Betreuung in Mahlberg
: 19 Kinder haben keinen sicheren Kita-Platz

Die angespannte Betreuungssituation der Stadt beschäftigte den Gemeinderat Mahlberg.
Von
Klaus Fischer
Mahlberg
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Sowohl die Kapazitäten als auch die Betriebskosten der Kindertageseinrichtungen beschäftigen die Stadt Mahlberg.

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Mehr als eine Million Euro hat die Stadt in den vergangenen drei Jahren in mehr Betreuungsplätze für Kindergartenkinder investiert. Mit Naturkindergarten und Kita Schlosshüpfer, beide in Trägerschaft der Gesellschaft Vielfalt für Kinder, wurden 60 neue Plätze geschaffen – und doch scheint die Warteliste auf einen Platz in einer Kindertagesstätte nicht entscheidend kürzer zu werden. Allein für das laufende und das folgende Kindergartenjahr 2026/27 haben in den vier Einrichtungen im Stadtgebiet elf Kinder unter drei Jahren und acht Kinder über drei Jahren einen festen Betreuungsplatz noch nicht sicher.

Diese Zahlen nannte Kämmerer Guido Edelmann am Montag vor dem Gemeinderat. Aus Sicht von Bürgermeister Dietmar Benz ist ein Grund für die Lücke im Angebot, dass Eltern verstärkt ein Platz für Kinder unter drei Jahren nachfragen. Das habe wiederum zur Folge, dass die Zahl der Kinder in einer Gruppe sinkt, weil für Unterdreijährige mehr Betreuungsaufwand bestehe, sich zugleich aber die Zahl des Betreuungspersonals nicht erhöhe.

Insgesamt bietet die Stadt 285 Kindergartenplätze

Edelmann gab ein Beispiel: Bei einer gemischten Altersgruppe mit 15 Plätzen verringert sich die Zahl der betreuten Kinder pro unterdreijährigem Kind in der Gruppe um den Faktor zwei. Also: Ein Krippenkind unter drei in der Gruppe bedeutet, dass nur noch 13 Kinder über drei Jahre in der Gruppe betreut werden dürfen. Bei zwei Krippenkindern U 3, nur elf Kinder Ü 3 – und so weiter. So regelt es die Betriebserlaubnis für die Einrichtungen. Edelmann: „Das Gesetz gibt uns da keinen Spielraum.“

Nach der aktuellen Betriebserlaubnis für die vier Einrichtungen im Stadtgebiet St. Anna in Mahlberg und St. Josef in Orschweier, beide in Trägerschaft der katholischen Kirche, sowie Naturkindergarten und Kita Schlosshüpfer gibt es in Mahlberg insgesamt 285 Kindergartenplätze, wovon im laufenden Kindergartenjahr 230 Plätze von Kindern über drei Jahren und 55 von Kindern unter drei Jahren belegt sind. Hinzu kommen Betreuungsplätze bei Tagesmüttern. Im vergangenen Jahr wurden 25 Kinder von Tagesmüttern betreut. Und noch eine Zahl aus der Statistik: 2024 wurden in Mahlberg 54 Kinder geboren, im Jahr zuvor 59. Bis August 2025 gab es im Stadtgebiet 25 Neugeborene. Zum Vergleich: 2020 lag die Zahl der Geburten noch bei 68.

Finanzielle Belastung der Gemeinde steigt

Mit der Zahl der Betreuungsplätze steige auch die finanzielle Belastung der Gemeinde, hielt Bürgermeister Benz fest. Verschärft werde die Situation der Gemeinden dabei durch das neue Haushaltsrecht, das die Kommunen verpflichte, auch die Abschreibungen im laufenden Betrieb zu erwirtschaften. „Das erhöht die laufenden Betriebskosten. So fahren wir die Stadt finanziell an die Wand“, fasste Benz zusammen. Denn das System bedeute, dass immer mehr Steuergelder in den Betrieb der Einrichtungen fließe und sich zugleich auch die Eltern auf immer höhere Elternbeiträge einstellen müssten. Gerade wegen letzterem stünden die Kommunen bei Bürgern ständig in der Kritik. Unterdessen haben die Kommunalverbände gemeinsam mit den Trägern der Einrichtungen als Faustregel einen Deckungsbeitrag der Eltern zu den Betriebskosten von 20 Prozent ausgegeben. Auf diese Marke sollen die Kommunen zuarbeiten.

Ein Betreuungsplatz kostet aktuell 543 Euro im Monat

Mahlberg sei davon aber noch weit entfernt. So gehe die Empfehlung für das Kindergarten 2025/26 bei einem Kind unter drei Jahren in einer Ganztageskrippe von einem Elternbeitrag von 626 Euro monatlich zuzüglich Essensbeitrag aus. In Mahlberg zahlen Eltern für einen Betreuungsplatz in einer kirchlichen Einrichtung aktuell 543 Euro plus Essensbeitrag.

Info – Diskussion um Ferienplanung

War es im Gemeinderat bei der Auflistung dieser Rahmenbedingung durch Benz und Edelmann noch merklich still, ging dem folgenden Beschluss zur Ferienplanung 2026 der Einrichtungen eine lebhafte Diskussion voraus. Kritisiert wurde reihum die Planung der zwei Kindergärten in kirchlicher Trägerschaft, die insgesamt 34 ganztägige Schließtage (29 Tage Ferien, ein Betriebsausflug, zwei Planungstage, zwei Regenerationstage) sowie zehn freie Nachmittage für Arbeitsgemeinschaften für das Betreuungspersonal vorsieht. Andere Kindergärten würden die Ferienplanung elternfreundlicher mit weniger Schließzeiten regeln, so der Vorwurf aus dem Gremium. Bürgermeister Benz entgegnete, dass diese Arbeitszeitplanung Teil der Tarifvereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sei und keine Sonderregelung Mahlberg darstelle. Als Gegenbeispiel lobten Stadträte unterdessen die Regelung in der Kita Schlosshüpfer und im Naturkindergarten. Dort würden beispielsweise Planungstage nur nachmittags angesetzt. Am Vormittag sei ganz normaler Kindergartenbetrieb.

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