Feuerwache ist geplant: Ettenheim will die ukrainische Partnergemeinde brandsicher machen

Julia Zehnle (von links), Bürgermeister Bruno Metz, Karl-Heinz Weber, Roland Weber-Kirn, Rudolf Moser und Karl Stiegeler freuen sich, dass demnächst ein Fahrzeug mit Rampe in die ukrainische Partnergemeinde gebracht wird.
StadtVon Beginn des Ukraine-Kriegs an war es der Stadt Ettenheim ein Anliegen, den betroffenen Menschen solidarisch zur Seite zu stehen. Und so beschloss der Gemeinderat am 25. April 2023 eine Solidaritätspartnerschaft mit der westukrainischen Stadt Vilkhovetska. Diese wurde am 12. November 2023 offiziell besiegelt. Von Anfang an verband Ettenheim diese Solidarität mit der Verbandsgemeinde – die eine ähnliche Einwohnerzahl wie die Rohanstadt vorzuweisen hat – mit einer inzwischen respektablen Zahl an Unterstützungsmaßnahmen. Diese hatte Hauptamtsleiterin Julia Zehnle für den Gemeinderat aufgelistet. Ein Überblick.
Die ersten Spenden: Bereits einen Monat nach der Besiegelung der Partnerschaft spendete die Stadt ein Feuerwehrauto, beladen mit Hilfsgütern für die Soldaten an der Front. Mit den Mitteln einer im Dezember 2023 von der Stadt initiierten Spendenaktion wurde 2024 zudem der Einbau eines interaktiven Bodens im inklusiven Reha-Zentrum für Kinder mit Behinderungen in Vilkhovetska ermöglicht. Mit Hilfe des Förderprogramms „Engagement Global“ übergab Ettenheim einen Bagger und einen Grader für die Entwicklung und Instandhaltung von Straßen an die Partnerstadt. Entsprechend eingeplante Finanzmittel wurden für militärische Bedürfnisse an der Front benötigt.
Auch 2025 ging es weiter: Solarmodule, die von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ausgeschrieben waren und beschafft wurden, ließ Ettenheim über das Fuhrunternehmen Wildt im Februar 2025 nach Vilkhovetska bringen. Dasselbe Beschaffungsprozedere erfolgte im März beim Hilfspaket Doppelkabine und Anhänger mit Scherenhebebühne. Diese wurde von Mitgliedern des Seniorenrates transportiert. Im August und September sammelte die Stadt Ettenheim Spenden für Winterausrüstung oder finanzielle Unterstützung des Projekts. Es ging eine Vielzahl von Sach- und Geldspenden ein. Sichtung, Sortierung und Verpackung wurden durch Auszubildende der Stadt und Ehrenamtliche gestemmt. Überführt wurden die Güter durch die Spedition Schwindt aus Mahlberg Ende November 2025 – mit finanzieller Unterstützung durch das Förderprogramm „Engagement Global“.
Der nächste Transport nach Ostern: Laufende Förderanträge sind laut der Hauptamtsleiterin bereits gestellt und teilweise realisiert. Das nächste große Ziel der Zusammenarbeit ist die Einrichtung einer Freiwilligen Feuerwehr in der Partnergemeinde. Das Projekt sieht vor, eine Feuerwache zu bauen und zwölf freiwillige Feuerwehrleute auszubilden. Der Zeitraum ist von 2026 bis 2029 angesetzt. So wurden bereits zwei Feuerwehrfahrzeuge und eine Hubarbeitsbühne im Januar in die Ukraine überführt.
Als nächstes soll ein Minibus mit Rollstuhlrampe auf die Reise gebracht werden. Die Förderpakete seien weitestgehend schon in Ettenheim. Auch die Art des Transports sei bereits in trockenen Tüchern: Karl-Heinz Weber, Rudolf Moser und Karl Stiegeler – allesamt Mitglieder des Seniorenrats – brechen nach den Osterfeiertagen auf. Am 8. April machen sie sich auf den Weg zur ungarisch-ukrainischen Grenze, um dort Hilfsgüter an den Bürgermeister sowie Vertreter Vilkhovetskas zu übergeben. Zunächst führt sie der Weg nach Wien, bevor es weiter nach Záhony geht, wo die Übergabe geplant ist. Die Rückreise erfolgt mit dem Zug über München zurück nach Ettenheim.
Metz dankt für die Unterstützung: Bürgermeister Bruno Metz sprach von „einer ganzen Menge“, die inzwischen als Hilfsmittel zusammengekommen ist. Das sei für die Menschen in der Ukraine auch sehr wichtig, „da die kompletten Ressourcen in die Kriegsführung fließen“. Gemeinsam setze man damit ein starkes Zeichen der Solidarität und helfe dort, wo Unterstützung am dringendsten benötigt werde. Dank sprach er aus dem Verwaltungsteam Julia Zehnle und Aline Köbele aus, die „enorm viel Zeit und Kraft“ in diese Arbeit stecken. Eine Anmerkung, die der Gemeinderat mit großem Beifall quittierte.