Auftritt in Seelbach: Gebürtiger Friesenheimer Musiker feiert in München Erfolge

Ralph Michael Kiefer bei seinem Auftritt in Seelbach
Baublies- Pianist Ralph Michael Kiefer gab in der Seelbacher Katharinenkirche ein Konzert.
- Er studierte Jazz und Rock fürs Klavier in München und schloss das Studium 2003 ab.
- Seine Musik beschreibt er als Mix aus Ambiente, Klassik, Jazz und Filmmusik – mit Handpan.
- Im Programm: „Circle of Life“, „Imaginarium“ und Variationen zu „Hilf Herr, meines Lebens“.
- Persönliche Bezüge prägten den Abend, etwa Hommagen an Großvater und Eltern mit Blues.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der gut besuchte Auftritt hat mit der Mutter des Musikers zu tun. Sie reist gerne und hat dabei die Seelbacher Pfarrerin Anke Doleschal kennengelernt, die immer wieder Reisen organisiert und begleitet. Zudem wusste die Mutter um die Konzertqualität in der kleinen Kirche.
Kiefer erklärt, dass sein bislang letztes Konzert in der alten Heimat vor 14 Jahren im damaligen „Blue Notes“ in Lahr über die Bühne ging. Das Konzert am Samstag in der Kirche gehört zu seinem Verständnis, dass er Freunden, Weggefährten und Familienmitgliedern seine Kunst und deren Weiterentwicklung vorstellen möchte. Beim Gespräch mit unserer Redaktion – Kiefer saß da gerade im Zug von München nach Lahr – erzählte er, wie er als Achtjähriger das erste Mal mit einer Heimorgel und dann mit einem Klavier der Großmutter in Berührung kam.
Der Schüler des „Aufbaugymnasiums“ (wie er das Clara-Schumann-Gymnasium nennt) gehörte nicht zum musischen Zug. „Ich war kein Frühberufener.“ Sein Wunsch war da noch ein Kunststudium. Aber er spielte mit Freunden in verschiedenen Bands. Dazu gehörte die Combo „Freak of“. Er erinnert sich an Auftritte im Stiftsschaffneikeller. Und selbstverständlich ist ihm die Lahrer Rockwerkstatt ein Begriff. Genauer: „Ich war Gründungsmitglied.“
Kiefer ist mittlerweile eine feste Größe
Die Idee mit dem Musikstudium hat ihm in Lahr Hartmut „Hutch“ Hensel vermittelt sowie ein Lehrer aus Offenburg. Ende der 1990er-Jahre war Kiefer klar, dass er Jazz und Rock für Klavier studieren wollte. Möglichkeiten gab es in München und Freiburg. Die bayerische Landeshauptstadt als „große, weite Welt“ war 1998 die erste Wahl. Das Studium hat er im Jahr 2003 abgeschlossen.
Als Musiker ist Kiefer mittlerweile eine feste Größe. Die Süddeutsche Zeitung hat über Kiefer als „Klavierspieler auf öffentlichen Plätzen“ ausführlich berichtet. Das war kurz nach dem Ende der Beschränkungen im Zuge der Coronapandemie. Kiefer selbst beschreibt seine Musik als Mischung aus „Ambiente, Klassik, Jazz und Filmmusik“.
Am Freitagabend, die Kirche war mit drei Vierteln der Sitzplätze gut besucht, benutzte Kiefer den Flügel und die Handpan (auch als Klangschale bekannt). Von Vorteil für viele Zuhörer, die den Musiker nicht kannten, waren detaillierte Erklärungen zu den einzelnen Stücken. „Circle of Life“ und „Imaginarium“ – das zweite Stück war auch der Titel des Konzertes – erklären anschaulich, wie der Musiker zu der bekannten Größe auf den Münchner Plätzen werden konnte.
Kiefer erinnert an den Großvater, der in Friesenheim die Kirchenorgel spielte
Kiefer spielte mit der linken Hand eine eingängige Grundmelodie, deren Tonart variierte. Mit der rechten Hand improvisierte er und ergänzte das Schema so mit vielen Verzierungen. Trotz der eher schlichten Grundmelodie ist er so in der Lage, ein Stück immer wieder und sehr verschieden auszuschmücken. Ein anderes Stück war eine reine Improvisation. Hier nutzte Kiefer das große Klangspektrum des Flügels bis zum Anschlag aus.
Da das Konzert in der Katharinenkirche lief, spielte Kiefer einmal das Thema des Kirchenliedes „Hilf Herr, meines Lebens“ des zeitgenössischen Komponisten Gustav Lohmann, ergänzt durch seine eigenen Variationen. Mit „Promenade avec Frédéric“ erinnerte er an den Großvater, der in Friesenheim die Kirchenorgel gespielt hatte. Der Ahne hatte eine Vorliebe für den französischen Komponisten und Ausnahmepianisten Chopin. Kiefer benutzte eine der bekannten Melodien des Romantikers und ergänzte das verspielte Grundthema mit eigenen Elementen.
Gerade hier war zumindest einmal erkennbar, dass Kiefer im Ursprung Jazz und Rock für Klavier studiert hat. „Georgia on my Mind“ (im Original ein Blues von Ray Charles) war eine Hommage an die Eltern und an die Heimat. Hier war unverkennbar, dass der Blues zu den Ahnen des Jazz gehört.
