Geschäfte mit eigenen Parkplätzen direkt vor der Eingangstür ideal.“
Seniorchef ist der Stadt dankbar
Nicht allein deshalb sei Achim Oberle dem Bürgermeister und der Stadtverwaltung sehr dankbar. „Es klappt alles reibungslos und unkompliziert“, betonte der Seniorchef lobend. Nur eine Unterführung von Geschäft zu Geschäft fehlt noch – das wäre ideal“, sagte er augenzwinkernd. „Diese Diskussion gab es vor geraumer Zeit tatsächlich“, erinnert sich der Bürgermeister und fügte an: „Aber es war landesplanerisch leider nicht möglich.“
Info – Die Familie Oberle ist tief in Ettenheim verwurzelt
Im Jahr 1859 gründete Anton Oberle eine Schuhmacherei in Ettenheim – das war der Startpunkt des bis heute bestehenden Familienunternehmens. 1994 stieg Achim Oberle in den Betrieb ein und gründete eine eigene orthopädie-technische Abteilung als selbstständigen Geschäftszweig. Das sei ein wichtiger Schritt vom klassischen Schuhhandel hin zur medizinischen Versorgung gewesen. 2000 übernahm er mit mit Jutta Oberle das Gesamtgeschäft in fünfter Generation und führte beide Betriebe zusammen. Zwölf Jahre später folgte der Umzug in die Carl-Schneider-Straße 15 in Ettenheim, da aufgrund der mittlerweile 20 Mitarbeiter deutlich größere Räumlichkeiten benötigt wurden. Philipp Oberle, Sohn des Geschäftsführerpaares, stieg 2020 in sechster Generation ein. Heute ist die Oberle-Gruppe laut eigenen Angaben ein modernes Gesundheitsunternehmen mit „Handwerks-DNA“. Es beinhaltet Orthopädie-Schuhtechnik, Sanitätshaus und Rehatechnik sowie Sportorthopädie und beschäftigt 40 Mitarbeiter an vier Standorten. „Mit unserem Angebot wollen wir pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige unterstützen. Das ist in Zeiten des Pflegenotstandes umso wichtiger“, so Oberle beim Spatenstich.