„Freundschaft liegt uns am Herzen“
: Ortenauer Kreisräte ziehen Lehren aus Elsass-Reise

Eine Delegation aus Verwaltung und Politik besuchten Kommunen auf der anderen Rheinseite. Dort pflegten sie nicht nur Kontakte, sondern nahmen viele Impulse mit nach Hause.
Von
red/cp
Ortenau/Elsass
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Die Delegation des Ortenaukreises bei der Besichtigung des neuen Collège Agnès Acker im Straßburger Stadtteil Neuhof

Die Delegation des Ortenaukreises bei der Besichtigung des neuen Collège Agnès Acker im Straßburger Stadtteil Neuhof

Landratsamt
  • Ortenauer Delegation besuchte Elsass und vertiefte Kontakte – Fokus auf Zusammenarbeit.
  • Vorträge und Führungen gaben Einblicke in Politik, Verwaltung, Tourismus und Städtebau.
  • Gespräche mit CEA-Präsident Bierry und Strasbourgs OB Trautmann betonten Partnerschaft.
  • Geplant ist die Fortführung des Interreg-Projekts „Burgen am Oberrhein“ für drei Jahre.
  • Besuch bei Mack-One und dem Collège Agnès Acker zeigte Innovation und Bildungsansatz.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Rahmen einer zweitägigen Informationsfahrt besuchten Mitglieder des Kreistags und der Kreisverwaltung des Ortenaukreises das benachbarte Elsass. Die 32-köpfige Delegation um Landrat Thorsten Erny erhielt bei Fachvorträgen, Führungen und Gesprächsrunden Einblicke in die Arbeit von Politik, Verwaltung, Tourismus und Städtebau sowie in die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, heißt es in einer Mitteilung.

„Die deutsch-französische Freundschaft liegt uns allen sehr am Herzen – nicht nur aufgrund der besonderen Geschichte unserer beiden Länder. Die ,Collectivité européenne d’Alsace' (CEA) hat mit dem Ortenaukreis strukturell und naturgeographisch vieles gemeinsam. Auf beiden Seiten gibt es fest verankerte Traditionen, aber auch zukunftsweisende Innovationen. Wir sind bereits starke Partner und haben in der Vergangenheit zahlreiche gemeinsame Projekte auf den Weg gebracht. Es sollen jedoch noch viele weitere Maßnahmen und Projekte umgesetzt und weiterentwickelt werden, um konkrete Verbesserungen für die Menschen unserer Region zu erreichen“, betonte Landrat Erny.

Bei einem Besuch von Mack-One, die Kreativwerkstatt aus dem Hause des Europa-Park, in Plobsheim erfuhr die Delegation, wie die kreative Technologieschmiede zukunftsweisende Medienprojekte entwickelt und ihre Vertriebs- und Marketingaktivitäten für den französischen Markt steuert.

Erny betont den besonderen Wert des Austauschs

Die partnerschaftliche Zusammenarbeit stand beim Austausch mit dem Präsidenten der CEA, Frédéric Bierry, auf der Haut-Koenigsbourg im Fokus. Dabei kamen auch die Fortführung des gemeinsamen Interreg-Projekts „Burgen am Oberrhein“ für die nächsten drei Jahre und die kürzlich verlängerte Partnerschaftsvereinbarung zur Sprache. Die Teilnehmer erhielten zudem Einblicke in die touristische Arbeit im Elsass, heißt es weiter. Bei einem Kennenlernen mit der Oberbürgermeisterin von Strasbourg, Catherine Trautmann, sowie dem weiteren Austausch mit der Vizepräsidentin der Eurometropole Strasbourg und des Eurodistrikts Strasbourg-Ortenau, Catherine Graef-Eckert, stand zudem die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Mittelpunkt.

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Ergänzt wurde das Programm durch einen Austausch mit dem Bürgermeister von Obernai, Robin Clauss, und die Besichtigung des neuen Collège Agnès Acker im Straßburger Stadtteil Neuhof. Der hochmoderne Schulkomplex wurde auf dem Gelände eines ehemaligen Militärkrankenhauses konzipiert und verfolgt einen wissenschaftlich ausgerichteten und nachhaltigen Bildungsansatz.

Erny betonte den Wert des grenzüberschreitenden Austauschs: „Durch diese Kontakte und Gespräche können wir voneinander lernen und die gewonnenen Erkenntnisse für die weitere grenzüberschreitende Zusammenarbeit nutzen. Die Herausforderungen innerhalb der Europäischen Union sind häufig vergleichbar. Deshalb sollten wir unsere Netzwerke stärken und die Erfahrungen anderer Regionen in unsere Entscheidungsprozesse einbeziehen. Gerade für uns im ländlich geprägten Raum ist das von besonderer Bedeutung.“

So fing alles an

Die institutionalisierte grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen dem Ortenaukreis und Frankreich (speziell dem Elsass) nahm ihre konkreten Anfänge zu Beginn der 2000er-Jahre. Sie ging aus der langen und wechselvollen Historie der deutsch-französischen Aussöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg hervor. Am 17. Oktober 2005 wurde mit der Unterzeichnung einer Gründungsvereinbarung der Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau ins Leben gerufen. Dies markiert den offiziellen administrativen Startpunkt. Zu den deutschen Gründungsmitgliedern gehörten neben dem Ortenaukreis die fünf großen Kreisstädte Achern, Kehl, Lahr, Oberkirch und Offenburg. Auf französischer Seite war es die Eurométropole de Strasbourg gemeinsam mit dem französischen Staat.