Besonderer Gottesdienst: „Herzenspfarrer“ erhält viel Applaus in Friesenheim

Pfarrer Alexander Hafner freute sich mit den Ministranten und Claudia Killius aus dem Liturgiekreis auf den Gottesdienst.
Bohnert-Seidel. Ein Strahlen ging durch die Kirchenbänke. Viele Erinnerungen kamen hoch. Auch bei Pfarrer Alexander Hafner. Alle waren sie gespannt auf ihren „Herzenspfarrer“ Hafner, von dem sie sich nach 13 Jahren Amtszeit im September 2011 verabschieden mussten. Vieles hat er in seiner ehemaligen Seelsorgeeinheit Friesenheim auf die Beine gestellt. Selbst nach dem Abschied war er immer wieder in die Kirchengemeinde Friesenheim gekommen und hatte Taufen oder Hochzeiten gefeiert. Mit Mesnerin Anke Benz zeigte er sich vertraut, als wäre er nie weg gewesen. Oben an der Orgel begleitete Kirchenmusiker Georg Eichner mit beseelten Klängen den Festgottesdienst zu „20 Jahre Bauförderverein St. Laurentius“.
Pfarrer Hafner war 2004 Gründungspfarrer des Baufördervereins St. Laurentius, weshalb es dem Vorsitzenden Hans-Peter Göhr eine ganz besondere Freude war, ihn zu begrüßen. Aber nicht nur Pfarrer Hafner galt ein herzliches Dankeschön. Dem früheren langjährigen Vorsitzenden Roland Kaiser sowie dem Rechner Manfred Schlenk dankte der Vorsitzende für die herausragende Arbeit. Immerhin sind seit Gründung des Vereins mehr als 170 000 Euro Spendengelder für den Erhalt des Gotteshauses gesammelt worden.
Hafner kritisiert „Spagat zwischen Management und Seelsorge“
Der Gründung voraus ging damals die dringend gebotene Sanierung des Kirchturms der Pfarrkirche, die im Jahr 2005 umgesetzt wurde. In seiner Ansprache ging Hafner auch auf die aktuelle Kirchensituation in den Bistümern ein. Die Frage, wie sich die zahlreichen Kirchenaustritte aufhalten ließen, könne kaum ein Bischof beantworten. Ebenfalls unbeantwortet bleiben musste für Hafner die im Jahr 2017 gestellte Frage an Erzbischof Stefan nach einem Geschäftsführer für das Management der Kirchen. „Ich halte diesen Spagat zwischen Manager und Seelsorger nicht mehr länger aus“, bekannte Hafner seinen Kummer. Wenn die Kirchenentwicklung anlaufe, werde es einen Geschäftsführer geben, lautete daraufhin die Antwort aus dem Bistum. Solange wollte und konnte Hafner nicht warten, weshalb er sich vor drei Jahren aus der Leitungsverantwortung herausgenommen hat und heute als Kooperator der Seelsorgeeinheit Allerheiligen in Karlsruhe wirkt.
Jeder sei eingeladen am Haus Gottes mitzubauen und dieses auch zu erhalten. „Wir brauchen solche Räume und Kirchen zum Gottesdienst feiern“, so Hafner. Von Relevanz sei auch die Frage, von welchen Gebäude man sich zu trennen habe. Schwierige Entscheidungen müssten in den Pfarreien getroffen werden, was auch eine Herausforderung für alle Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen bedeute. Wichtig sei die Seelsorge. Diese hat Pfarrer Hafner in Friesenheim in den 13 Jahren seiner Amtszeit gelebt. Von den Besuchern gab es Applaus für seine Predigt.
Kirchturmsanierung mit 70 000 Euro unterstützt
Im Anschluss berichtete Hans-Peter Göhr aus den vergangenen 20 Jahren des Baufördervereins sowie maßgeblichen Investitionen wie die Kirchturmsanierung, die mit mehr als 70 000 Euro unterstützt wurde. Weitere Unterstützung erfuhr die Pfarrgemeinde beim Bau des barrierefreien Zugangs sowie beim Entfernten von Vandalismus an der Holztür am östlichen Seiteneingang. Stets habe der Bauförderung den Erhalt der St. Laurentiuskirche im Blick. Da die Erzdiözese Freiburg langfristig alle kirchlichen Gebäude im Blick habe und auch einige Gebäude abgestoßen werden müssten, weil die finanziellen Spielräume geringer werden, sei ein Bauförderverein umso wichtiger. Fest im Blick habe der Bauförderverein die Renovierung des Innenraums der Kirche. Diese dürfte eines der größten Zukunftsprojekte sein. „Wir werden auch in Zukunft auf Menschen angewiesen sein, die unsere Kirche erhalten, aber auch mit Leben füllen“, betont Göhr.
Im Anschluss an den Gottesdienst wurde zum Umtrunk eingeladen und Pfarrer Hafner herzlich gedrückt.
Mitglieder
Der Bauförderverein St. Laurentius zählt aktuell knapp 60 Mitglieder. Wer sich für eine Mitgliedschaft interessiert, meldet sich bei Hans-Peter Göhr unter Telefon 07821/62 0 00.