Damals ein Versuch, heute Tradition
: Die 50. Auflage des Ruster Straßenfests wird zum Erfolg

Das Ruster Straßenfest lockte wieder Tausende Gäste aus der ganzen Region in die Europa-Park-Gemeinde.
Von
Michael Masson
Rust
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Mit drei kräftigen Schlägen bewies Bürgermeister Kai-Achim Klare beim Fassanstich Zielsicherheit.

Masson

Die Reise nahm ihren lauf, als der damalige Bürgermeister Erich Spoth im November 1975 bei einer „Vereinsführerbesprechung“ erfolgreich anregte, mit einem gemeinsamen Straßenfest „einen Versuch zu wagen“. Dieser sollte sich zu einer Erfolgsgeschichte entwickeln – anfangs noch mitten im Ort in der Hindenburgstraße ausgerichtet, wurde es 1991 zum heutigen Festplatz an den Ortsrand verlegt. Und der sei, freute sich Bürgermeister Kai-Achim Klare, nun pünktlich zum Jubiläum funkelnagelneu gestaltet worden.

Insgesamt habe sich das beliebte Straßenfest stetig weiterentwickelt und sei längst zu einem der Höhepunkte im Sommerkalender der gesamten Region geworden. Geprägt sei das lebendige Treiben entlang der geschmückten Festmeile noch immer vom prächtigen Miteinander der Vereine samt zahlreichen ehrenamtlichen Helfern. „Sie machen das Straßenfest bis heute zu einem Spiegelbild unserer Dorfgemeinschaft“, so Klare.

Der Europa-Park stellte Parkplätze und kleine Fahrgeschäfte zur Verfügung.

Foto: Masson

In gewohnter Zeremonie waren der Bürgermeister samt den Vereinsgemeinschaftsleitern Daniel Punkt, Andreas Koch und Katja Merettig vom Balthasar-Schloss zu Fuß herbeimarschiert, unter unverzichtbarer Begleitung von Abordnungen der Musikkapelle und des Fanfarenzuges. Beim obligatorischen Freibier-Fassanstich schwächelte der zielsichere Klare mit drei kräftigen Schlagen auf den Zapfhahn erwartungsgemäß nicht und überreichte anschließend die ersten gefüllten Humpen – unter anderem an die Bundestagsabgeordneten Yannick Bury (CDU) und Johannes Fechner (SPD) sowie an sechs Bürgermeisterkollegen oder ihren Stellvertretern aus dem ganzen Südbezirk.

Schon längst zuvor herrschte heftiger Abendbetrieb beim fröhlichen Festeln und sämtliche sieben schattenspendenden Vereinsbuden mit insgesamt 904 Bierbankplätzen waren zumeist schon rappelvoll besetzt. Das änderte sich auch am folgenden Samstagabend nicht. Manche der tags drauf erschienenen sonntäglichen Festbesucher schwänzten dann den angebotenen ökumenischen Festgottesdienst und widmeten sich lieber gleich dem Frühschoppen oder dem Studieren der Speisekarten.

Bei der Verlosung gab es ein Auto als Hauptgewinn

Die Auswahl fiel ihnen dabei angesichts der großen Vielfalt sicher nicht leicht. Ob Flammkuchen beim Schützenverein, Crepes beim Tennisclub, Waffeln bei der Sportvereinsjugend, Schnitzelweck bei der Narrenzunft oder neben Pizza auch Kaffee und Kuchen beim Sportverein: Da war für jeden Geschmack etwas zu finden.

Zeitweise hatten die Musikgruppe „Handgemacht“ sowie die Duos „Freiraum“ und „Anja und Tom“ stundenlang für musikalische Bühnen-Schmankerl gesorgt. Unterdessen vertrieb der Freundeskreis des Ruster Sportvereins an seiner Gewinnbude zahlreiche Lose. Für 2,50 Euro Einsatz waren neben einem Renault Twingo als Hauptgewinn insgesamt 34 Preise zu gewinnen. Darunter etwa einen Gartengrill, Betonmischer, E-Bike, Flachbildschirm, Taubergießen-Bootsfahrt bis hin zu diversen Einkaufsgutscheinen und Eintrittskarten – nicht zuletzt natürlich welche für den Europa-Park. Dieser hatte ansonsten kostenlose Parkplätze auf seinem benachbarten Gelände zur Verfügung gestellt, wenngleich die allerdings umwegemäßig nicht ganz leicht anzusteuern waren. Dort freuten sich dann insbesondere Kinder über ein viel belagertes aufgestelltes Dreh- und Kettenkarussell.

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