Beim Herbstnachmittag
: Mahlbergs Älteste schwelgen in Erinnerungen

Der diesjährige Herbstnachmittag lockte so viele Senioren wie noch nie an: 187 Gäste füllten die Mahlberger Stadthalle. Besonders eine Foto-Ausstellung kam gut an.
Von
Michael Masson
Mahlberg
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Nahezu jeder Platz in der Mahlberger Stadthalle war beim Herbstnachmittag belegt. Insgesamt nahmen 187 Senioren an der Veranstaltung teil – so viele wie noch nie

Hiller

Längst sind mittlerweile nicht nur Menschen im Rentenalter, sondern schon ab 60 Lebensjahren zum Mahlberger Herbstnachmittag eingeladen. Doch trotz vorangegangener Aufforderung von Bürgermeister Dietmar Benz, sich eingeladen zu fühlen, auch wenn man sich „noch nicht alt“ fühle, bewegte sich der Altersdurchschnitt erwartungsgemäß deutlich weiter oben. Älteste Teilnehmerin war Tina Obergföll, die nächsten Monat ihren 99. Geburtstag feiert.

Gelockt hatte erneut ein von der Stadt bezahltes Mittagessen mit Sauerbraten, Nudeln und Klößen samt knackfrischem Salat vom schon über Jahrzehnte bewährtem Orschweierer Feinschmeckerservice Gruninger. Das servierte Essen fand besten Anklang, auch wenn sich dieses Mal „nur eine“ Bratenscheibe auf den Tellern fand. Doch das hatte, wie der Bürgermeister dazu schon vorab erläutert hatte, seinen guten Grund: Vergangenes Jahr waren nämlich viel zu viele der servierten Teller halbgeleert zurückgegangen.

Verwaltungsmitarbeiter und Stadträte servieren das Essen

Wer dennoch kräftigeren Appetit hatte, blieb freilich nicht hungrig sitzen: Denen wurden zuverlässig weitere Bratenscheiben samt Soße nachgelegt. Und zwar von den emsigen „öffentlichen“ Bedienungskräften – nämlich einer Mehrheit von Mahlberger Stadt- und Orschweierer Ortschaftsräten samt einigen Verwaltungsangestellten. Das hatte einst schon Bürgermeistervorgänger Ulrich Hehr bei früheren Waldfesten an der Mahlberger Autobahnraststätte eingeführt, um damit Mandatsträger zum direkten Dienst am Bürger zu bringen. Auch in diesem Jahr bewährte es sich, was Hehr damals damit einst bezweckt hatte: Erneut kamen die heimischen Kommunalpolitiker mit ihren Wählern oder Kritikern ins direkte Gespräch.

Frühere unterhaltsame Programmpunkte von Herbstnachmittagen sind mittlerweile mangels Akteuren komplett aufgegeben worden – ob unterhaltsame Sketche, Witzeinlagen oder etwa ein beliebtes Puzzlespiel. Geblieben ist mittlerweile nur noch die musikalische Untermalung, abermals mit dem Alleinunterhalter Günter Vogelmann. Zwischendurch nutzen sehr viele Gäste die Möglichkeit, sich die Beine zu vertreten und mehrere aufgestellte Fotowände ausführlich zu studieren. Diese hatte der Mahlberger Stadthistoriker Holger Otto schon bei früheren Gelegenheiten präsentiert.

Foto-Ausstellung stößt auf großes Interesse

Darauf zu sehen: Alte Dokumente und Fotos vom dem ehemaligen Mahlberger Kapuzinerkloster samt deren Stifterin Maria Franciska von Fürstenberg-Heiligenberg, Bilder von früheren höchst illustren Seifenkistenrennen auf zusammengenagelten Bretterböden mit Kinderwagenrädern oder Erinnerungen an diverse Straßenumzügen und der 1950 erfolgten Stadtrecht-Wiederverleihung mit dazu erschienenem badischem Staatspräsidenten Leo Wohleb. Nicht zuletzt hingen dort auch manche Schwarz-Weiß-Fotos von Mahlberger Stadtfesten, die allesamt von der noch heute fotografisch und berichterstatterisch aktiven LZ-Mitarbeiterin Ulrike Hiller stammen.

Auf den Ausstellungswänden wurden Erinnerungen aus längst vergangenen Zeiten wach.

Foto: Hiller

Zuverlässig geblieben ist von früheren Programmpunkten die besonders beliebte Verteilung einiger Sachpreis-Gutscheine sowie insgesamt 30 der zuvor die Hallenvorbühne traditionell schmückenden großen Chrysanthemen-Töpfe. Dazu hatte zuvor eingangs jeder Besucher ein persönliches Los erhalten. Aus der Glastrommel gezogen wurden die glücklichen Gewinner dann von der neunjährigen Margitta – wobei sich überdurchschnittlich viele Orschweierer unter den Siegern fanden. Nicht etwa, dass sich der einzige Mahlberger Ortsteil mit einem Drittel der Einwohnerschaft besonders hervortäte. Dennoch fällt er besonders auf – etwa mit dem Boule-Club, der seit vielen Jahren für seine betagteren Mitglieder eine eigene Tischreihe reservieren lässt.

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