Entscheidung in Mahlberg: So kam es zu Schröders Sensationssieg

Alexander Schröder freut sich, als Noch-Amtsinhaber Dietmar Benz am Sonntagabend in der Mahlberger Stadthalle verkündet, dass er die Wahl mit absoluter Mehrheit gewonnen hat. Rechts ist Schröders Frau Kerstin zu sehen.
Schaabel- Alexander Schröder gewann die Bürgermeisterwahl in Mahlberg im ersten Wahlgang.
- Er erreichte 52,0 Prozent und lag vor Stefan Waldinger, Stephan Klotz, Michael Bürkle und Nicole Ritter.
- 2236 Bürger wählten, die Beteiligung lag bei 53,8 Prozent – Benz nannte sie „bescheiden“.
- Schröder startet am 1. Dezember als Bürgermeister nach 32 Jahren Dietmar Benz.
- Er führte den Erfolg auf Bürgernähe zurück und erhielt am Abend zahlreiche Glückwünsche.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es ist 19.01 Uhr, als das Hoffen und Bangen für Alexander Schröder ein Ende hat. Ausgerechnet Stefan Waldinger – einer von vier Mitbewerbern um das Bürgermeisteramt – sagt dem 53-Jährigen, dass er die Wahl gewonnen hat. „Echt jetzt?“, erwidert Schröder. Daraufhin nickt Waldinger und umarmt ihn. Anschließend vergeht noch gut eine Minute, ehe in der Stadthalle von Mahlberg spontan Beifall aufbrandet – nun hat es sich auch bei allen anderen herumgesprochen, dass bereits nach dem ersten Wahlgang feststeht, wer der neue Rathauschef wird. Nämlich Alexander Schröder.
Um 19.07 kommt Dietmar Benz in die Halle, die Stadtkapelle spielt auf der Bühne den „Astronautenmarsch“, dann verkündet der Noch-Amtsinhaber, was für die gut 300 Besucher keine Neuigkeit mehr ist: Schröder hat es geschafft. Der ballt in diesem Moment die Fäuste, schließt kurz die Augen und lächelt selig. Seine Frau Kerstin beugt sich zu ihm und flüstert ihm etwas ins Ohr.
Der Abend hatte eine besondere Spannungsdramaturgie, vergleichbar den TV-Übertragungen von Bundes- oder Landtagswahlen, bei denen alle paar Minuten neue Hochrechnungen verkündet werden. In der Mahlberger Halle gucken die Besucher ab 18.25 auf ihre Handys, denn sobald die Ergebnisse aus den einzelnen Wahlbezirken vorliegen, werden sie im Internet gepostet. Um 18.42 Uhr sind fünf von sechs Wahlbezirken ausgezählt, es fehlt lediglich noch der Mahlberger Briefwahlbezirk.
Schröder liegt mit 52,8 Prozent der Stimmen bereits uneinholbar an der Spitze. Jetzt geht es nur noch darum, ob der Rechtsanwalt auch insgesamt die 50-Prozent-Hürde überspringt. Verfehlt er die absolute Mehrheit, gibt es eine Stichwahl wie in Ettenheim.
Doch es kommt anders, in Mahlberg schaffen die Wähler bereits im ersten Wahlgang klare Verhältnisse. Um 19 Uhr ist der letzte noch fehlende Briefwahlbezirk ausgezählt, jetzt steht das Ergebnis fest: Schröder liegt mit 52,0 Prozent (1157 Stimmen) überraschend deutlich vorn, dahinter kommen mit gehörigem Abstand Stefan Waldinger (25,4 Prozent, 566 Stimmen), Stephan Klotz (10,2 Prozent, 228 Stimmen), Michael Bürkle (10,1 Prozent, 224 Stimmen) und Nicole Ritter (2,2 Prozent, 49 Stimmen). Die unterlegenen Mitbewerber sind natürlich auch alle in der Halle, man sieht bei ihnen teils enttäuschte Gesichter.

Um 18 Uhr begann das Auszählen, hier in der Schule Mahlberg.
Schabel2236 Bürger (53,8 Prozent) haben von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. „Bescheiden“ nennt Benz in seiner kurzen Ansprache diese Beteiligung.
Doch das kann die gute Stimmung nicht trüben. In der Halle bildet sich eine lange Warteschlange – Menschen, die Schröder gratulieren wollen. Allen voran die Bürgermeister aus den Nachbarkommunen, die vollzählig angetreten sind. Es sind gute Bekannte für Schröder, denn er hat bekanntlich bereits einmal zu ihrem Kreis gehört. Von 2009 bis 2025 war er Rathauschef von Meißenheim, mochte dort dann aber nicht mehr kandidieren. Nun hat er also ein neues Betätigungsfeld in Mahlberg gefunden, wo er am 1. Dezember seinen ersten Tag als Bürgermeister nach der 32 Jahre langen Ära von Dietmar Benz haben wird.
Später am Abend verlagerten sich die Feierlichkeiten auf den Rathausplatz, wo die Feuerwehr die traditionelle Bürgermeistertanne aufstellte und Getränke ausgeschenkt wurden.
In seinem ersten Statement nach dem Wahlsieg sagte Schröder unserer Redaktion, dass Bürgernähe der Schlüssel seines Erfolges sei. Im Wahlkampf habe er viele gute Gespräche geführt und dabei bereits gespürt, dass er einen guten Draht zu den Menschen in Mahlberg habe. „Man ist sich grün“, sagte er schmunzelnd.