Erneuter Vandalismus
: Wasser verunreinigt – Kippenheim muss Start in Freibadsaison wohl verschieben

Unbekannte haben das Wasser verunreinigt und damit einen hohen Schaden verursacht. Laut dem Betreiber kann die Freizeiteinrichtung wohl nicht wie geplant am 11. Mai öffnen.
Von
Jonas Köhler
Kippenheim
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Das Wasser im Kippenheimer Schwimmbad wurde mutwillig verunreinigt.

Christian Rieger

Das Wasser im halbvollen Becken ist braun gefärbt. An einigen Ecken sieht man dunkle, ölähnliche Flecken. Eigentlich sollten hier in zwei Wochen schon Kinder planschen, Erwachsene ihre Runden drehen. Daraus wird jedoch wohl erst einmal nichts.

„Wir sind aus allen Wolken gefallen“, sagt Betreiber Christian Rieger im Gespräch mit unserer Redaktion. Mutmaßlich in der Nacht auf Samstag haben Unbekannte eine öl- beziehungsweise bitumenähnliche Substanz eingebracht. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Becken gerade befüllt, etwa 50.000 bis 60.000 Liter Wasser, schätzt Rieger, waren bereits eingelassen. Durch die Verunreinigung kann im Wasser nun selbstverständlich nicht mehr gebadet werden. Es sei „massiv kontaminiert“. Besonder bitter: Die Täter haben offenbar zudem eine Art Fettlöser verwendet, wodurch die Substanz nicht einfach abgeschöpft werden kann.

Kosten könnten sechsstellig ausfallen

Rieger erklärt, dass das Wasser nun voraussichtlich als kontaminierter Abfall entsorgt werden muss. Wie genau, dass sollen die Ergebnisse der Analyse zeigen, welche Substanz genau ins Wasser eingelassen wurde. Im schlimmsten Fall, so Rieger, kommen pro Tonne bis zu 2000 Euro Entsorgungskosten auf die Freibadbetreiber zu. Da wären Gesamtausgaben in Höhe von 120.000 Euro.

Und weiter: Mit der Analyse und der Entsorgung des verunreinigten Wassers ist die Arbeit nicht getan. Das Becken muss gereinigt, das Wasser neu eingelassen werden. „Wir machen jetzt die ganze Arbeit von vorn“, sagt der Betreiber. Normalerweise dauere dies zwei Wochen. Den Saisonstart am 11. Mai könne man „wahrscheinlich nicht einhalten“.

Das Kippenheimer Freibad war erst Mitte März von Vandalen verwüstet worden. Damals hatten Eindringlinge unter anderem die Umkleideschnecke und Bänke mit Hakenkreuzen beschmiert, zudem wurden zahlreiche Liegen zerstört. Auch nach dem erneuten Vandalismus habe man die Polizei alarmiert, teilt Rieger mit. Es werde geprüft, ob die Vorfälle miteinander in Zusammenhang stehen.

Gemeinde ist „tief erschüttert“

Sowohl der Betreiber als auch die Gemeinde Kippenheim als Eigentümerin der Einrichtung zeigen sich tief erschüttert über die erneuten Vorfälle. Nach Angaben der Beteiligten habe es vergleichbare Angriffe auf das Schwimmbad in den vergangenen Jahren nicht gegeben. Umso größer sei die Betroffenheit darüber, dass eine öffentliche Freizeit- und Familieneinrichtung in dieser Form mutwillig beschädigt wurde. Wer für die Schäden aufkommt, ist laut dem Schwimmbadbetreiber noch unklar. Hier erfolgten noch Absprachen mit der Versicherung. Sicher sei, dass man nicht aufs Geld warten, sondern in Vorleistung gehen werde, um den Saison doch noch so früh wie möglich einzuläuten.

Der finanzielle Aspekt betrübt den Betreiber jedoch weit weniger als der „Schaden für die Allgemeinheit“. Das Traurige sei, dass anders als vielleicht noch im März die Beschädigung nicht nur dem Freibad-Team, sondern eben auch den Badegästen zur Last falle, da die sich auf eine verkürzte Saison einlassen müssen. „Ich kenne das Kippenheimer Schwimmbad jetzt 16 Jahre. So etwas habe ich noch nicht erlebt“, schließt Rieger.

Zeugen gesucht

Betreiber Christian Rieger und die Gemeinde bitten die Bevölkerung um Mithilfe, um die Täter ausfindig zu machen. Wer in der Nacht von Freitag, 24. April, auf Samstag, 25. April, im Bereich des Schwimmbads verdächtige Fahrzeuge oder Personen beobachtet hat, wird gebeten, sich direkt bei der Polizei oder beim Betreiber zu melden. Rieger lenkt die Aufmerksamkeit dabei auch auf einen grünen Kanister oder einen ähnlichen Behälter, mit dessen Hilfe die Substanz wohl ins Wasser eingelassen wurde.

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