Coup in Ichenheim
: Michael Herhalt holt sich den Titel bei südbadischer Meisterschaft

Der Reiter aus Herbolzheim hat bei den „Ichenheim Classics“ den Titel des südbadischen Meisters abgeräumt. Dafür genügte ihm ein vierter Platz. Er überholte eine Lahrerin.
Von
Daniela Nußbaum-Jacob
Neuried
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Michael Herhalt nimmt auf dem Rücken von „Bella Donna“ das Hindernis. Im Finale schob er sich nach vorne und landete hinter drei nicht für Südbaden startenden Reitern auf Rang vier.

Horst Künstle

Pferdesport vom Feinsten gab es an fünf Tagen bei den „Ichenheim Classics“. Ein hochklassiges Teilnehmerfeld maß sich mit 488 Pferden in 43 Prüfungen um die südbadischen Meistertitel im Spring- und Dressurreiten. Gewertet wurde in jeweils fünf Altersklassen, wobei vor allem die sehr spannenden Finalprüfungen am Sonntag die Reihenfolge noch einmal kräftig durcheinanderwirbelten. Der gastgebende Reiterverein Ichenheim erhielt mit seiner großen Helferschar für die meisterliche Organisation dieses Mammut-Events sehr viel Lob von den Teilnehmern und Richtern und auch die Zuschauer kamen trotz des schwülwarmen Freibadwetters in großer Zahl.

„Das Turnier ist top und die Bedingungen sind es auch“, sagte Nationenpreisreiter Hans-Dieter Dreher, der schon seit einigen Jahren bei den internationalen Höhepunkten weltweit ganz vorne mit dabei ist und trotzdem schon seit Jahrzehnten nach Ichenheim kommt.

In diesem Jahr hatte der für den RV Dreiländereck startende Profi mit den Nachwirkungen einer erst kürzlich überstandenen Grippe zu kämpfen, schonte seine Spitzenpferde, nahm nicht an der Meisterschaft teil und war in einigen anderen Springen zwar gut platziert aber ohne Sieg. Trotzdem war seine Freude groß, denn Sohn Ben wurde südbadischer Meister in der Alterskategorie Junge Reiter (bis 21 Jahre). „Ich bin sehr stolz auf Ben“, betonte sein Vater, den alle nur Hansi rufen, schon beim Turnierauftakt. Der talentierte Junior nahm mit „Valentina“ souverän an den hochklassigen Springen teil und behielt auch am Finaltag die Nerven. Im Vorjahr war er in der Meisterwertung bis zum letzten Springen ebenfalls vorne gewesen, war dann aber ausgeschieden.

Anna Marlena Zehnle gibt die Führung noch aus der Hand

In der Altersklasse Reiter, die früher Senioren hieß, gab es am Sonntag im Finale eine faustdicke Überraschung. Die bis dahin in der Meisterwertung führende Anna Marlena Zehnle aus Lahr gab im S*-Springen nach zwei Abwürfen zur Schonung ihres Pferdes „Harley Quinn“ auf und rutschte hinter Vizemeister Thomas Mang vom RV Dreiländereck mit „Isaac vd. Bischop“ auf den Bronzerang.

Gold ging an Michael Herhalt aus Herbolzheim, der mit „Bella Donna“ bis dahin Zweiter war. Der für den RZ Frese Immenhöfe startende Profi belegte in der mit dem Faktor 1,5 zählenden Finalprüfung Rang vier. Die ersten Drei dieser mit Stechen am Sonntag ausgetragenen Prüfung, Benjamin Wulschner mit “Castle Camiro“, die Kanadierin Eliah Dubeau-Kelly mit „Embassy de Courcy“ und Benjamin Fischer mit „Nike Kikki“, starten nicht für einen Verein aus Südbaden und kamen deshalb nicht aufs Treppchen bei der feierlichen Meisterehrung.

Marion Baumgartner vom RV Ichenheim zeigt ihr Können in der Dressur.

Foto: Horst Künstle

Alexander Schill vom RV Ichenheim war in diesem Jahr daheim vom Pech verfolgt und erreichte bei den Springprüfungen zwar einige gute Platzierungen, hielt aber nicht ganz vorne mit. Seine kleine Tochter Lena gewann dafür zwei Nachwuchsprüfungen für Kinder und auch der junge Sohn Max siegte in einer Abteilung des Führzügelwettbewerbes. Ehefrau Lisa-Schill Huber belegte in M* - und M**-Springen einen sechsten und einen achten Rang.

Bei den Junioren (bis 16 Jahre) gewann Noel Schrempp vom RV Schopfheim mit „Ko-Ace“ die Meisterschärpe. Nachwuchstalent Nick Armbruster aus Schutterwald ritt nicht in den Juniorenprüfungen, sondern bei den Reitern im S-Springen mit „Cincinnati“ mit. Er hatte nur einen Abwurf, kam aber nicht in die Platzierung. Sophie Hotz vom RV Schopfheim errang mit „Borneo de l‘ Abaye“ Gold bei den Kindern (bis 14 Jahre). Bei den Ponyreitern ging der Titel an Nina Rappenecker vom RFV Lahr-Reichenbach mit „Leevi 2“ und damit an den Ortenauer Reiterring.

Nur 1,2 Wertungspunkte Abstand auf Platz eins bringt schließlich Bronze

„Auch in der Dressur sind die Bedingungen in Ichenheim optimal“, hob die Präsidentin des Südbadischen Pferdesportverbandes, Iris Keller, hervor. Die erfahrene Richterin, die an allen Turniertagen in einem der neugebauten Richterhäuschen am Dressurviereck im Wald die Leistungen bewertete, freute sich besonders über das starke Niveau in den Dressurprüfungen und die gestiegene Starterzahl im Jugendbereich.

Bei den Ponyreitern ging Gold an Emily Raff vom RV Überlingen mit „Dolittle“. Luisa Rosa Ichters vom RV Ichenheim, die den Meistertitel 2025 geholt hatte, gewann in diesem Jahr mit „Wapiti van Bloomerschrot“ Bronze. Sie blieb nur 1,2 Wertungspunkte hinter der Siegerin.

Bei den Kindern ging in der Dressur der Meistertitel wie im Vorjahr nach Gundelfingen an Louise Rimbon mit „Pole Position.“ Auch bei den Junioren und jungen Reitern verteidigten die Vorjahressiegerinnen ihre Meistertitel. Amelie Schill mit „De Caprio“ vom RFV Oberes Elztal gewann in der Altersklasse bis 16 Jahre und Kaya Wehrle vom RC Schoren-Engen holte bei den jungen Reitern sogar mit „Fürstenprinz“ zum dritten Mal in Folge die Meisterschärpe in der Dressur. Eine Überraschung gab es bei der Altersklasse Reiter. Die bis dahin führende Doris Heitzmann vom RSFV Kenzingen trumpfte in der abschließenden S*-Dressur „Prix St. Georges“ nicht noch einmal auf und belegte den dritten Rang, während der Meistertitel an Pauline Kelly von der TSG Breisgau mit „Hallam Foe“ nach einer sehr guten Leistung in der mit dem Faktor 1,5 zählenden Finalprüfung ging.

Zum Abschied war von vielen Reitern zu hören, dass sie in Ichenheim in vier Wochen bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften der Dressur- und Springreiter vom 17. bis 19. Juli wieder am Start sein werden.

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