Feierliche Zeugnisvergabe: Der beste Polizei-Azubi im Land ist ein Lahrer

In Zweierreihen betraten die zukünftigen Polizeibeamten die Sporthalle, in der sie ihre Urkunden erhielten.
DahmsEs war zweifelsohne ein sehr besonderer Anlass, für den sich am Freitag die Sporthalle der Hochschule für Polizei in Lahr füllte. 90 junge Menschen haben ihre Ausbildung nach 30 Monaten abgeschlossen und wurden in den mittleren Polizeivollzugsdienst verabschiedet.
Eltern, Freunde, Geschwister und Partner der Nachwuchspolizisten waren erschienen sowie zahlreiche Ehrengäste. Als jeder Besucher seinen Platz in der Halle gefunden hatte, betraten die Auszubildenden des Einstellungsjahrgangs Herbst 2023 den Raum, feierlich in Zweierreihen. Das Blechbläserquartett des Landespolizeiorchesters Baden-Württemberg begleitete den letzten Einmarsch der Absolventen, bei dem sie noch keine Polizeiobermeister sind – als solche verlassen sie die Halle an diesem Tag nämlich.
Echte Einsätze sind nicht wie in einem Krimi
Die Landeskriminaldirektorin Sandra Zarges ermutigte die jungen Polizisten, einen starken Teamgeist zu bewahren. Echte Polizeieinsätze seien nicht wie im Krimi, wo in 90 Minuten ein hochkomplexer Fall gelöst wird. „Alleingänge funktionieren in der Realität nicht. Im Team wird man nicht nur erfolgreicher sein, sondern auch deutlich mehr Freude haben“, betonte sie.
Aber der Alltag von Polizeibeamten habe sich auch stark verändert. „Sie treten Ihren Dienst in einer besonderen Zeit an. Vielfältige Konflikte weltweit und vor unserer Haustür fordern von uns und Ihnen eine ganz besondere Besonnenheit und hohe Fachlichkeit.“
Als Vertreter der Auszubildenden sprachen Nico Stöber und Vanessa Meinzer. „Nicht jede Aufgabe fiel uns leicht, manche haben uns an unsere Grenzen gebracht. Aber egal wie schwierig es war, wir haben es gemeinsam gemeistert“, so Stöber. Meinzer erinnerte sich an an einige denkwürdige Momente der Ausbildung: „Es wartete eine enorme Menge Lernstoff auf uns, Inhalte die nicht nur auswendig gelernt, sondern wirklich verstanden werden mussten. Und dann war da noch der 5000-Meter-Lauf, der wohl größte Endgegner der Ausbildung für viele von uns.“
Nach einer weiteren Musikeinlage wurde es spannend. Die Zeugnisübergabe begann mit der Ehrung der Jahrgangsbesten. Fabian Huber hat nicht nur innerhalb seines Ausbildungsjahrgangs die besten Ergebnisse erzielt, sondern in ganz Baden-Württemberg. Sein Zwillingsbruder Jannick wurde für die drittbesten Leistungen geehrt, Karl Braack reihte sich zwischen den Brüdern auf dem zweiten Platz ein.
Auch die übrigen 87 Auszubildenden des Jahrgangs durften anschließend ihre lang ersehnten Urkunden in den Händen halten. So auch Vanessa Meinzer, die im Gespräch mit unserer Redaktion berichtet, dass für sie an diesem Tag ein echter Kindheitstraum in Erfüllung geht: „Ich wollte eigentlich immer zur Polizei, aber nach dem Abi dachte ich erstmal, ich muss etwas anderes studieren. Dann habe ich einen Zettel gefunden, den ich vor Jahren bei der Agentur für Arbeit ausgefüllt habe. Darauf stand mein Traumberuf – Polizeiobermeisterin.“
Polizeiobermeister wollen Einstand gebührend feiern
Nachdem sie die Prüfungen erfolgreich absolviert hat, wird Meinzer künftig im Präsidium Einsatz in Bruchsal arbeiten – den Arbeitsplatz hat sie sich gewünscht. „Vielleicht geht es dann für mich auf Einsätze nach Berlin an Silvester oder am ersten Mai, ich weiß es noch nicht genau.“ Sie wünscht sich eine große Karriere bei der Polizei, vielleicht irgendwann eine Führungsposition. An diesem Freitag sind das aber noch ferne Gedanken. Erstmal wollen die frisch gebackenen Polizeiobermeister ihren Berufseinstieg gebührend feiern.
Studium bei der Polizei
Die Hochschule für Polizei Baden-Württemberg umfasst acht Standorte. Jeweils im Frühjahr und Herbst beginnt die Ausbildung, bestehend aus Theorie- und Praxisanteilen.