Für Karl-Friedrich Stehlin: Gedenkplatz auf Kappeler Friedhof erinnert an das Leben eines Pioniers

Auf dem Kappeler Friedhof wurde ein Gedenkplatz für Karl-Friedrich Stehlin errichtet. Neben seinem Grabstein steht eine Infotafel, die an sein Leben erinnert.
Rest- Auf dem Kappler Friedhof gibt es nun einen Gedenkplatz für Karl-Friedrich Stehlin.
- Sein Grabstein wurde gerettet und als Gedenkstein mit Infotafel, Baum und Bank neu platziert.
- Die Familie übernahm alle Kosten, nachdem der Arbeitskreis Historie das Projekt angestoßen hatte.
- Stehlin war Lehrer von 1912 bis 1951 und prägte Kultur durch Chorarbeit und mehrere Instrumente.
- Er initiierte die Kappeler Volksschauspiele von 1921 bis 1928 – er starb 1971 im Alter von 85 Jahren.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Bereits vor einigen Jahren entstand bei den Mitgliedern des Arbeitskreises Historie die Idee, den Grabstein von Karl-Friedrich Stehlin als Gedenkstein auf dem Friedhof zu erhalten. Anlass war die Auflösung des Grabfeldes, auf dem sich sein Grab befand. Doch noch bevor die Pläne umgesetzt werden konnten, wurde das Grabfeld geräumt und der Grabstein war verschwunden. Man musste bereits das Schlimmste befürchten.
Glücklicherweise erkannte der ortsansässige Steinmetz Stefan Busch, der von der Familie mit der Entfernung des Grabsteins beauftragt worden war, dessen besonderen künstlerischen und historischen Wert. Anstatt ihn wie üblich zum Recyclinghof zu bringen, lagerte er den Stein ein. Der Arbeitskreis Historie griff die Idee einer Gedenkstätte erneut auf und nahm Kontakt mit der Familie Stehlin auf, um sie über die Möglichkeiten und Vorgaben eines Gedenkplatzes zu informieren. Gemeinsam mit dem Bauamt, vertreten durch Nicole Fraß, und Bauhofleiter Patrik Sutterer wurde ein geeigneter Standort auf dem Kappler Friedhof ausgewählt und die Umsetzung vorbereitet.

Karl-Friedrich Stehlin
Foto: RestDie Familie Stehlin zeigte sich von der Gestaltung und Realisierung des Gedenkplatzes für ihren Vater und Großvater so begeistert, dass sie sämtliche anfallenden Kosten übernahm. Neben dem Gedenkstein wurde ein Baum gepflanzt und eine Ruhebank aufgestellt. Zudem brachte der Arbeitskreis eine Informationstafel an, die auf das Wirken von Karl-Friedrich Stehlin hinweist.
Demnach wurde Karl-Friedrich Stehlin am 15. August 1885 in Hammereisenbach im Schwarzwald geboren. Im Jahr 1914 heiratete er die Kappler Bäckerstochter Mathilde, geborene Glück. Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor. Zwei seiner Söhne fielen im Zweiten Weltkrieg.
Von 1912 bis 1951 war Stehlin Lehrer, später Oberlehrer, an der Volksschule in Kappel. Er sprach fließend Französisch und Italienisch und beherrschte mehrere Instrumente – darunter Klavier, Violine, Flöte und Trompete. Über viele Jahre dirigierte er den Kirchenchor sowie den Männergesangverein „Cäcilia“ und spielte zudem die Orgel in der Kirche.
Er hatte die Idee für die Kappeler Volksschauspiele
Stehlin war jedoch weit mehr als Lehrer. Als Initiator der über die Ortsgrenzen hinaus bekannten Kappeler Volksschauspiele prägte er das kulturelle Leben der Gemeinde nachhaltig. Von 1921 bis 1928 wurden – mit einer Unterbrechung im Jahr 1923 aufgrund eines Todesfalls – jährlich von Mai bis Oktober volkstümliche Theaterstücke aufgeführt.
Im Alter von 85 Jahren verstarb Karl-Friedrich Stehlin am 11. Februar 1971. Die Gemeinde widmete ihm zu Ehren eine Straße im Gewann Obergarten. Er wurde auf dem Kappler Friedhof beigesetzt, wo nun der neue Gedenkplatz an sein Leben und Wirken erinnert.