Besucher bringen eigenes Obst: Mobile Saftpresse macht zum ersten Mal in Kippenheim Halt

Inhaber Markus Schütterle legte selbst Hand an.
Schillinger-Teschner- Mobile Safterei macht erstmals auf dem Kippenheimer Wochenmarkt Station.
- Besucher bringen Äpfel, Birnen oder Quitten mit und erhalten eigenen Saft.
- Prozess: Waschen, Zerkleinern, Bandpresse, Filtern, Pasteurisieren bei rund 80 Grad.
- Abfüllung heiß im „Bag in the Box“ – ungeöffnet mindestens eineinhalb Jahre haltbar.
- Termine dieses Jahr: freitags, 18. September und 2. Oktober, ab 15 Uhr vor dem Bürgerhaus.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Gemeinde Kippenheim hat den wöchentlichen Markt um ein neues Angebot erweitert: Die mobile Safterei von Markus Schütterle machte das erste Mal auf dem Vorplatz des Bürgerhauses Halt. Schütterles Safterei auf Rädern mit Firmensitz in Seefelden ist bereits seit 14 Jahren zwischen Offenburg und Wehr am Hochrhein unterwegs, um im Herbst Äpfel, Birnen oder Quitten zu naturreinem Saft zu pressen. „Schützen durch nützen“ ist die Devise des Firmeninhabers. Denn: Obst aus Streuobstanlagen oder dem alten Apfelbaum im heimischen Garten, das nicht am Boden verrottet, sondern in leckeren und haltbaren Saft weiterverarbeitet wird, bedeutet auch, dass der alte Baumbestand erhalten bleibt, da dieser Nutzen bringt.
Die mobile Saftpresse ist ein Anhänger, auf dem alles steht, was man zum Saftpressen und Haltbarmachen vor Ort braucht. „Wir haben Strom, Wasser und die Technik mit an Bord und können so das Obst pressen, pasteurisieren und Abfüllen – jeder Kunde bekommt ab einer Ablieferungsmenge von 150 Kilogramm dann den fertigen Saft aus dem eigenen Obst sofort mit nach Hause“, bringt es Schütterle auf den Punkt. Um Wartezeiten zu vermeiden, ist eine telefonische Terminvereinbarung erforderlich. Vom Apfel zum eigenen Saft muss man dann etwa eine Stunde Zeit einkalkulieren.
Eine Bandpresse drückt nach und nach den Saft aus den Früchten
Ohne Rangieren kann das Obst aus dem Pkw oder dem Anhänger direkt auf das Förderband neben der Safterei abgeladen werden. Die Früchte werden danach gewaschen und nochmals nachgespült, anschließend auf der Mühle zerkleinert. Eine Bandpresse, die über fünf Walzen läuft, presst den Saft mit zunehmendem Druck aus den Obststücken. Durch ein Drehsieb gefiltert, gelangt dieser anschließend in einen Wärmetauscher und wird bei rund 80 Grad kurzzeitig und schonend erhitzt. Dieser Vorgang, das Pasteurisieren, erhält Vitamine und Geschmack des Saft. Dann wird der Saft noch heiß abgefüllt, wobei sich das „Bag in the Box“ – also das „Tüte im Karton“-Verfahren – durchgesetzt hat. Die Kartonage muss beim ersten Abfüllen gekauft werden, kann aber wieder verwendet werden. In diesen Karton kommt ein Beutel mit tropffreiem Auslaufhahn.
Durch den luftdichten Verschluss halte sich der Saft ungeöffnet mindestens eineinhalb Jahre. Selbst einmal geöffnet, sei der Saft bei Zimmertemperatur in dieser Verpackung sechs Wochen lang frisch, da beim Zapfen keine Luft in den Beutel gelange und der Saft nicht gären könne. Durch die viereckige Form der Kartonagen lässt sich der Saft außerdem platzsparend aufbewahren.
Der übrige Obstbrei wird an Wild- oder Nutztiere verfüttert
Die Nachhaltigkeit der Saftgewinnung aus Streuobst, der Abfüllung in umweltfreundliche, teilweise wieder verwendbare Umverpackung setzt sich in der Verwertung der festen Rückstände des Herstellungsprozesses fort: Die Maische, auch Trester genannt, wird ebenfalls gesammelt und findet als Wild- oder Viehfutter Verwendung.
Mit seiner Idee will Schütterle insbesondere junge Menschen und Kinder für die Erhaltung der Obstbaumbestände sensibilisieren. Dass ihm das offenbar gelingt, zeigen die staunenden Augen, wenn Kinder oder Jugendliche bei Aktionen bei der Saftherstellung vor Ort dabei sind. „Ich komme mir manchmal ein wenig vor wie der Weihnachtsmann, wenn ich die glücklichen Gesichter der Kinder sehe, die mit ihren Großeltern oder Eltern kommen, Äpfel aufs Band legen und dann dabei sind, bis der erste Saft in den Beutel läuft – die sind so glücklich“, freut sich Schütterle.
Zwei weitere Termine
Nach der gelungenen Premiere auf dem Kippenheimer Wochenmarkt wird die mobile Saftpresse dieses Jahr noch an den Freitagen, 18. September und 2. Oktober, jeweils ab 15 Uhr vor dem Bürgerhaus Station machen wird. Weitere Termine und Standorte – auch im näheren Umland – sind im Internet unter www.die-mobile-safterei.de zu finden.